Relaunch! Wir machen unsere Website neu, deshalb sieht sie stellenweise etwas seltsam aus.

Restaurant Chois: Korea in der List

Von Daniel · 6. Februar 2020

Bibimbap – das klingt doch gut! Wir probieren die koreanische Spezialität im Restaurant Chois auf der Lister Meile.

Ist das hier wirklich der Eingang? Bestimmt, also schreiten wir voran, laufen über den roten Teppich und der Treppe entgegen. Wir wissen: Wir müssen nach oben, denn das Ziel befindet sich im ersten OG. In einem Gebäude, das keinen Schönheitspreis gewinnen würde. Aber das ist egal, schließlich geht’s nicht um schöne Fassaden, sondern ums leckere Essen. Und das soll es hier geben: im koreanischen Restaurant Chois auf der Lister Meile.

Dass wir hier zu Mittag essen, ist Zufall. Eigentlich wollten wir ins Codo nebenan und vietnamesisch essen, aber da waren alle Plätze besetzt. Also schlenderten wir weiter und irgendwie fiel uns das Chois ins Auge. Oben angekommen, haben wir unverschämtes Glück: Es ist zwar auch alles voll – aber just in diesem Moment steht ein Liebespaar auf und gibt einen Tisch am Fenster frei, den wir fliegend übernehmen.

Bunt und gesund: Dolsot Bibimbap mit Hühnchenfleisch und Ei.

Mittagspause im Chois

Neugierig studieren wir das Mittagsmenü und lesen: Dolsot Bibimbap. Was ist das denn? Klingt irgendwie gut – nehm ich. Alexa entscheidet sich für Kimchi Bokkum (mit Tofu).
«Obacht, das könnte scharf sein», warne ich.
«Haaa, du Lusche!», ruft sie.
Hie und da Gelächter, das sofort übertönt wird von einem jungen Mann, der am Nebentisch seine Eltern über sein ödes Arbeitsleben informiert. Er ist Fotograf für die hiesige Tageszeitung. Das wissen dann alle.

Eine sympathische Frau erscheint an unserem Tisch. Wir diktieren ihr unsere Wünsche, dann warten wir im Geplapper und dann gibt es eine Vorspeise: eingelegte Gurken und eine Art Kürbis-Kroketten. Eine andere Frau – ich glaube, es handelt sich um Frau Chois persönlich – bringt uns Stäbchen. Die sind aus Stahl und liegen schwer in der Hand. Ich kriege es erst mal nicht hin, einigermaßen elegant mit den Stäbchen zu essen. Wie immer: Vor einigen Jahren waren wir in Japan, drei Wochen, und da musste ich ja mit Stäbchen essen, konnte es aber kaum. Die ersten Tage hatte ich viel Hunger. Am vierten Tag plötzlich, da klappte das mit den Stäbchen gut genug. So viel Zeit habe ich jetzt aber nicht, als konzentriere ich mich sehr. Wer langsam isst, genießt mehr.

Zum Nachtisch gibt’s Nusseis.

Am Eingang erscheint ein neues Liebespaar und wartet auf einen Tisch. Ich habe das Gefühl, dass sie ganz genau gucken, wie ich das mit den Stäbchen (nicht) hinbekomme. Sie tuscheln. Zeigen mit dem Finger auf mich. Kichern. Na gut, es gibt auch einen Löffel, den hat Frau Chois mir gegeben und den nehme ich für das Hauptgericht, das in Korea offenbar als klassisches Resteessen gilt und mich an Bowls erinnert. Serviert wird das Bibimbap mit Ei und vielen leckeren Dingen, die man mit den Stäbchen durcheinander wirbelt. Alexa speit derweil Feuer.
«Iff aba nich zu fcharf», behauptet sie.

Einfach dem roten Teppich folgen und dann die Treppen hochlaufen.

Geschmacksurteil

Die Speisen schmeckten uns hervorragend, alles war köstlich: die Vorspeise, das Hauptgericht und natürlich die süße Nachspeise (Nusseis mit Gebäck). Das Chois avancierte geschwind zu unserem Lieblingslokal auf der Lister Meile – zusammen mit dem Vietal Kitchen, das uns auch immer wieder begeistert.

Das Interieur vom Chois mag vielleicht etwas altbacken wirken, ist aber irgendwie auch charmant. Besonders das Treppenhaus in seinen beigen Farben. Lasst euch also nicht vom Eingangsbereich abschrecken und schreitet die Treppe hinauf und nehmt Platz und genießt den Ausblick auf die Meile.

Restaurant Chois (Website)
Schubertstraße 1 (Lister Meile)
30161 Hannover

Ein Stadtblog an der Leine