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Meteora: Gyros, Suflaki – oder beides?

Wer dieses Blog aufmerksam liest, wird unsere Vorliebe für Pizza und Salate bemerken. Doch wir können auch anders: An einem verschneiten Sonntagabend haben wir uns auf den Weg nach Hannover-Mitte gemacht, um das Meteora zu besuchen – ein Grieche, von dem die ganze Stadt schwärmt.

Ein eiskalter Gegenwind schneidet in unsere Gesichter. Die letzten Meter sind die schlimmsten. Es ist kurz nach 18 Uhr, das Meteora hat seit eben geöffnet. Wir sind pünktlich wie zwei Rentner, die morgens um 7:59 Uhr vor dem Edeka stehen und die allerersten sind. Im Meteora sitzen aber schon andere Paare, die noch hungriger und pünktlicher als wir waren. Rechts von uns diniert ein dicker Mann mit seiner Frau. In seinen Nackenfalten glänzt der Schweiß. Essen ist anstrengend, kostet Kraft. Seine Ehefrau ist sehr blond, sie würde rauchen, wenn sie dürfte. Die beiden sind jeden Sonntag hier, sie haben einen Stammplatz. Daneben sitzt ein junges Paar, das sehr langweilig ist: Sie gehen manchmal zu IKEA, gucken abends VOX.
Huch, das sind ja wir.

Wir sitzen am Kamin, der aus ist. Ich sitze mit dem Rücken zum Raum und wäre einem Attentäter völlig ausgeliefert. Alexa sitzt in einer gemütlichen Ecke, sie ist sicher. Die kleine Familie, die schräg hinter ihr Platz nimmt, kann sie nicht sehen. Alexa muss sich auf meine Beschreibungen verlassen: «Vater, Mutter, Kind.»
Das Mädchen ist voller Energie, ihre Eltern sind endlos müde. Die Kleine zappelt umher, wippt und wackelt, dann springt sie auf, rennt zum Kellner, fragt: «Hast du einen Strohhalm?»
«Na klar!»
Ihre Eltern schweigen, schweigen, schweigen. Der Vater trinkt in großen Zügen aus seinem Weizenbierglas. Vielleicht hofft er, zu ertrinken. Seine Frau schaut sich das an und mehr nicht.

Meteora Speisekarte

Reis-Kuppel, Mikado-Pommes und Gyros-Haufen: lecker.

Reis-Kuppel, Mikado-Pommes und Gyros-Haufen: lecker.

Gyros oder Suflaki?

Der Kellner kommt an unseren Tisch. Nennt man die eigentlich noch so? Kellner? Egal, wir haben Hunger und ich bestelle Gyros, nachdem ich eine Weile mit mir gerungen habe: Gyros oder Suflaki? Oder beides? Lieber nur Gyros.
Alexa findet auf der Karte eine knappe Auswahl vegetarischer Speisen, sie entscheidet sich für «Zucchini-Taler mit Ravioli und Gemüse».

Als Aperitif bekommen wir zwei Ouzo. Ich dachte, die kommen erst am Ende, zur besseren Verdauung. Wir dürfen uns außerdem Salat von einem kleinen Büfett holen, das nur von einer Seite zugänglich ist. Als ich da ankomme, ist niemand da – aber ich habe meinen kleinen Teller auf unserem Tisch stehen lassen. Kehre deshalb zurück, nehme den Teller in die Hand, und gehe zurück zum Büfett.
Dort stehen plötzlich fünf Menschen, alle mit Tellern in den Händen. Ich kehre um. Keine Lust aufs Anstehen, trotz Hungers.

Als ich wieder sitze, kommt schon unser Essen. Diese Schnelligkeit ist einerseits natürlich toll, weil wir sehr hungrig sind. Andererseits gehört das Warten und die Vorfreude zu einem Restaurantbesuch doch dazu. Es ist gemütlicher, wenn wir noch ein paar Minuten haben, um noch ein wenig über die Tischnachbarn zu lästern, ehe jede Aufmerksamkeit dem Essen gilt.

Tiramisu beim Griechen.

Tiramisu beim Griechen.

Geschmacksurteil

Das Gyros ist sooo lecker! Schön knusprige Stücke, aber doch auch saftig und nicht zu fettig. Kein bisschen zäh. Wirklich toll. Dazu gibt es ein bisschen Reis, der als Kuppel auf dem Teller liegt, und ein paar Pommes, die wie Mikadostäbchen auf dem Teller liegen. Und da liegen auch: Zwiebeln. Ich habe vergessen, sie abzubestellen, also muss ich mein Essen zunächst aussortieren. Zwiebeln sollten nur auf ausdrücklichen Wunsch auf Speisen abgelegt werden, finde ich. (Die Regierung sollte einschreiten.)

Die Portion ist ziemlich klein – oder mein Hunger ist zu groß. Das alles ist schnell aufgegessen. Hätte ich mal beides genommen, Gyros und Suflaki! Jetzt bleibt mir noch der Salat als Nachspeise, die eigentlich als Vorspeise gedacht war.
Weil ich dann immer noch hungrig bin, bestelle ich als Nachnachspeise ein Tiramisu. Es ist gut, aber nicht so gut wie das Tiramisu im Mio Mio – das war viel cremiger und mmmmmh. Für exzellentes Tiramisu sind nun mal die Italiener zuständig. Dafür brilliert das Meteora mit seinen griechischen Speisen. Das Lokal gehört nicht ohne Grund zu den besten der Stadt.

Meteora
Hamburger Allee 37
30161 Hannover

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