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Hannovers dunkle Seiten

Von Daniel · 12. November 2020

Nicht alles ist schön bunt in dieser Stadt – Hannover hat auch dunkle Seiten. Von denen erzählt nun ein neues Buch.

Der Herbst ist da und Dunkelheit umhüllt die Stadt. Passend dazu erschien vor einer Weile ein schmales Buch, das «dunkle Geschichten aus Hannover» erzählt. Rund 20 Texte hat die Katzenkrimi-Autorin Heike Wolpert auf 80 Seiten zusammengetragen. Im Buch erzählt sie etwa von einer Geisterstation unter der Stadt, von einem teuren Stromausfall am späten Abend und von Bier in dunklem Gewand.

Natürlich darf auch Hannovers berühmtester Serienmörder nicht fehlen, der mit seinem Hackebeilchen Teilchen von Menschen abhackte. Schaurig der Gedanken, dass dieser seltsame Mann einst in Hannovers Straßen sein Unwesen trieb! Heute fristet Haarmann übrigens ein Dasein auf Adventskalendern und ist damit irgendwie unsterblich geworden.

Schokolade, Reifen, alte Tunnel

Nicht alle Kapitel sind schaurig und gruselig, denn das Buch behandelt das Thema Dunkelheit weit gefasst. Es geht etwa auch um Conti, denn Reifen sind, na klar, schwarz! Doch warum sind die nicht pink oder grau? Die Antwort verrät das Buch. Geklärt wird außerdem die Frage, woher der Name Sprengel des gleichnamigen Museums kommt, und was der mit (dunkler) Schokolade zu tun hat. Und wusstest ihr, dass es in Linden einen stillgelegten Tunnel gibt, in dem früher Kohle zu den drei warmen Brüdern transportiert wurde? Selbst eingesessene Hannoveraner erfahren Neues – auch aus alten Zeiten.

Das Buch enthält auch einige Abbildungen. Hier ist der alte Kohletunnel zu sehen, der zum Heizkraftwerk Linden führt. Enercity hat darüber übrigens ein Video produziert.

Alle Geschichten im Buch sind knapp erzählt und nehmen jeweils nur ein paar Seiten ein. Das Buch eignet sich also gut für zwischendurch, vielleicht sogar für die letzten Minuten vor dem abendlichen Einschlummern. Allerdings kann es dann zu Alpträumen kommen – wer weiß?

Nörgelnder Typografie-Nerd

Leider ist das Buch optisch kein großes Vergnügen: Zwar fühlt sich das Hardcover gut an und besticht durch eine ansprechende Gestaltung – doch im Innenteil offenbart sich ein Text gesetzt in serienloser Schrift. Als würde man eine Hausarbeit in Arial lesen! Das stößt mir als Typografie-Nerd sauer auf.

Außerdem erinnert das Papier an eine Broschüre, weil es weiß und glatt ist. Bei einem nüchternen Sachbuch mag das in Ordnung sein, doch dieses Buch will zum Schmökern einladen, will Begleiter sein an einem verregneten Abend auf dem Sofa. Denn genau dann passen die erzählten Geschichten bestens zur Stimmung: Ein düsterer Herbstabend mit Sturm und Regen, dazu eine schaurige Geschichte und eine Tasse Tee. (Dem steht natürlich nichts im Wege, wenn euch Schriftarten völlig egal sind.)

Heike Wolpert erzählt in ihrem Buch auch die tragische Geschichte von Robert Enke.

Dunkle Geschichten aus Hannover von Heike Wolpert ist im Wartberg Verlag erschienen und kostet 12 Euro. Das Buch gibt es ab sofort bei Amazon zu kaufen, oder natürlich im lokalen Buchhandel. In der Reihe sind weitere Bücher über andere Städte erschienen, etwa über Braunschweig, Bielefeld oder Lübeck. (Alle Werbelinks führen zu Amazon. Wir erhalten eine kleine Provision, wenn ihr dort ein Buch bestellt – der Preis bleibt für euch natürlich gleich.)

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