Alle Artikel in: Freizeit

Wie kann man seine Freizeit in Hannover gestalten? Sport, Museum oder Kino? Wir verraten, wo es uns am besten gefällt.

Japanische Teezeremonie: In Ruhe schlürfen

Entspannen, den Geist zur Ruhe kommen lassen – und dabei Matchatee schlürfen: Wir waren bei einer japanischen Teezeremonie dabei, die regelmäßig im Stadtpark Hannover durchgeführt wird. Einatmen. Mein tägliches Teetrinkritual ist sehr simpel: Teebeutel in die Tasse plumpsen lassen, heißes Wasser drüber – fertig. Japaner lassen sich für den Teegenuss mehr Zeit, viiiel mehr Zeit. Fünf Stunden kann eine traditionelle Teezeremonie schon mal dauern. Die Teetrinkenden sollen die Zeit vergessen und sich sich entspannen, sich voll und ganz auf sich und den Tee konzentrieren. Ausatmen. Klingt verlockend, diese Langsamkeit! Also buchen wir eine Teezeremonie für Einsteiger, die ist auf zwei Stunden angesetzt und findet in einem kleinen Teehaus im Stadtpark Hannover statt. Das Häuschen ist ein Geschenk von Hannovers Partnerstadt Hiroshima. Heute dient das Teehaus als Kulisse für japanische Teezeremonien – übrigens einzigartig in Hannover. Teezeremonie im Stadtpark Es ist ein unruhiger Tag im Spätfrühling. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Regen, viel Wind. Wir brechen zu spät auf und eilen zum Stadtpark. Das mit der Entspannung und Langsamkeit fängt ja gut an! Wir irren eine …

Kreativmarkt: Deine eigenART

Eigenartig ist auf dem Kreativmarkt im Pavillon nichts – im Gegenteil! Junge Designer und Kreative haben hier die Möglichkeit, ihre tollen Arbeiten anzubieten, die man sonst über ihre DaWanda-Shops bestellt. Auf der eigenART finde ich Näharbeiten so weit das Auge reicht: Täschchen in allen  Größen, Babykleidung in allen Farben, Hipster-Rucksäcke mit goldenen Kunstlederapplikationen. Doch auch tollen Schmuck, individuelle Dekoartikel und pfiffige Postkarten bieten die Aussteller an. Postkarten & Co. von Frauherter Besonders gut gefallen haben mir die Papeterie-Arbeiten von Frauherter. Die junge Designerin Kerstin arbeitet eigentlich in einer Agentur, erzählt sie uns, entwirft aber nebenberuflich Postkarten, Poster und Wandaufkleber. Ihr Stil strahlt viel Liebe aus und entspricht dem, was im Moment angesagt ist: Geradlinige Muster, die englische Wörter in Schnörkelschrift umrahmen. Sehr süß. Ich fühle mich auf der eigenART sehr wohl, denn auch mich hat jüngst der DYI-Trend gepackt. Seit Weihnachten besitze ich meine erste Nähmaschine, an der ich schon fleißig Kissenhüllen, Pinseltaschen und Etuis genäht habe. Deshalb kaufe ich auf der eigenART keine fertigen Arbeiten (ich will ja jetzt alles selber machen), sondern nur Stoffe, und finde …

Knabberzeit: Wenn Fische kitzelige Füße küssen

Fischpediküre in der Südstadt: In der Knabberzeit «küssen» kleine Fische große Füße. Ist das auch für Kitzelige geeignet? Wir haben den Test gemacht! Die Zeit steht still in der Knabberzeit: Es ist immer zehn nach zehn. Die Wanduhr haben Aleksej Sartison und sein Team während der Renovierungsarbeiten übersehen – jetzt steht die Zeit halt still. Das ist nicht weiter schlimm: Die Knabberzeit soll ein Raum «zum Wohlfühlen und Entspannen» sein – eine tickende Uhr würde da nur stören und an den Zahnarzt-Termin am Montag erinnern. Ich bin trotzdem nicht entspannt, sondern sogar aufgeregt, ein bisschen – denn gleich werden Dutzende kleine Fische meine Füße «küssen». Und ich bin der kitzeligste Mensch der Welt, bestätigt durch das Fresinius-Institut. Wie soll ich das also aushalten, wenn viele Fische ausgerechnet an meinen Füßen knabbern? Wie? Das will ich jetzt wissen. Vor mir steht ein großes Aquarium, blubbernd und schön beleuchtet. Ich bin bereit. Vielleicht. Meine Zehen schweben über dem Wasser, ich bin Jesus. «Jetzt tunk schon!», ruft Alexa ungeduldig. Also tunke ich zaghaft meine großen Zehen hinein, gefolgt …

Im Backkurs auf den Spuren des perfekten Käsekuchens

Käsekuchen ist der besten Kuchen der Welt – und wir wollen den besten Käsekuchen der Welt backen. In einem Backkurs bei den Geschmacksverstärkern lernen wir, wie das geht. Evke ist vor Kurzem 30 geworden. Stolz erzählt sie uns von ihrem Geburtstagsgeschenk: Ihre Freunde und Familie haben für eine Küchenmaschine von Kitchen Aid zusammengeschmissen – mitsamt allem Zubehör. Ein besseres Geschenk hätte man einem Menschen, der mit so viel Liebe Eier und Mehl und Milch verrührt, kaum machen können. Evke ist trotz ihres zarten Alters bereits eine Koryphäe auf ihrem Gebiet. Vor 12 Jahren begann die Konditorin ihre Ausbildung, absolvierte vor einem Jahr ihren Meister und lernte zwischendurch drei Jahre Backen in Österreich. Auch in Irland sammelte Evke schon Erfahrungen. Nun arbeitet sie als Pâtissière bei Die Insel, einem der exklusivsten Restaurants in Hannover. Backkurs für Naschkatzen Seit September 2016 bietet Evke in der Kochschule Der Geschmacksverstärker ihre süßen Backkurse an. Bei einem Blick auf den Kursplan erkennt man schnell, dass Evke für jeden Geschmack etwas anbietet: Von Fondant-Torten über Candybar bis hin zu Desserts findet jede Naschkatze die …

MuseumsCard: Die Museums-Flatrate für Hannover

Für 60 Euro ein Jahr lang viele Museen in Hannover besuchen – das ermöglicht die neue MuseumsCard. Doch lohnt sich die Flatrate für wissensdurstige Stubenhocker? Museen sind super: Wenn draußen die Sonne brennt und Menschen über ihre Socken luftige Sandalen schieben, gehe ich gern ins Landesmuseum. Da ist es kühl und leer, weil alle anderen im Freibad liegen. Und auch jetzt, wenn es gar nicht richtig hell wird, sondern maximal grau, sind Museen herrliche Orte der Zuflucht: Es ist warm, das Licht ist schön und es gibt oft Tee und Kuchen. Und interessante Ausstellungen gibt es ja auch noch zu sehen: düstere Gemälde, alte Sachen, Moorleichen, Hitler, Figuren, Dinos – und dieser eine Fisch, der dir tief in die Seele blickt und in einem Augenblick alles über dich weiß. Museums-Jahreskarte Für Museums-Hopper und Flatrate-Fans gibt es jetzt die MuseumsCard: Sie bietet ein Jahr lang freien Eintritt in die acht größten Museen von Hannover – darunter das Landesmuseum (Steine und Knochen), das Historische Museum (He-Man-Kassette), die Kestner-Gesellschaft (Kunst), das Sprengel-Museum (noch mehr Kunst) und das Wilhelm-Busch-Museum …

Impulse: Die neue Show im GOP Hannover

Am 14. September startete die neue Show Impulse im GOP Hannover, die Beats, Dance und Bodyart verspricht. Wir durften bei der Premiere dabei sein – und waren begeistert! Mitten in Hannovers Innenstadt befindet sich der Georgspalast, den seit 1992 das GOP sein zuhause nennt. Im Untergeschoss befindet sich das Restaurant Gondel, in dem man richtig schick vor oder nach der Show dinieren kann. Julia und ich sind heute Abend jedoch nicht zum Essen, sondern zum Gucken hier. Denn heute startet Impulse, die neue Artistik-Show, deren Trailer allein schon sehr vielversprechend aussieht. Die neue Show im GOP Hannover Eigentlich ist das GOP in Hannover für Impulse zu klein, erklärt uns Werner Buss. Er schmeißt den Laden da, sein Job ist es, durch die Welt zu reisen um Inspirationen zu sammeln und mit Artisten in Kontakt zu treten, die besten davon für seine Shows zu gewinnen. Das ist ihm auch für Impulse gelungen, die Darsteller stammen aus Kanada, den USA – und Hannover. «Wir haben nur exzellente Künstler für euch ausgewählt», erklärt Werner. Vier Wochen lang haben die jungen Talente …

Kaffee-Seminar: Interessiert uns die Bohne!

Der Siebträger brummt und pullert herrlich duftenden Kaffee in die Tasse. Doch wie wird aus der Bohne eigentlich das beste Getränk der Welt? Und woran erkennt man wirklich guten Kaffee? Um mehr über Kaffee, seine Röstung und Zubereitung zu erfahren, fahren wir nach Burgdorf. Die Hannoversche Kaffeemanufaktur hat uns dort zu einem Kaffee-Seminar eingeladen und verspricht eine «kulinarische Genussreise durch die Welt des Kaffees». Auf weiten Weiden grasen gut frisierte Pferde; auf dem Feldweg hüpfen winzige Frösche über pummelige Käfer. In Hannovers Umland ist die Welt noch in Ordnung. «Aber es riecht komisch», sage ich. «Ach, das ist die Natur!», flötet Alexa beschwingt und umarmt noch schnell einen klebrigen Baum. Dann betreten wir die Kaffeemanufaktur, wo es durch die warmen Farben sofort gemütlich wirkt. Und es duftet viel besser als da draußen, nämlich nach Kaffee. Wir setzen uns an einen rustikalen Tisch und genießen die erste Tasse Kaffee. Er stammt aus Äthopien und besticht durch ein fruchtig-blumiges Aroma. «Erinnert irgendwie an Tee», findet Alexa. Normalerweise würde ich mir jetzt eine halbe Tüte Milch in den …

Kulinarische Stadtführung durch Linden

Wir begeben uns auf eine kulinarische Reise durch Linden-Mitte und Linden-Süd. Wir entdecken schöne Orte und erfahren spannende Stadtgeschichten. Am Ende dieser besonderen Stadtführung sind wir doch noch satt geworden. In unseren Bäuchen vermischen sich Nuss-Eis mit Kidney-Bohnen, Schafskäse mit Knoblauch und Falafel mit Schokolade. Wir sitzen im Tandure am Ihmeufer. Ein lauer Wind bringt die bunten Tücher über unseren Köpfen zum Tanzen. An einem langen Tisch feiern sie einen Jungesellinnenabschied. «Haben früher nur die Männer gemacht, so auf ihre Weise», sagt Ilse, saugt an ihrer Zigarette und bläst den Qualm in die Luft. Die Frauen sind schwarz gekleidet, nur die Braut trägt weiß. Mit verbundenen Augen entsteigt sie einem bulligen Audi S6. Vitali ist ganz hin und weg von dem Gefährt. So einen will er sich auch holen, irgendwann, sagt er, und sieht verträumt in sein Bierglas. Die Braut nimmt das Tuch von den Augen und kreischt vor Freude. Vor dreieinhalb Stunden haben wir vor dem Theater am Küchengarten (TAK) gewartet. Wir sind 16 Menschen, die heute die kulinarische Seite von Linden erkunden wollen. …

Tretboot-Tour auf dem Maschsee

Mit dem Tretboot gleiten wir gemächlich über den Maschsee. Unter uns die dicken Karpfen – und hinter uns ein paar hungrige Enten, die auf ein paar Brotkrümel hoffen. Leicht schaukelnd stechen wir in See auf dem Maschsee. Die Wellen sind mindestens drei Zentimeter hoch und klatschen gegen den weißen Bug. Der Wind frischt auf und wuschelt durch die Bäume am Ufer. «Die Segelboote haben Vorfahrt – und alle anderen auch», hat uns die Kassiererin erklärt. Und wir sollen nicht hinter die Bojen fahren. Kaum auf flacher See, sind wir von gierigen Enten umgeben. Sie hoffen auf ein paar Brotkrümel und folgen uns. Schnell akzeptieren sie unser Tretboot als ihre neue Mutter – eine Mutter, die ihre Kinder fast überfährt. Es ist nicht einfach, das Boot zu steuern: Eine Servolenkung hat es nicht und die Pedale sind dicke Holzklötze. Die Tretbootfahrt trainiert nicht nur unsere Beine, sondern auch die Arme und den Geist, der wachsam sein muss, wegen der anderen Hobby-Kapitäne, die nicht wissen, welche Bojen sie eigentlich nicht passieren dürfen. «Eins! Zwei! Drei! Vier!», hallt …

Sonntags im Landesmuseum

Das Landesmuseum in Hannover ist besonders für Kinder ein großer Spaß – zumindest war es das für mich immer gewesen. Und wie sieht das heute aus? In der Vorhalle stehen zwei ältere Damen mit ihren Ehemännern, die mit verschränkten Armen auf Hilde warten, die noch ihren Mantel verstauen muss. Man überbrückt die Wartezeit redend, das schlechte Wetter dominiert die Konversation. Dann Krankheiten. Derweil toben drei Kinder umher, kreischend und kerngesund. Draußen benetzt leichter Regen die Wimpern. Es ist einer dieser trüben Sonntage, an denen man am besten im Bett bleibt – oder ins Museum geht. Also stehen wir jetzt hier. Stehen an, stehen hinter einer Frau, die hinter einem Mann steht, der hinter einer Frau steht, die mit dem Mann an der Kasse diskutiert. Ich weiß nicht, um was es geht, aber der Herr an der Kasse ist sichtlich bemüht, Contenance zu bewahren. Hinter uns spüren wir Unruhe und Ungeduld: Eine Frau mit Rollköfferchen will endlich ein Ticket kaufen. «Warum dauert das denn so lange?», murmelt sie genervt, zappelt hin und her, meine Güte, gehts …

Sicher unterwegs: Mein ADAC Fahrsicherheits-Training

Großstadtdschungel und Verkehrschaos sind keine gute Kombination. Um die Herausforderungen im Straßenverkehr künftig sicherer zu meistern, haben wir das ADAC Fahrsicherheits-Zentrum auf dem Messegelände in Hannover besucht. Die Nacht ist schwarz wie frisch gegossener Teer und die Wolken entledigen sich nach einer langen Trockenphase ihrer feuchten Last. Ich sitze im Honda Civic meiner amerikanischen Gastfamilie, bei der ich seit zwei Wochen als Au Pair lebe. Wusch. Die Scheibenwischer schieben den Regen von der Windschutzscheibe. Die Scheinwerfer erhellen die glänzende Straße unter mir. Aus dem Radio jault Rihanna. Wusch. Regen über Regen – dabei saß ich heute Nachmittag noch am Pool. Wusch. Ich befinde mich auf der Fox Road, ganz nah an meinem neuen Zuhause. Ich sehe die Schilder, die mir eine Kurve ankündigen. Wusch. Mein Fuß drückt das Bremspedal sanft nach unten, meine Hände steuern das Lenkrad nach rechts. Wuuusch. Jemand zieht den Boden unter den Reifen weg. Mein Auto bricht nach rechts aus, ich habe den Grip verloren! Plötzlich ist die Straße wie Glatteis. Adrenalin pumpt durch meinen Körper, ich umklammere das Lenkrad. Ich sehe den …

Fotogenes Hannover: Lars verrät uns die besten Foto-Spots

Jeder, der schon mal mit der Kamera in Hannover losgezogen ist, weiß: Hannover bietet viele traumhafte Fotokulissen. Doch welche Motive zeigen das fotogenste Hannover? Und von welcher Perspektive fängt man die Schokoladenseite besonders gut ein? Fotograf Lars verrät uns seine Tricks und die besten Foto-Spots in Hannover. Neues Rathaus Das Neue Rathaus ist aus jeder Perspektive ein fotografisches Highlight in Hannover. Am liebsten mag ich es ganz klassisch über den Maschteich, am besten zur blauen Stunde und bei Windstille. Dann kommt die Spiegelung besonders gut rüber. Am schönsten finde ich hier den Blick über die kleine Ausbuchtung des Sees links des Mittelrondels zum Rathaus. Ein weiteres tolles Plätzchen findet ihr an dem kleinen Seeausläufer genau gegenüber der Brücke (ein Stück Richtung Maschsee gehen). Von hier aus habt ihr den Seeausläufer, die Brücke und das Rathaus in einem Bild. Der Maschpark bietet auch viele wunderschöne Ecken für romantische Paar-, Portrait-, und Hochzeitsbilder. Seit der Erneuerung des Trammplatzes lohnt es sich, den majestätischen Anblick des schönsten Rathauses der Welt von der Nordseite her ins Bild zu setzen. …

Das Ihme-Zentrum – Ein Symbol des Scheiterns?

Jeder Hannoveraner kennt es: das Ihme-Zentrum in Linden. Der Betonklotz, der sich am Ihmeufer über Kilometer entlang zieht, kämpft seit Jahren mit einem schlechten Image. Viele halten das Ihme-Zentrum für ein Ghetto, für einen Unterschlupf für Obdachlose und Treffpunkt für Kriminelle. Doch was ist dran an den Vorurteilen? Und wie kann das Ihme-Zentrum gerettet werden? Wir treffen uns mit Constantin Alexander und einer Geburtstagsgesellschaft, der wir uns anschließen durften. Constantin lebt seit anderthalb Jahren in einer der 850 Wohnungen im Ihme-Zentrum – und er wohnt dort gern. Wir beginnen den Rundgang auf der anderen Seite der Ihme. «Von hier aus sieht man die Struktur am besten», erklärt Constantin. Je länger wir dort stehen und je mehr Constantin erzählt, desto wuchtiger wirkt das Ihme-Zentrum auf mich. Ein bisschen bedrückend, irgendwie. «Das komplette Untergeschoss war früher ein Einkaufszentrum. In der darüber liegenden ersten Etage waren Büroflächen.» Heute steht dort alles leer. Fensterlose graue Wände, die mit bunten Graffiti tätowiert wurden. Wie ist das Ihme-Zentrum entstanden? Eine Stadt in der Stadt: Das war der Traum in den revolutionären …

Astor Grand Cinema: Füße hoch, Film ab!

Normalerweise klebt der Boden so sehr, dass beim Gehen die Schuhe kleben bleiben und man in Socken zum Klo laufen muss. Im Astor Grand Cinema klebt der Boden nicht. Das Kino ist allerdings recht neu, weshalb noch nicht so viele Besucher die Gelegenheit hatten, ihre Cola zu verschütten. Das Astor macht das richtig, was andere Kinos falsch machen: So gibt es beispielsweise eine Garderobe. Dabei ist das eine schlaue Einrichtung – denn so müssen wir nicht auf zerknitterten Jacken sitzen. Als ich unsere Jacken abgeben will, schaut mich das Garderoben-Mädchen allerdings skeptisch an. Sie will mein Ticket sehen, das ich gerade nicht bei mir habe. «Meine Begleitung hat es in der Handtasche und die Handtasche begleitet meine Begleitung», erkläre ich die Situation. «Junger Mann, als Gentleman hätten Sie Ihrer Freundin die Handtasche doch abnehmen müssen!», tadelt eine anwesende Oma, der die Herrenhandtasche ihres Mannes an der Schulter baumelt. «Es ist zu spät jetzt», sage ich. «Sie haben doch Ihr ganzes Leben noch vor sich.» Nur mit einem gültigen Ticket ist die Garderobe umsonst, erklärt das …

Poetry Slam zwischen Gebüschen

Nicht das Wetter zog uns neulich in die Herrenhäuser Gärten – sondern eine Kulturveranstaltung: Zum ersten Mal fand der Poetry Slam von Macht Worte! zwischen gestutzten Gebüschen und goldenen Skulpturen statt. Zwei Stunden vor der eigentlichen Veranstaltung durften wir schon durch die Gärten lustwandeln, das war im Preis enthalten. Wir hatten eine Decke dabei und unser Abendbrot. Ein bisschen rechnete ich damit, dass der Wächter am Eingang sagen würde: «Euer Picknickkorb muss aber draußen bleiben.» Doch der Mann scannte nur unsere Tickets und ließ uns passieren, dann legte er sich wieder schlafen. An unsere Fersen hatten sich drei älteren Damen geheftet, ich werde sie folgend als Omas bezeichnen. Sie hatten drei Sitzkissen dabei. Die gehen bestimmt auch zum Slam, dachte ich und sagte: «Die gehen bestimmt auch zum Slam.» «Aha», sagte Alexa. Egal, welche Wegen wir auch einschlugen, die drei Omas tauchten immer wieder hinter uns auf. Oder vor uns. Neben uns. Sonst war niemand zu sehen. Nach einer Weile fanden wir einen schönen Platz auf einer Wiese, zwischen zwei Bäumen. Wir breiteten unsere Decke …

Joggen in Hannover: Läuft bei uns!

Läufern bietet Hannover als «Stadt im Grünen» viele Möglichkeiten, sich die Beine zu vertreten. Und wo keine Autos fahren, macht das Laufen richtig Spaß. Meine Lieblingsstrecken führen aber auch über Betonwiesen, über Asphalt – und vorbei an gefährlichen Bestien. Eilenriede Die Sonnenstrahlen fallen durch das Blattwerk, das im Wind raschelt. Und es duftet nach frischem Holz und nach feuchter Erde. Der Stadtwald ist wohl der Klassiker unter den hannöverschen Laufstrecken. Hier laufen sie alle: Menschen mit ihren Hunden, Opas mit ihren Falten und ich mit vielen anderen. Ich liebe es, die schmalen Waldwege zu nehmen, die sich zwischen den Bäumen hindurchschlängeln. Und dann liegt da ein umgefallener Baum im Weg, mit einem struppigen Eichhörnchen drauf. Offenbar sind in der Eilenriede diverse Laufstrecken ausgeschildert und markiert, darunter eine Halbmarathon-Strecke und eine kleinere Runde, die nur fünf Kilometer lang ist. Ich muss zugeben, dass ich diese Runden nie gelaufen bin und nie auf irgendwelche Markierungen geachtet habe. Ich laufe lieber drauflos, verirre mich und renne statt der geplanten acht dann halt vierzehn Kilometer. Gruselig ist’s, wenn komische …

Maschseefest: Mangozella und Pommes-Becher

Döner, Garnelen und Mangozella: An den Ufern des Maschsees bieten zahllose Buden eine kulinarische Vielfalt, die Münder befeuchtet und Mägen aufheulen lässt. Eindrücke vom 30. Maschseefest. Es ist Samstag und die Sonne schleudert ihr warmes Licht durch das raschelnde Blattwerk der Bäume. Am Himmel verdirbt keine einzige Wolke den Anblick. So offenbaren sich dem aufmerksamen Betrachter viele Postkartenmotive – denn auf dem Maschsee schwimmen auch noch Schwäne. Wir starten am Pier 51 und machen uns auf den Weg zum Nordufer, wo sich das Epizentrum des Maschseefests befindet. Es duftet nach Pommes, Currywurst und dann auch nach Fisch, weil wir Gosch erreicht haben. Hier machen wir unseren ersten Halt. An einem der Hochtische sitzen Eheleute, die schon seit Ewigkeiten ein Paar sind. Sie sitzen sich schweigend gegenüber, aber ihre Blicke gehen ins Leere. Manchmal nippt der Ehemann an seinem Bier, das in der Sonne goldig funkelt. Dann nimmt er seine Arbeit wieder auf und schaut weiter in die Luft. Die Ehefrau mustert kurz ihren Ehemann und vergewissert sich, dass er noch existiert. Für ein Pappschälchen Scampis …

Schwimmen im Maschsee

Am Himmel spendete keine einzige Wolke Schatten, alles war hell erleuchtet. Also suchten wir unser Badezeug, schlüpften hinein und fuhren zum Südufer des Maschsees, wo sich das Strandbad befindet. Am Eingang war zunächst niemand zu sehen und es kribbelte in meinen Beinen, einfach reinzulaufen, um den Eintritt zu sparen – aber das gute Gewissen beobachtete uns in Gestalt zweier Mädchen, die mit tätowierten Beinen am Eingang standen und willig waren, zu zahlen. Tattoos verblassen und verlaufen, stellte ich fest, während ich versuchte, die Motive zu erkennen, die sich die beiden jungen Frauen ins Beinfleisch hatten stechen lassen. Ein Panzer, ein Totenkopf? Nein, dazu waren die Mädchen zu filigran, zu harmlos; das waren zwei, die Taylor Swift hören – was immer das jetzt heißen soll. Jedenfalls zahlten wir knapp fünf Euro Eintritt für uns beide. (Rabatte gibt’s für uns erst wieder, wenn wir in Rente gehen. Also nie?) Pralle Sonne, blasse Körper Vor uns erstreckte sich eine große Wiese ohne Bäume, ohne Schirme. Nur verbranntes Gras in der prallen Sonne, die blasse Körper briet. Rote Bäuche, …