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Poetry Slam zwischen Gebüschen

Nicht das Wetter zog uns neulich in die Herrenhäuser Gärten – sondern eine Kulturveranstaltung: Zum ersten Mal fand der Poetry Slam von Macht Worte! zwischen gestutzten Gebüschen und goldenen Skulpturen statt.

Zwei Stunden vor der eigentlichen Veranstaltung durften wir schon durch die Gärten lustwandeln, das war im Preis enthalten. Wir hatten eine Decke dabei und unser Abendbrot. Ein bisschen rechnete ich damit, dass der Wächter am Eingang sagen würde: «Euer Picknickkorb muss aber draußen bleiben.» Doch der Mann scannte nur unsere Tickets und ließ uns passieren, dann legte er sich wieder schlafen.

Schloss Mühlenhof ...

Schloss Mühlenhof …

An unsere Fersen hatten sich drei älteren Damen geheftet, ich werde sie folgend als Omas bezeichnen. Sie hatten drei Sitzkissen dabei.
Die gehen bestimmt auch zum Slam, dachte ich und sagte: «Die gehen bestimmt auch zum Slam.»
«Aha», sagte Alexa.

Das güldene Gartentor.

Das güldene Gartentor.

Es war gar nicht so einfach, die Blase zu entleeren, denn die portalen WCs hatten etwas Schieflage.

Es war gar nicht so einfach, die Blase zu entleeren, denn die portalen WCs hatten etwas Schieflage.

Egal, welche Wegen wir auch einschlugen, die drei Omas tauchten immer wieder hinter uns auf. Oder vor uns. Neben uns.
Sonst war niemand zu sehen.

Bäumchen, Blümchen, Kies.

Bäumchen, Blümchen, Kies.

Nach einer Weile fanden wir einen schönen Platz auf einer Wiese, zwischen zwei Bäumen. Wir breiteten unsere Decke aus und picknickten. Die drei Omas setzten sich zu uns und bedienten sich am Frischkäse.

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Dodofleisch soll nicht so lecker gewesen sein.

Dodofleisch soll nicht so lecker gewesen sein.

In der ersten Reihe hatten eifrige Senioren ihre Plätze reserviert.

In der ersten Reihe hatten eifrige Senioren ihre Plätze reserviert.

Der Slam sollte im Gartentheater stattfinden, «eines der wenigen noch bestehenden barocken Freilichttheater weltweit». Wir schlenderten hin, wollten am liebsten in der ersten Reihe sitzen. Doch da lagen schon die Decken von anderen. Und da lagen auch die drei Sitzkissen der drei Omas. Wir breiteten unsere Decke in der dritten Reihe aus.

Dominik Bartels las aus seiner «Blättersammlung» vor und wurde am Ende zweiter.

Dominik Bartels las aus seiner «Blättersammlung» vor und wurde am Ende zweiter.

Die Gewinnerin des Poetry Slam: Rita Apel.

Die Gewinnerin des Poetry Slams: Rita Apel.

Es wurde dunkel und etwas kühl. Ich hatte auf die Hitze der Nacht gehofft, vor zwei Tagen waren es noch dreißig Grad gewesen – und nun saßen wir hier und fröstelten. Man konnte die Gebisse der drei Omas klappern hören.

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Nachdem Rita Apel den Slam gewonnen hatte, schlenderten wir durch die illuminierten Gärten. Aus den Gebüschen trötete klassische Musik, Bach oder Brahms oder Bushido. Schön, schön.

Am späten Abend wurden die Springbrunnen beleuchtet, damit niemand reinfällt ins kalte Nass.

Am späten Abend wurden die Springbrunnen beleuchtet, damit niemand reinfiel ins kalte Nass.

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