Relaunch! Wir machen unsere Website neu, deshalb sieht sie stellenweise etwas seltsam aus.

Frühstücks-Happy-Hour im Café Safran

Von Gastautor · 21. November 2015

Wer bei Happy Hour nur an Cocktails denkt, kennt das Café Safran noch nicht. Rebecca und Melanie vom Blog Stadtnotizen testen das Frühstück in dem beliebten Ecklokal.

Eine Scheibe Toast bleibt immer übrig, prophezeit Rebecca und stellt das halbvolle Brotkörbchen auf der Fensterbank ab. Der Tisch ist zu klein für all die Köstlichkeiten, die uns gebracht wurden. Ich schaue auf meinen Teller: Die obere Hälfte meines Kürbiskernbrötchens ist turmhoch mit Käse, Lachs, Salat und Paprika belegt. Ich schaue zu Rebeccas Teller hinüber. Da liegt ein Marmeladenbrötchen. Rebecca sieht meinen leicht verschämten Blick und grinst. Sie mag ihr Frühstück süß und puristisch – ich mag es herzhaft und opulent.

Frühstück Hannover

Die geknoteten Lampenkabel vertragen sich nicht mit den Lampenschirmen von Ikea.

Harry & Sally zum Frühstück

Es gibt hier zum Glück ein passendes Angebot für uns beide. Harry&Sally heißt es, ein Frühstück für zwei, das neben John Belushi (1 Tasse Kaffee, 1 Gauloises-Zigarette, 1 Kaugummi) und Madame Tussauds (Spiegeleier auf Bacon, 3 Rostbratwürstchen) den Charakter des Café Safran in der Calenberger Neustadt wunderbar beschreibt. Die Namen auf der Frühstückskarte, die verschiedene Frühstücksvariationen vorstellen, bilden ein popkulturelles Ensemble aus Filmtiteln, berühmten Schauspielern und Lifestyle-Angeboten wie dem Wellnessfrühstück. Es gibt keine Struktur, es gehört einfach alles zusammen. Auch die Besucher sind auf den ersten Blick sehr verschieden. Junge Familien, Paare, ältere Herren, Studierende, Menschen in Businessklamotten. Aber sie alle sitzen kauend und scherzend beieinander. Das Café ist gut besucht – ein Sprechen, Raunen und Lachen ersetzt die übliche Lounge-Musik. Wir fühlen uns wohl.

Frühstück in Hannover

Die meterhohen Säulen passen sehr gut zum Stuck an der Decke.

Stuck, Säulen, Shabby Chic

An unseren Harry&Sally-Proseccos nippend sehen wir uns genauer um. Auch die Einrichtung folgt keinem erkennbaren Konzept. Der PVC-Boden im Thekenbereich des Café Safran passt nicht mit den Dielen im Sitzbereich zusammen, die meterhohen Säulen rechts und links der Theke passen allerdings sehr gut zum Stuck an der Decke. Die geknoteten Lampenkabel vertragen sich nicht mit den Lampenschirmen von Ikea, die gusseisernen Geländer harmonieren hingegen gut mit den runden Tischen. In einem Stadtführer hieße das Shabby Chic, wir finden es einfach gemütlich.

Rebecca und ich bestellen noch mehr Kaffee in Schalen (eine Schale ist die einzig akzeptable Größe für einen Kaffee). Durch die riesigen Fenster beobachten wir auch das Treiben draußen. Im Zehn-Minuten-Takt hält eine Stadtbahn an der Glocksee. Fahrradfahrer und Fußgänger ziehen am Safran vorbei. Ich krümele beim Brötchenessen, fast wie zu Hause. Nach zweieinhalb Stunden sind wir wohlig entspannt und pappsatt. Rebecca hat Recht behalten: Eine Scheibe Toast ist übrig geblieben.

Café Safran
Königsworther Str. 39
30167 Hannover

[lightgrey_box]Rebecca und Melanie sind für ihren Blog Stadtnotizen in Hannover und anderen Städten Deutschlands unterwegs. Sie sind dabei immer auf der Suche nach Begebenheiten, die den Alltag besonders machen. Frühstücken in guten Cafés gehört unbedingt dazu.[/lightgrey_box]

Ein Stadtblog an der Leine