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Limmern in Linden – aber ohne Bier

Die Limmerstraße ist die kultigste Straße in Hannover. Abends und in der Nacht chillaxen hier dürre Studenten in den Häusereingängen, trinken Herri und flirten mit der rauchenden Barfrau, die gleich wieder rein muss, Cocktails mixen. Wir flanieren am frühen Nachmittag die Limmerstraße entlang, statt Bier trinken wir Sprite und Apfelschorle. Wir sind halt alt.

Wir parken in der Kochstraße, wo jemand Herzen an die Wände gemalt hat. Und einen «Superpenis». Ein Mädchen sitzt im Fenster und raucht, der Qualm verwirbelt in der klaren Luft. Eine Weile habe auch ich in dieser Straße gewohnt, aber meine Nachbarn waren alle irre, wahnsinnig und süchtig nach dem lauten Leben. Für mich war das irgendwann zu anstrengend, etwa wenn nachts um 4:00 Uhr Rammstein durch die Hinterhöfe brüllt. Ich schaue in das Fenster meiner alten Wohnung. Sie haben meine Vorhänge hängen lassen.

Nach einem kurzen Besuch bei der Sparkasse stehen wir am Anfang der Limmerstraße. Rechts stehen zwei Türken und fachsimpeln über ein Smartphone, das der eine in der Hand hält und es liebevoll betrachtet.
«Samsung S6», sagt er und der andere nickt wissend.
«Gut, ey.»

Käse schimmelt nicht …

Käse schimmelt nicht …

Die #10 kriecht vorbei wie eine riesige grüne Raupe aus Stahl, Glas und Plastik. Plötzlich bleibt sie stehen. Ein grauer VW Golf mit HI-Kennzeichen steht da ziemlich ungünstig – nämlich voll im Weg. Kein Durchkommen für die Straßenbahn, die in ihren Schienen gefangen ist. Sie klingelt schrill, bis der Golf sich endlich in Bewegung setzt und die Straße freigibt.
Meine Lieblingsstraßenbahnfahrerin flucht die ganze Zeit lautstark und klingelt sich den Weg frei. Leider fahre ich viel zu selten mit ihr.

Die 10 kriecht vorbei wie eine riesige grüne Raupe.

Die #10 kriecht vorbei wie eine riesige grüne Raupe.

Wir essen bei Mr. Thang, meinem Lieblingsvietnamesen in Hannover. (Ist aber auch der einzige Vietnamese, den ich kenne, ehrlich gesagt.) Als ich noch um die Ecke lebte, habe ich mir hier öfter mein Mittagessen geholt.
Alexa entscheidet sich für ein Erdnuss-Kokos-Curry mit Reis, Wokgemüse und Tofu. Ich möchte was von der Mittagskarte, doch die gilt nicht am Wochenende, sagt das Mädchen, und ich sage «Schade» und nehme Hühnchen in Teriyaki-Soße. Lecker, lecker – und günstig, günstig.

«Auch für Männer»: das Taschenmesser.

«Auch für Männer»: das Taschenmesser.

Nach dem Essen gehen wir weiter, draußen scheint die Sonne und ich scha—
«Da will ich hin!», schreit Alexa plötzlich und rennt davon. Fahrradfahrer erschrecken, als sie einfach über die Straße huscht.
Und dann stehen wir im Riva, ein kleiner Laden, der dem Maranolo ähnelt. Hier gibt es viel Dekokram, Postkarten, Notizblöcke, Pip-Tassen und -Teller. Und es gibt ein Taschenmesser, auf dessen Packung ein Schildchen klebt, auf dem steht: «Auch für Männer».
Männer lieben scharfe Sachen, zum Beispiel Chili. Das gibt im Pfefferhaus, in dem wir etwas später stehen und nicht so richtig wissen, ob wir nun Chili oder Pfeffer kaufen sollen oder doch eine BBQ-Sauce. Eigentlich ist uns nach was Süßem, also kaufen wir beim Bio-Bäcker einen Schoko-Scone und einen Schoko-Muffin.
«Wie schmeckt der?»
«Komisch, irgendwie. Nicht so lecker», sagt Alexa und verzieht das Gesicht. «Voll öko!»

Die einen fahren VW Golf, die anderen ’ne pinke Vespa.

Die einen fahren VW Golf, die anderen ’ne pinke Vespa.

Auf dem Rückweg kommt uns Zappa-Jesus entgegen. Sein schwarzer Mantel flattert im Wind, wie seine grauen Haare. Sein Anblick erinnert mich an meinen ehemaligen Lieblingsnachbarn, der Rammstein-Fan, der keinen Schlaf brauchte. Als Gürtel diente ihm eine Schnur, die er sich durch seine Jeans gezogen hatte. Ich war ja froh, dass er überhaupt eine Hose trug! Nachts drehte er öfter völlig durch und stritt lautstark mit seinen Dämonen. Tagsüber stand er mitten auf der Straße und fotografierte den Himmel.
Von einer Straßenbahn hätte der sich niemals vertreiben lassen.

10 Kommentare

  1. Frank Fricke sagt

    Als ich euren Blog entdeckt habe, habe ich mich sehr gefreut: endlich ein Blog über Hannover!
    Leider wurde ich ziemlich enttäuscht: total oberflächlich, sehr geringer Informationsgehalt. Das zieht sich durch alle Beiträge durch, die ich gelesen habe. Wenn ihr zb über den Vietnamesen schreibt, fehlt jegliches Detail. Warum ist der so lecker? Ist er irgendwie besonders?
    Dazu diese absolut sinnlos eingestreuten textfetzen. Zb über die Türken. Was bringen die? Sollen sie die Atmosphäre rüber bringen? Leider klappt das überhaupt nicht…

    Schade schade. Hab echt etwas mehr erwartet

    • Hey Frank,

      danke für deine Anmerkungen!

      In dem Text geht es nicht darum, eine Fülle an Informationen zu vermitteln oder eine ausführliche Gastro-Besprechung zu liefern. Der Text zeichnet eher ein launisches Stimmungsbild und versammelt ein paar Beobachtungen, die ich gemacht habe (die beiden Türken, der Golf etc.).

      Wir probieren noch aus und suchen unseren Stil – vielleicht schaust du trotzdem hin & wieder vorbei, vielleicht entwickelt sich hier ja etwas, das dir irgendwann gefällt. 😉

      Gruß
      Daniel

  2. Limmern ist mehr! sagt

    Ich schließe mich Frank Fricke an und ärgere mich ein wenig, diesen Text gelesen zu haben. Viel zu wenig Inhalt und zu viel banaler Alltagsquatsch. Sorry, aber das geht wirklich viel besser!

  3. Sabine sagt

    Ich bin in Hannover geboren und musste zum Glück noch nie woanders leben 🙂
    „Gelimmert“ habe ich aber noch nie. Dank eures Blogs werde ich das jetzt unedingt mal machen und freue mich schon darauf!
    Schöner Beitrag!

  4. Thorben sagt

    „Rechts stehen zwei Türken und fachsimpeln über ein Smartphone, das der eine in der Hand hält und es liebevoll betrachtet.
    «Samsung S6», sagt er und der andere nickt wissend.
    «Gut, ey.»“

    Hast du sie nach dem Ausweis gefragt? Oder bist du davon ausgegangen das es sich bei Personen mit schwarzen Haaren die „Gut ey“ sagen ja nur um Türken handeln kann. (Deutsche sagen sowas schließlich nicht).
    Sorry, sowas stößt mir immer übel auf.

    Wie andere schon angemerkt haben ist der Text recht oberflächlich. Als Hinweis zum Golf wäre z.B. ganz gut gewesen das dort keine Autos fahren dürfen.
    Warum „voll Öko“ eine Erklärung ist das etwas schlecht schmeckt kapier ich jetzt auch nicht ganz. Mir schmecken die Muffins im „Doppelkorn“ oder das Eis im „Bohne“ auf jeden Fall deutlich besser als der 0815 Kram vom Fließbandbäcker.
    Anyway, schön das mal jemand einen Hannoverblog versucht.
    Die meisten Beiträge scheinen allerdings eher Komsumberichte zu sein und ich als Linden-Nord-Gutmensch bin dann evtl. nicht die Zielgruppe.

    • Hey Thorben,

      dein Einwand ist durchaus berechtigt: Ist es relevant, welche Nationalität die beiden Smartphone-Fans im Pass stehen haben? Ne! Genauso gut hätte ich einfach «zwei Männer» schreiben können. Wobei: Ist das Geschlecht relevant? Auch nicht. Also «zwei Menschen»? Hm.

      Das mit der politisch korrekten Sprache ist echt schwierig. Und ich habe mir nun einfach mal die literarische Freiheit genommen, die beiden knapp als Türken zu bezeichnen. Ist ja schließlich keine Beleidigung. Wären es zwei alte Männer gewesen, hätte ich «zwei Opas» geschrieben. Und wenn sie sich geknutscht hätten (mit Zunge und Fummeln), wären daraus gar «schwule Opas» geworden.

      Wenn etwas «völl oko» schmeckt, dann fehlt Leichtigkeit/Fluffigkeit, das ist klar. 😉

      Gruß
      Daniel (ehemaliger Linden-Nord-Bewohner, jetzt: hedonistischer Konsummensch)

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