Alle Artikel in: Essen & Trinken

Viet Kafé – Köstliche Kaffeepause in der Altstadt

Ein Stückchen Vietnam in Hannover: Im Viet Kafé gibt es in gemütlicher Umgebung authentische Speisen und Getränke aus Ostasien. Hier werden auch Veganer satt und glücklich. In der Altstadt gibt es neuerdings ein vietnamesisches Café: das Viet Kafé in der Knochenhauerstraße. Wir sind an einem Samstagnachmittag zu Gast, hinter uns liegt der Besuch des Schuhgeschäfts – ein erfolgreicher Besuch, ich erstand nämlich Handschuhe. Hungrig treten wir an den Tresen und werden lieb und ausgiebig beraten. Es gibt vietnamesische Baguettes (Bánh mì), es gibt Süßes, es gibt vietnamesischen Phin-Kaffee. Der ist köstlich, das weiß ich, und entscheide mich für die warme Variante. Kokos-Kaffee mit Eis Alexa entscheidet sich für einen Kokos-Kaffee mit Eis (und ist begeistert). Heiße Tees gibt es auch; perfekt für kalt-nasse Herbsttage, aber von den sind wir noch ein paar Wochen entfernt. Die Baguettes gibt es mit Hühnchen, Schweinefleisch, mit Omelett und als Veggie-Version (marinierter Tofu-Seitan). Sommerrollen und Suppen komplettieren das Angebot. Unter der Woche gibt es ein Mittagsmenü für knapp 6 Euro. Im Kafé ist es hübsch, deswegen laufen hin und wieder …

Lisboa Café: Süßes in der Südstadt

Großes Glück für Hannovers Südstadt: In der Rehbergstraße in der Nähe vom Stephansplatz eröffnete das Lisboa Café. Hier lässt es sich bei Galão, Pastel de Nata und Vinho wunderbar aushalten. Seit Anfang August befindet sich Lissabon mitten in der Südstadt – seitdem serviert das Lisboa Café heißen Galaõ und süße Pastel de Nata. Die Eröffnung im August war ein voller Erfolg, von der Resonanz war Besitzer Miguel völlig überrascht. Als wir am folgenden Tag am Café vorbeikommen, meinte er nur: «Alles leer!» Kein Wein mehr da – es war ein «wunderschöner Abend». Die Einweihung ist also geglückt, seitdem läuft der Regelbetrieb. An einem schönen Freitag schauen wir nach Feierabend vorbei, setzen uns draußen hin und genießen heißen Kaffee (von der Kaffeemanufaktur). Vor dem Café gibt es einen gemütlichen Außenbereich, der durch Gebüsche abgeschirmt wird. Vier Frauen schieben dort zwei Tische zusammen, damit sie gemeinsam Wein trinken und quatschen können. Ein Liebespaar trinkt Sagres Cerveja aus kleinen Flaschen. Junge Menschen in Anzügen und Kostümen plappern am breiten Stehtisch. Es herrscht eine gelöste Stimmung, fast wie im …

Brechts: Pizza und Vino in der Südstadt

In einem Eckhaus in der Stolzestraße befindet sich das Brechts – eine Weinbar, in der es auch Pizza und Dolci gibt. Um die Ecke kommen wir mit großer Lust auf Genuss. Regen droht aus allen Wolken zu fallen, also schnell hinein in die Gemütlichkeit. Im Eingangsbereich funkelt über unseren Köpfen ein Kronleuchter, an den Wänden sind bemalte Fliesen zu bestaunen. Im Pizza-Ofen lodern die Flammen. Schön hier, gemütlich hier! Das Brechts in der schönen Stolzestraße ist klein und fein. Wir bekommen einen Tisch auf der oberen Ebene, wo bereits ein junger Mann sitzt und wartet. Würden wir ihn nach seinem Namen fragen, er würde sich als Hubert vorstellen: «Hallo, ich bin der Hubert.» Glücklich betrachtet er sein iPhone. Ist das Liebe oder Abscheu? Manchmal will Hubert alle Apps von seinem Telefon löschen, um endlich frei zu sein. Doch das kann er nicht. Und er weiß das auch. (Liebevoll streichelt Hubert das verschmierte Display und seufzt hörbar. Später wird er schmatzend eine Salami-Pizza verspeisen.) Reserviert oder nicht reserviert Wir setzen uns an einen Tisch am Fenster, …

Pizzeria Napoli: Maradona schaut auf uns herab

In der Deisterstraße gibt es die kultige Pizzeria Napoli. Sie ist klein und immer voll, denn die Leute lieben diesen charmanten Ort, an dem Limoncello in Strömen fließt und herrlicher Pizzaduft durch die Luft wabert. Der selbstgemachte Limoncello ist leider leer. Die Leute lieben den. Die Zitronen kommen aus Italien, nur die besten, und das schmeckt man wohl. Ob das wirklich stimmt, müssen wir ein anderes Mal prüfen, wir müssen Geduld haben, müssen wiederkommen. Ich sehe uns im Sommer in der Sonne sitzen und Limoncello schlürfen; unsere Haut ist warm, das Leben schön. Ein Augenblick, der ewig dauern müsste: nur sitzen und genießen und trinken. Das Licht. Die Wärme. Das Lächeln! Die Realität ist jedoch noch weiß und grau. Der Himmel ist eine einfarbige Fläche und die Luft ist kalt. Der Wind weht ein paar Flocken umher. Ist das Asche? Wütend speit der Vulkan die glühende Lava in die Höhe, wütend ergießt sich der Strom über die Stadt und alles verbrennt; ein neues Pompeji. Sechs Sterne für Napoli Wo sind wir überhaupt? In der Pizzeria …

Das Ladencafé: Wem gehört der nice Kuchen?

Ein Sonntag in Linden: People-Watching auf der Limmerstraße und ein fantastischer Kuchen im Ladencafé. Limmerstraße: sonnige Gesichter, kiffende Omas, und Hunde, die ohne Leine laufen dürfen. Schön hier, immer wieder. Aber, ach: Das Café Bohne hat geschlossen – endgültig, für immer. Jemand hat vor dem Schaufenster ein paar Kerzen und Kuscheltiere aufgestellt. Auf zwei Papierblättern steht «Warum?» und «Bohne – Wir vermissen dich». Auch die Bäckerei Doppelkorn nebenan ist bedroht, sie sucht neue Räumlichkeiten. Tja, und irgendwann gibt’s hier nur noch Rossmann, Rewe, Zara – eben all die schrecklichen Geschäfte ohne jeden Charme, die schon die Innenstadt verschandeln. Es ist offenbar keine einfache Zeit, einen Laden zu eröffnen oder ein Café zu führen. Im Ladencafé Linden Nord An der Haltestelle steht Stelldichein-Lisa, sie war vorhin schon auf dem Maschsee segeln und im Café Corner Käsekuchen essen, erzählt sie fröhlich.«Oh, ich will jetzt auch Kuchen», nöle ich wie ein verwöhntes Kleinkind, das jeden Wunsch erfüllt bekommt, weil es sonst die ganze Welt in Stücke haut.Also kehren wir Minuten später im Ladencafé Linden-Nord ein. Besitzerin Tomke behauptet, …

Ein sonniges Plätzchen im Fräulein Schlicht

Im Fräulein Schlicht in Linden gibt es Kaffee und Kuchen – und Hannovers schönsten Hinterhof. Dort sitzen wir und schlürfen Flat Whites und Latte Macchiato mit Hafermilch. Der Fahrtwind zerzaust unsere Haare, das Sonnenlicht kitzelt in der Nase: Wir sind unterwegs auf unseren Fahrrädern, brausen an der Ihme entlang, in Richtung Linden. Im Gras hocken ein paar Jungs und kiffen und kichern. Auf dem Asphalt rollen Skater entlang, schlingern von links nach rechts, verjagen die Tauben. Struppige Hunde tollen herum, jagen bellend Bälle und Libellen. Uns alle hat das herrliche Wetter nach draußen gelockt – wir wollen das Licht und die Wärme auf der Haut spüren. Und wir wollen ein gutes Stück Kuchen essen! Ich niese zwölfmal, meine Nase läuft, meine Augen jucken. Durch die Luft wehen auch Pollen, viele, viele Pollen. Wir rollen vorbei am Ihme-Zentrum, das im Sonnenlicht fast ein bisschen hübsch aussieht. Aber doch nur fast.«Ich hasse Leute, die alles von ihrer scheiß Steuer absetzen», grummelt ein hippes Mädchen, das wir überholen.Für uns geht es hoch zur Leinertbrücke, rüber auf die andere …

Kindai: Sushi in der Südstadt

Die Leserinnen und Leser der Lokalzeitung haben die besten Sushi-Restaurants in Hannover gekürt, was uns wiederum inspirierte, nach Feierabend im Kindai in der Marienstraße einzukehren (Platz 7 im Ranking). Ein Hauch von Tokyo in der Südstadt. Anfahrt. Ich sitze im 121er, vor mir sitzen zwei Frauen, die über Kirchen fachsimpeln. Gemeinsam überlegen sie, wie doch gleich die Kirche heißt, die der Bus zeitnah passieren wird. Sie kommen nicht drauf. Ich weiß die Antwort, will aber nicht helfen. Die Lösung steht außerdem auf dem Bildschirm, der die kommenden Bushaltestellen auflistet. (Die Frauen fahren offenbar nur selten Bus.)Eine dritte Frau, die sorgfältig auf ihrem iPhone herumwischt, lächelt plötzlich, und mischt sich in die Überlegungen ein.«Meinen Sie die St.-Heinrich-Kirche?», trällert sie.«Ja, genau!», bestätigt die eine Frau begeistert, die andere nickt anerkennend und applaudiert.«Ich hab mit einem Ohr mitgehört», gesteht die lauschende iPhone-Besitzerin. Sie unterhalten sich nun angeregt über Kirchen. Ich bin froh, als ich aussteigen kann. Ankunft. Alexa sitzt bereits an einem 4er-Tisch. Draußen sei es zu kalt gewesen, erklärt sie. Ihr Anwalt sagt, sie muss sich nicht …

Köstlich: Syrisches Abendessen im Al-Dar

Schon oft hörten wir Freunde von den leckeren Speisen des Al-Dar schwärmen. Doch erst jetzt haben wir dort einen Tisch für zwei reserviert, um die «Köstlichkeiten der syrischen Küche» selbst zu probieren. Im Innenhof zeigt der Kellner auf einen freien Tisch – unseren Tisch. Wir sitzen keinen Augenblick, schon zündet am Nebentisch eine Frau eine Zigarette an, zieht dran, inhaliert und pustet den Rauch in die Luft. Die Frau heißt Ursula. Ich werde sie hassen lernen an diesem wunderschönen Abend, an dem die Sonne uns mit ihrem Licht verwöhnt, das auf der Haut kitzelt. (Ich niese laut, weil ich diesen photischen Niesreflex habe. «Gesundheit!», ruft jemand von irgendwoher, ich sage «Danke» in alle Richtungen und winke wie die Queen.) Mir war fast entfallen, dass im Freien kein Rauchverbot gilt, sondern nur optionale Rücksichtnahme. Ursula genießt ihre Fluppe in vollen Zügen und ignoriert, dass der Rauch in die Stupsnase eines Mädchens wabert, das zappelnd an einem anderen Nebentisch sitzt und die Welt mit ihren Buntstiften verschönert. Das Mädchen freut sich trotz der schlechten Luft – ich …

Leinau3: Veggie-Burger mal drei

Das kulinarische Angebot auf der Limmerstraße ist groß und umfangreich – doch an vielen Tischen sitzen schon viele Leute. Wo werden wir nur satt? Auf der Limmerstraße ist viel los, Radfahrer überholen die #10 und die #10 überholt einen Trinker, der einhändig eine Bierdose öffnet. Halber Liter vom Rewe. Er kippt einen ordentlichen Schluck auf die Straße, «das bringt Glück», meint er. Den Rest schüttet er sich in die Speiseröhre, das gluckert, lecker, lecker. Wir sind mehr hungrig als durstig und wollen ins Fischers. Dafür brauchen auch wir eine Menge Glück, denn wir haben nicht reserviert. Und es ist Samstagabend. Und unsere Chancen, einen Tisch für drei zu kriegen, sind schlecht, schlecht.«Wir sind ausreserviert», sagen uns die Fischers Fritzen dann auch.Auf den Stühlen liegen ausgebreitete Handtücher und an der Bar wollen wir nicht sitzen. (Unsere Rücken brauchen heute etwas zum Anlehnen.) Also weiter, wieder raus auf die Limmerstraße, wo der Trinker seine zweite Dose aufreißt. Dem geht’s richtig gut heute. Neu in Linden: Das Leinau3 Auf der anderen Straßenseite fällt unser Blick aufs Leinau3, das …

Vegan and Raw: Lecker vegan essen in der Nordstadt

Die Nordstadt wird immer tierlieber. Nach dem Lieb.es hat nun ein rein veganes Restaurant eröffnet. Das Vegan and Raw verzichtet auf tierische Inhaltsstoffe. So viel vorweg: Man muss kein Veganer sein, um dieses Essen zu lieben! Julia und ich haben zwei Dinge gemeinsam, die uns immer wieder neue Lokale in Hannover entdecken lassen: 1. Wir lieben essen gehen, und 2.) wir lieben veganes Essen. Mit letzterer Gemeinsamkeit stehen wir im Freundeskreis bislang leider alleine da. Umso entschlossener beschließen wir, dass wir unbedingt das neu eröffnete Vegan and Raw in der Nordstadt ausprobieren müssen. Gesagt, getan: Wir treffen uns in der Hahnenstraße, die von der Lutherkirche abgeht, und betreten den kleinen sympathischen Laden. Geführt wird das Vegan and Raw von Simona und Björn, die sich selbst auch rein pflanzlich ernähren. Der Dielenboden, die Lichterketten und die aufbereiteten Holzmöbel erzeugen von der ersten Sekunde an eine Wohlfühlatmosphäre. #hygge! Über dem Tresen hängt die Karte in handgeschriebenen Lettern. Neben Burgern, veganem Gyros und Salaten gibt es im Vegan and Raw eine wöchentlich wechselnde Karte. Heute gibt es Karotten-Quark-Auflauf. Quark? Vegan? Ich frage …

Lieb.es: Salate in der Nordstadt speisen

Wir verlassen die Südstadt und gehen fremd mit der Nordstadt. Auf dem E-Damm flanieren wir im Gegenwind und speisen im Lieb.es – dem neuen Ableger vom Love It Healthy. Die Böen können sich nicht entscheiden, kommen mal von vorne, mal von hinten, schieben uns weg, schieben uns an. Mit großer Freude zerfetzt der Wind unsere Frisuren und weht Eiskugeln aus Eisbechern. Kinder weinen, Väter trösten. Wir sind trotz Gegenwind rasant unterwegs, denn wir haben einen starken Antrieb: Hunger. Mit letzter Kraft erreichen wir die Nordstadt, den E-Damm, das Lieb.es. Draußen ist die Sonne gerade hinter den Häusern verschwunden, also gehen wir rein, da ist es warm und windstill. Die Bedienung begrüßt uns auf netteste Art und Weise. Wären doch alle Menschen so lieb und freundlich, zum Beispiel Taxifahrer, Polizisten und Politiker. Die Welt wäre eine bessere. Wir schauen nach dem besten Platz, doch auf dem sitzt schon Alina, der das Lieb.es und das Love It Healthy gehören. Sie kriegt hier alles umsonst, denke ich. Wir sitzen dann ganz hinten auf dem Sofa, dem zweitbesten Platz im …

Lieblingsbar in Herrenhausen

Zugegeben: Bisher hatte ich Hannover-Herrenhausen als Stadtviertel für kulinarische Highlights nicht unbedingt auf dem Schirm. Doch das könnte sich nun ändern – denn die neue Restaurant-Bar LieblingsBar birgt großes Potential. Bereits ein paar Tage vor der offiziellen Eröffnung darf ich mit ein paar anderen Bloggern einen Blick hinter die Kulissen der Lieblingsbar in Hannover-Herrenhausen werfen. Manuel Mauritz empfängt uns warmherzig. Noch wenige Tage bis zur Eröffnung seines ersten eigenen Restaurants. Manu ist super geduldig mit uns, trotz der Aufregung, wie es uns gefallen wird. Voller Stolz berichtet er uns von dem Konzept, das er monatelang mit dem gemeinsamen Inhaber Chi Trung Khuu ausgearbeitet hat. Monopoly vorm Kamin Die Lieblingsbar ist für alle da: Für Jung und Alt, für Müde und Wache. Auch Oma im Rollstuhl könnt ihr mitnehmen, denn das Lokal ist barrierefrei.«Wir möchten, dass die Lieblingsbar ein Ort für Freunde und Familien wird, an dem sie zusammenfinden können. Wo sie es sich mit einem guten Drink vorm Kamin gemütlich machen und ein Gesellschaftsspiel spielen können. Wo sie einfach mal Zeit für sich haben, ganz ohne …

Eliniko: Griechisch schlemmen in der Südstadt

An einem Abend im Spätsommer tafeln wir im Eliniko in der Marienstraße. Der «innovative Grieche» verspricht «erlesene Speisen». Ein verlockendes Versprechen. Feierabend, wir sind frei. Es ist Spätsommer und die Sonne steht tief am Himmel und erinnert uns daran, dass bald die Bäume ihre Blätter abwerfen und eisige Winde wehen. Weil ich Geburtstag habe, darf ich mir das Restaurant fürs Abendessen aussuchen.«McDonald’s!»«Nein», sagt Alexa.«Burg–»«Nein.»Am Ende fällt die Auswahl auf das Eliniko in der Marienstraße, denn nach Pommes und Burger mag ich Pommes und Gyros am liebsten. Der innovative Grieche Der «innovative Grieche» verspricht ein «wunderbares Ambiente» und «erlesene Speisen». Mir ist einfach nur nach Gyros und Suflaki – ich bin halt ein einfaches Gemüt (und krieg selten mit, wie mir geschieht). Im Eliniko gibt es aber auch ausgefallenere Sachen, die mit Fleisch zu tun haben. Und auch Vegetarier sollen im Eliniko satt werden – das beruhigt Alexa, die manchmal mit dem Veganismus liebäugelt und sich viel, viel gesünder ernährt als ich. (Kein Wunder, dass Frauen viel älter werden als Männer. Immerhin rauche ich nicht und …

Boca Chica: Karibisches Abendessen

Im Boca Chica wollen wir unsere Geschmacksnerven mit «karibischen Köstlichkeiten» verwöhnen. Wir fahren durch den dichten Verkehr in die Innenstadt. Unser Ziel ist das Boca Chica in der Calenberger Neustadt. Das Restaurant liegt in der Oeltzenstraße, eine Seiteneinbahnstraße, die von der Königsworther Straße abgeht. Gekonnt zirkelt Alexa ihren Opel in eine schmale Parklücke. Wir steigen durch den Kofferraum aus. Die Sonne scheint schön in die Straße, alles ist goldig. Vor einem Hauseingang sitzen ein paar SoWi-Studenten in weichen Sesseln und essen Pizza direkt aus dem Pappkarton, trinken Wein aus dem Tetrapak. So lässt sich das Leben aushalten. Wir winken und gehen weiter. Im Boca Chica ist noch nicht viel los: Drinnen sitzen nur ein Mann ohne Haare und seine Frau ohne Frisur. Verträumt schauen sie aus dem Fenster. Geweitete Pupillen, schweifende Gedanken. Wie gern sie doch wieder Studenten wären. Wir setzten uns nach draußen, das angekündigte Gewitter ist vorbeigezogen. Nur der Wind frischt etwas auf und rüttelt die Sonnenschirme kräftig durch. Es regnet kleine Ameisen, die hoch hinaus wollten. Alexa wählt Verdura a la Mexico …

Frühstück im Familien-Café Rockzipfel

Im Café Rockzipfel dürfen Kinder toben, kreischen, spielen – und niemand guckt genervt. Wir wagen uns hinein, obwohl wir keine Kinder haben. Zum zweiten Frühstück kehren wir heute im Rockzipfel ein, das sich selbst mit kleinem r klein schreibt, denn das charmante Café begrüßt auch kleine Gäste mit offenen Armen. Für Kinder gibt es drinnen eine Art Gehege, in dem sie toben können, während sich die müden Eltern mit starkem Kaffee in den Tag pushen. Draußen steht noch eine kleine Rutsche – und am Eingang steht Luisa-Maria-Sophie im bunten Kleid und mit langen Zöpfen.«Mamaaa, kommaaa», ruft sie und trippelt zaghaft ins Café mit ihrem Roller. Dann hilft sie ihrer kleinen Schwester, die kaum laufen kann, weil sie hart gefeiert hat und jetzt einfach nur einen Kaffee braucht, schwarz, und dazu das «Hausboot»-Frühstück mit Lachs. Ich entscheide mich fürs «klein & süß» (4,90€) plus Ei (80 Cent), weil ich 1.) schon ein bisschen vorgegessen habe, heute Morgen, weil ich mit leerem Magen nicht funktioniere, und 2.) weil das Frühstück halt süß sein muss. Bin ja kein …

Fischers in Linden-Nord: Mexikanische Gemütlichkeit

Die Limmerstraße in Linden besticht durch kulinarische Vielfalt – und das Fischers überzeugt mit leckeren Tortillas und entspannter Atmosphäre. Wegen der gelb-beigen Fassade sieht das Fischers von außen aus wie eine urige Kneipe. Hinterm Tresen stellt man sich unweigerlich einen Manfred Fischer vor, der von früher fabuliert. Manfred raucht viel und gestikuliert mit gelben Fingern in der stickigen Luft herum. Er lacht hustend über seine eigenen Witze. Mit der Wahrheit hat das aber nichts zu tun: Das Fischers ist keine urdeutsche Kneipe – sondern ein charmanter Mexikaner, der auch von innen wie keiner aussieht. Hier bedienen keine Manfreds mit gelben Händen, sondern junge Menschen mit zarter Haut, die bestimmt in Linden leben und nebenbei ein bisschen studieren. Ein Mädchen trägt auf einem runden Tablett viel Bier herbei und balanciert die schweren Gläser über unseren Köpfen. Dann kracht das alles zusammen, scheppert und klirrt, und das Bier schwappt auf den Holzboden. «Mein erster Tag», erklärt sie und tupft mit Papiertüchern den besoffenen Boden ab. Im Fischers duzen sich alle, was ich toll finde. Am liebsten würde …

Tesoro: Schatz in der Südstadt

Pasta, Saltimbocca und Tiramisu – wir genießen das süße Leben und verwöhnen unsere Gaumen im Tesoro an der Marienstraße. Wir sind spontan und gehen ins Tesoro. Mit etwas Glück bekommen wir einen guten Tisch, mitten im Geschehen, allerdings nicht an der großen Fensterfront. Das Restaurant ist elegant eingerichtet, die Bar leuchtet und taucht den ganzen Raum in lilafarbenes Licht. Der Chef kommt herbei. Erläutert die Wochenkarte, schaut dabei zu seinem Kollegen, der an der Bar Bier zapft. Italienische Worte fliegen durch die Luft, abbondanza!, dann der Hinweis an uns, dass es heute Pasta mit Trüffeln gibt. Für das Studium des restlichen Angebots bekommen wir zwei Speisekarten in die Hände gedrückt. Am Tisch an der Wand sitzt ein junger Mann. Er hat ein Date mit seinem Smartphone, streichelt es liebevoll und wiegt es in der Hand, schaut dem Telefon tief ins Display. Da knistert es, da funkt es: WLAN und LTE, fünf Balken. Am 2er-Tisch am Fenster sitzt ein Pärchen und betrinkt sich schweigend mit San Pellegrino. Ordern wir auch gleich. Am 4er-Tisch sitzen zwei Paare, …

Gondel: Edel essen im Georgspalast

Im Untergeschoss des GOP Hannover befindet sich das Restaurant Gondel. «Kochkunst ohne Schick-Schnack», heißt es auf seiner Webseite. Wir haben das schicke Lokal im Georgspalast besucht. Um 17 Uhr betreten Julia und ich den Georgspalast gegenüber dem Opernhaus. Wir haben unsere Reservierung vor der GOP-Show, die um 18:30 Uhr startet. Wir schreiten die mit rotem Teppich bedeckte Treppe hinab in das Untergeschoss und steigen ein in die Gondel, wo wir von drei freundlichen Mitarbeitern empfangen und erwartet werden.«Oh cool, die Stadtblogger sind da, herzlich willkommen!», freut sich das Mädchen im gepunkteten Blüschen. Sie führt uns zu einem runden Tisch in der Ecke, von dem aus wir die gesamte Gondel im Blick haben. Hier sieht alles so wunderschön aus: wunderschöne Tapeten, wunderschöne Gläser auf den Tischen, wunderschöne Fische, die durch das Aquarium blubbern. Julia und ich müssen uns ein wenig an diese Schönheit gewöhnen. Wir fühlen uns wie in einem Fünf-Sterne-Hotel, durch das man mit großen Augen läuft und erstmal alles anstarren muss. Hier ist alles schick und geschmackvoll, und gleichzeitig unfassbar gemütlich. Die ruhige Hintergrundmusik gibt …

Mimi’s Thai Kitchen – Zuwachs in der Südstadt

In der Hildesheimer Straße hat ein neuer Thailänder eröffnet. Mimi’s Thai Kitchen verspricht authentische Gerichte ohne Geschmacksverstärker. Die müssen wir probieren! Die letzte Fußgängerampel vor dem Ziel ist rot und der Verkehr ist zu dicht. Also warten wir, wie es der Aufkleber an der Ampel empfiehlt. Von hier aus sehen wir bereits das hell erleuchtete Lokal. «Es ist bestimmt voll», orakelt Daniel. Heute ist in der HAZ ein Artikel über Mimi’s Thai Kitchen erschienen, den auch wir gelesen haben, der auch uns gelockt hat. Er würde die ganze Südstadt in den Laden treiben. Und so ist es auch: Die wenigen Tische sind alle besetzt, von zeitungslesenden Südstädtern. Sie schenken uns mitleidige Blicke. Oder ist das hungrige Lethargie, die einen nach Feierabend lähmt? «Die sind hier alle um halb sechs reingekommen, es kann also eine Weile dauern», sagt die Bedienung. Er will uns aber einen Tisch reservieren, wir können in einer drei viertel Stunde wiederkommen. Abgemacht. Wir reisen durch die Zeit mit einer Geschwindigkeit von einer Minute pro Minute. Dann sind wir wieder da, pirschen uns …