Alle Artikel mit dem Schlagwort: Mittagessen

Limmern in Linden – aber ohne Bier

Die Limmerstraße ist die kultigste Straße in Hannover. Abends und in der Nacht chillaxen hier dürre Studenten in den Häusereingängen, trinken Herri und flirten mit der rauchenden Barfrau, die gleich wieder rein muss, Cocktails mixen. Wir flanieren am frühen Nachmittag die Limmerstraße entlang, statt Bier trinken wir Sprite und Apfelschorle. Wir sind halt alt. Wir parken in der Kochstraße, wo jemand Herzen an die Wände gemalt hat. Und einen «Superpenis». Ein Mädchen sitzt im Fenster und raucht, der Qualm verwirbelt in der klaren Luft. Eine Weile habe auch ich in dieser Straße gewohnt, aber meine Nachbarn waren alle irre, wahnsinnig und süchtig nach dem lauten Leben. Für mich war das irgendwann zu anstrengend, etwa wenn nachts um 4:00 Uhr Rammstein durch die Hinterhöfe brüllte. Ich schaue in das Fenster meiner alten Wohnung. Sie haben meine Vorhänge hängen lassen. Nach einem kurzen Besuch bei der Sparkasse stehen wir am Anfang der Limmerstraße. Rechts stehen zwei Türken und fachsimpeln über ein Smartphone, das der eine in der Hand hält und es liebevoll betrachtet.«Samsung S6», sagt er und …

Mittagspause bei den Soupsisters

Die Einkaufstüten sind voll, aber der Magen ist leer – höchste Zeit für ein Mittagessen. Schlemmer-Möglichkeiten gibt es in der City viele. Wir entscheiden uns für Suppe und Sandwich. Langweilig? Lecker! Alle Menschen, die in Hannover leben, sind an diesem Samstag aufgebrochen und treten sich in der Innenstadt auf die Füße, zerren Plastiktüten durchs Gedränge, zwischen Beinen hindurch, vorbei an den Punks, die einer Frau «Guten Appetit!» hinterher brüllen. Die Frau beißt im Gehen in einen Döner, ein Kunststück, das viel Mut & Können erfordert. Früher habe ich mir gern einen Gyrosfladen geholt, da unten am Kröpcke, neben der kleinen Pizzabude, wo es diese geile Pizza gab. Tempo-Treff hieß das. Nach einigen Einkäufen machen wir Mittagspause am frühen Nachmittag. Josi hat uns das Soupsisters in der Osterstraße empfohlen, also schleppen wir uns mit letzter Kraft dorthin. Draußen ist ein Tisch frei, an den wir uns setzen – es ist November und wir können im Freien essen! Am Schaufenster ist eine Sitzbank angebracht mit gemütlichen Sitzpolstern. Neben uns sitzt eine Frau, die ein dickes Buch liest. …