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Boca Chica: Karibisches Abendessen

Im Boca Chica wollen wir unsere Geschmacksnerven mit «karibischen Köstlichkeiten» verwöhnen.

Wir fahren durch den dichten Verkehr in die Innenstadt. Unser Ziel ist das Boca Chica in der Calenberger Neustadt. Das Restaurant liegt in der Oeltzenstraße, eine Seiteneinbahnstraße, die von der Königsworther Straße abgeht. Gekonnt zirkelt Alexa ihren Opel in eine schmale Parklücke.
Wir steigen durch den Kofferraum aus.

Die Sonne scheint schön in die Straße, alles ist goldig. Vor einem Hauseingang sitzen ein paar SoWi-Studenten in weichen Sesseln und essen Pizza direkt aus dem Pappkarton, trinken Wein aus dem Tetrapak. So lässt sich das Leben aushalten. Wir winken und gehen weiter.

Im Boca Chica ist noch nicht viel los: Drinnen sitzen nur ein Mann ohne Haare und seine Frau ohne Frisur. Verträumt schauen sie aus dem Fenster. Geweitete Pupillen, schweifende Gedanken. Wie gern sie doch wieder Studenten wären.
Wir setzten uns nach draußen, das angekündigte Gewitter ist vorbeigezogen. Nur der Wind frischt etwas auf und rüttelt die Sonnenschirme kräftig durch. Es regnet kleine Ameisen, die hoch hinaus wollten.

Weizentortilla-Schale mit buntem Gemüse und Hähnchen.

Alexa wählt Verdura a la Mexico con Jalapeño und ich die Weizentortilla-Schale mit buntem Gemüse und Hähnchen (je 10€). Der Kellner notiert das.
«Und Nummer 81», ergänze ich.
Der Kellner zögert.
«Die 21?», fragt er.
«Nee, die 81!»
«Die 81 ist für Kinder», sagt der Kellner.
Patatas Fritas. Mit Ketchup.
«…»
«…»
«Verstehe. Dann natürlich die 21», sage ich.
Esquinas de papas fritas. Ohne Ketchup.

Ensalada de Platano, ein grüner Bananensalat.

Bananensalat

Als Vorspeise entscheiden wir uns für Ensalada de Platano, ein grüner Bananensalat (7€). Mal was anderes – und er schmeckt sehr gut. Bis der Hauptgang kommt, dauert es dann aber eine Weile. Wir unterhalten uns über die allgemeine Unzufriedenheit, die uns junge Menschen beizeiten überfällt. Wie gern wären wir wieder Studenten! Wobei: Die ständigen Hausarbeiten waren schon verdammt nervig – vor allem in den Seminaren von Herrn Lewandowski, der nebenher Fußball spielt, vor allem aber ein nervtötender Besserwisser ist, dem jede Freude am Leben abha–
«Süüüüß, die beiden Ameisen knutschen», sagt Alexa plötzlich.

Ach, schau, da kommt unser Essen! Die Bedienung wirkt wie ein Automat, der an den Tischen vorbei schwebt. Gedanklich ist sie ganz weit weg, als sie unsere Teller abstellt. Gut so, denn Tagträume sind wichtig, sagt jede Zeitschrift, die sich mit Zeit-Management, Selbstfindung und Kreativität beschäftigt.

Geschmacksurteil

Die Portionen sind üppig, aber die Weizentortilla-Schale ist ein bisschen zu … ölig. In meiner Schale liegen Fleisch, Paprika, Brokkoli und andere bunte Sachen, die gut schmecken. Enttäuscht bin ich aber von der #21, den Pommes mit dem langen Namen. Sie sind nichts Besonderes und schmecken wie die aus dem Supermarkt. Ich hatte mit einer karibischen Interpretation von Pommes gerechnet – wie immer die dann auch ausgesehen hätte.

Insgesamt sind wir aber zufrieden und satt, als wir aufstehen und noch ein bisschen in der Abendsonne spazieren gehen. Die SoWi-Studenten sind weg, die Sessel sind leer. Wir könnten uns jetzt hinsetzen, für einen Augenblick wieder Studenten sein. Aber wir müssen weiter:
«GZSZ fängt gleich an!», drängelt Alexa.

Boca Chica
Oeltzenstraße 12
30169 Hannover

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