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Shin Ramen in Hannover

Von Daniel · 10. August 2020
Shouyu-Chashu mit Hühnchen und Ei.

In Tokyo gibt es mehrere tausend Ramen-Läden – Hannover hat jetzt immerhin zwei. Brandneu ist das «Shin» am Thielenplatz, dort gibt es authentische Ramen-Gerichte.

Die Innenstadt ist grell ausgeleuchtet wie ein Filmset, Komparsen huschen noch schnell über die Lavesstraße. Ein Lamborghini kommt ihnen gefährlich nah, das Fahrzeug röhrt auf wie ein krankes Wildschwein, das im Sterben liegt. Der Asphalt ist warm, der Beton ebenfalls – alles ist warm, die Gedanken, die Haut, die ganze Stadt. Der Hochsommer macht uns hungrig – und wir sind verrückt nach Ramen!

In Hannover ist das Angebot arg überschaubar: In der Altstadt gibt es die Kenibo Ramen-Bar und neu in der Nähe vom Thielenplatz das Shin Ramen. Das kleine Lokal eröffnete kurz vor der Corona-Pandemie, dann musste es zunächst wieder schließen. Ein großes Pech für die Betreiber. Jetzt aber geht es weiter und wir werden so lieb und freundlich begrüßt, dass wir uns sofort wie zu Hause fühlen. Der Service ist aufmerksam und vor allem gut gelaunt.

Tokyo mitten in Hannover: Das Shin Ramen am Thielenplatz serviert authentische Speisen aus Japan.

Die Einrichtung des Lokals ist angenehm unaufgeregt. Ins Auge fallen nur die knallbunten Graffiti an den Wänden, außerdem steht dort mehrmals «Mad». Warum das? Weil hier zuvor das Mad about Juice beheimatet war, ein Saftladen, der im Sommer 2018 eröffnete und Ende 2019 endgültig schloss. Wir hoffen, dass es das Shin viel länger geben wird, denn Hannover braucht dringend Ramen-Nudeln!

Ramen in Hannover

Die Speisekarte des Shin ist kurz gehalten: Es gibt Ramen in unterschiedlichen Variationen sowie Gyudon mit Reis als Grundlage. (In Japan ist es üblich, dass sich Lokale auf eine bestimmte Speise spezialisieren. Es gibt also nicht auch noch Sushi und Pizza und Döner und Burger und Schnitzel.) Ich entscheide mich spontan für Shouyu-Chashu mit Hühnerbrühe, Sojasauce und wachsweichem Ei. Alexa nimmt die veganen Miso-Ramen mit Gemüsebrühe. Übrigens gibt es die Gerichte auch in kalt – vielleicht gar keine schlechte Wahl an einem heißen Tag wie heute. Und wer sehr hungrig, kann gegen einen kleinen Aufpreis die Portion vergrößern lassen. Die Ramen-Gerichte kosten alle um 8,50 Euro, ausgesuchte Speisen könnt ihr auch mitnehmen.

Hannover vs. Hamburg

Eine Woche zuvor waren wir in Hamburg, bei Momo in der Schanze (Website), und verspeisten dort «Dry Ramen» (ohne Brühe). Es war warm, fast heiß, und die Hansestadt leuchtete ebenfalls in allen Farben. Können die Ramen in Hannover mithalten? Sie können, sie schmecken. Die Nudeln im Shin sind köstlich, denn sie sind hausgemacht. Ebenfalls aus eigener Herstellung stammt die Brühe: Sie wird nach einem «authentischen japanischen Rezept» hergestellt und ist leicht an europäische Geschmacksvorlieben angepasst. Das heißt, der Fettgehalt ist geringer als in Japan. Wert legt das Shin auf Nachhaltigkeit, man habe nur «ganz geringe Abfälle».

Ein besonderes Eis mit Matcha, Kondensmilch und roter Bohnenpaste.

Eis mit Bohnenpaste

Alles aufgegessen, wie sieht es mit Nachtisch aus? Unbedingt, der passt auch noch in die Bäuche. Heute gibt es Kakigōri-Ujikintoki, weil es heiß, heiß, heiß ist. Es handelt sich um zerkleinertes Eis (wie in: Eiswürfel in Flocken gerieben) mit Matcha, Kondensmilch und roter Bohnenpaste (Azuki). Das essen wir auch nicht alle Tage, und schmeckt. Das eiskalte Eis kühlt uns von innen und wir lehnen uns satt zurück. Fassen wir zusammen: Wer Ramen liebt, muss sich auf die Socken machen und einen Tisch im Shin reservieren.

Shin Ramen (Website, Instagram)
Thielenplatz 3
30159 Hannover-Mitte

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