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Winzerabend im Mercure-Hotel: Weinprobe mit Stil

Das Mercure-Hotel am Maschpark veranstaltet regelmäßig Winzerabende. Zu Gast sind dort Weinbauern, die ihre Weine vorstellen und Lust auf Genuss machen. Die Gäste dürfen viel probieren und viele Fragen stellen – genau das haben wir getan.

Im Hotel Mercure am Maschpark steigen nicht nur Touristen und Messebesucher ab – regelmäßig schauen dort auch Winzer vorbei, um Lust auf deutsche Weine zu wecken. Wir dürfen an einem solchen «Winzerabend» mit dabei sein, Hoteldirektorin Sandra hat uns eingeladen. Zu Gast an diesem Mittwochabend ist das Weingut Lamberth aus Rheinhessen.

Hotelbar, 17:30 Uhr

Geschäftsmänner in Anzügen reden Spanisch und Englisch, you know? Auf einem Fernseher läuft unbeachtet irgendein Fußballspiel, in der Lobby herrscht ein reges Kommen und Gehen. Die Rezeptionistin begrüßt uns freundlich und weist uns den Weg zur Bar. Da trinken, plaudern und lachen sie schon. Der Winzer ist leicht zu erkennen: Er hält eine Weinflasche in der Hand und gießt großzügig ein, auch uns. Gläser klirren, der Wein perlt. An diesem Abend geht es um Genuss, gute Weine und gutes Essen.

«Von Wein habe ich aber überhaupt keine Ahnung», gestehe ich sofort, ehe jemand anders mein düsteres Geheimnis lüftet. Der Winzer ist begeistert – Carsten Lamberth erklärt liebend gern sein Handwerk, seine Leidenschaft. Schon in wenigen Augenblicken erfahren wir eine Menge und lernen neues Weinvokabular. Ich habe auch wirklich viel zu lernen, weiß nur, dass ich von Rotwein schnell Kopfschmerzen kriege. Nicole Lamberth begleitet ihren Mann, den engagierten Winzer. Sie kümmert sich sonst zum Beispiel um die Bestellungen, die über den Onlineshop eintrudeln. Irgendwie eine nette Vorstellung, dass Nicole tatsächlich jede Bestellung persönlich bearbeitet.

Vor dem eigentlichen Winzerabend, der gegen 18:30 Uhr beginnt, lernen sich die Gäste bei einem «Meet & Greet» an der Hotelbar kennen – die Getränke sind im Preis enthalten, ich nehme ein Wasser, während Alexa mit einer Weinschorle in den Abend startet. Carsten muss einschreiten: Die Schorle ist nicht von seinem Weingut! Und ist das sowieso schon ein Riesenfauxpas, Wein mit Wasser zu verdünnen? Nein, gar nicht, findet Carsten, gerade im Sommer will man ja nicht sofort betrunken werden von einem Glas Wein. Ihn mit Wasser zu verlängern ist daher keine blöde Idee. Zudem kitzelt die Kohlensäure einige Aromen aus dem Wein – der muss also gut sein.

Wir schauen tief ins Weinglas.

Ein Silvaner zum Kennenlernen

Während des Kennenlernens dürfen die Gäste bereits drei Weine probieren: einen Silvaner (den Carsten für Weinschorlen empfiehlt), einen Sauvignon Blanc und abschließend den «Sun Fun», ein halbtrockener Sommercuvée. Weil ich an diesem Mittwoch nur am frühen Morgen ein paar Wattebäusche gegessen habe, merke ich den Wein sofort. Glaube ich, setze mich.

Immer mehr Gäste erscheinen. Hier und da lernen sich Fremde kennen und lieben. «Guten Abend, ich bin Gundula von Schnakenburg», erklärt eine junge Frau einem jungen Mann. Sie geben sich die Hände: «Hocherfreut!» Die Menschen hier sind schön gekleidet, sommerlich-schick und farblich sinnvoll abgestimmt. Gute Düfte sind zu riechen und ordentlich betonte Wörter zu hören. Da ist zum Beispiel Frau Meyer-Hersel, eine ehemalige Schulleiterin; da ist außerdem Dr. Müller-Lüdenscheid, ein erfolgreicher Zahnarzt mit schönem Lächeln. Die Atmosphäre ist locker und die ersten Gespräche sind kurzweilig – es wird über Spargel philosophiert. Später nippen wir an einem «Silvaner», es handelt sich hierbei um eine bestimmte Weinsorte, you know, aber das wusste ich vorher nicht.

Der Kronleuchter aus Messing spendet etwas Licht.

Saale Nollet, 18:48 Uhr

Wer Wein liebt, wird schon beim «Meet & Greet» begeistert sein und sich nerdigen Fachgesprächen mit anderen Liebhabern oder den Winzern hingeben können. Den eigentlichen Abend verbringen die Gäste anschließend im Saale Nollet, benannt nach dem Opernsänger Georg Nollet. Ein prachtvolles Zimmer aus dem Jahr 1889 – es könnte sich auch in der Marienburg befinden (daher stammt nämlich die Ausstattung). Ein mächtiger Messingkronleuchter spendet Licht über unseren Köpfen. In der Ecke steht ein Kachelofen, der aber keine Wärme mehr spendet, sondern nur noch der Deko dient. Zu sehen sind außerdem: Zinnen, dunkles Holz, alte Bücher und ein großes Wandgemälde. Es riecht wie im Arbeitszimmer von meinem verstorbenen Großvater.

Es sei doch irgendwie schön, dass erst Trubel an der Hotelbar herrscht und die Gäste dann in den ruhigen Saal eintreten, meint Sandra. Die Hoteldirektorin hat schon einige Abende mitgemacht. Ihnen geht übrigens eine lange Planung voraus: Anderthalb Jahre vorher müssen die Winzer kontaktiert werden, um die Termine auszumachen.

Auberginen-Röllchen mit Mozzarella gefüllt, dazu Tomatensauce.

Winetasting mit gutem Essen

Die Tafel ist groß und aufwendig gedeckt, es gibt Brot und Butter und eine Art Sourcream. Im Laufe des Abends stellt Carsten sechs Weine vor und erzählt zu jedem ein bisschen was, erklärt die Kulturlandschaften, in denen die Trauben wachsen, und deren Bewirtschaftung. Anschließend verliert der Kellner ein paar ergänzende Worte zum Essen. Zu jeder Runde reicht die Mercure-Küche ein zum Wein passendes Gericht, ausgesucht von Carsten. (Das Menü stellen immer die Winzer zusammen.) Zuerst serviert werden «Auberginenröllchen mit Mozzarella gefüllt», dazu Tomatensauce. Es folgen Lachscannelloni, Kalbsbries und Lammrücken.

Hausgemachte Artischocken-Ravioli.

Alexa hat spontan Bescheid gegeben, dass sie kein Fleisch isst, also bekommt sie jeweils eine vegetarische Alternative. Statt Lachs dann Brokkoli, es schmeckt ihr vorzüglich. Am Ende des Abends schaut der junge Koch vorbei und freut sich über unser Lob. Er hat wirklich fein gekocht – alles war vorzüglich. Zum Abschluss schlemmen wir das Dessert: Erdbeer-Espuma und dazu ein Riesling, Spätlese.

Weil wir neben Nicole und Carsten sitzen, können wir sie mit vielen Fragen löchern. Zum Beispiel, warum in vielen Flaschen keine Korken mehr stecken. Und wie ist das denn mit dem veganen Wein, will Alexa wissen. Carstens Augen leuchten, er hat zu jedem Thema was zu sagen. Den ganzen Abend lang unterhalten wir uns und lernen nebenbei viel über den Anbau von Wein, über die verschiedenen Siegel und Sorten und, und, und. Irgendwann nach 23 Uhr endet ein anregender Abend und wir treten leicht beschwipst in die Nacht. Es regnet in Strömen, der dunkle Himmel grollt, Blitze zucken durch die Wolken. Ein Sommergewitter zieht über die Stadt hinweg.


Der prächtige Saale Nollet: Hier finden die Winzerabende statt. (Foto: Mercure Hotel)

Weinlese: Winzerabende im Mercure-Hotel

Im Mercure-Hotel in der Willy-Brandt-Allee finden im Jahr mehr als 20 Weinabende statt – mittwochs, donnerstags und freitags. Der Abend kostet 49 Euro p.P., «Le Club»-Mitglieder sparen 5 Euro. Im Preis enthalten sind die Weine, andere Getränke und Speisen. Buchen könnt ihr den Winzerabend telefonisch (0511-8008-107) und per E-Mail.

Den nächsten Weinabend richtet das Mercure nach der Sommerpause am 29. August aus. Zu Gast sein wird das Weingut Sonnenberg aus Ahr. Es folgen weitere Termine zum Beispiel am 12. September oder am 30. Oktober. Übrigens: Den Saale Nollet könnt ihr auch für eure eigene Veranstaltung mieten, zum Beispiel für eine kleine Hochzeit.

Hotel Mercure Hannover City
Willy Brandt-Allee 3
30169 Hannover

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