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Kommentar: Bitte keine Burger mehr!

Von Daniel · 20. August 2020

Immer wieder eröffnen in Hannover neue Burger-Restaurants – dabei ist der Trend längst vorbei. Es ist höchste Zeit für neue kulinarische Ideen!

Angeblich gab es mal eine Zeit, eine seltsame Zeit, in der Burger-Läden angesagt waren. Dass die Leute liebend gern Burger verspeisen, ist vielleicht aber ein großer Irrtum. Ich jedenfalls kann Burger nicht mehr sehen und essen. Jedes Mal, wenn ich doch einen verspeise, bereue ich das: Ich fühle mich überfüllt, bin zu keiner Bewegung mehr fähig und will mich in irgendeine Ecke legen. Kein schönes Gefühl.

Wenn der Burger dann auch noch staubtrocken ist und langweilig schmeckt, bin ich noch enttäuschter und sehne mich nach Tokio: Dort sind die Portionen kleiner und das kulinarische Angebot ist wesentlich raffinierter als das Konzept «Brot und Bulette». Es ist zwar etwas gemein, Hannover mit Tokio zu vergleichen. Doch eine Sache ist klar: Genug mit den Burger-Restaurants!

Es muss ja nicht gleich Tokio sein – also schön, ein Ausflug nach Hamburg reicht. Dort verspeisten wir neulich köstliche Ramen! Könnte der nächste Trend werden, immerhin gibt es in Hannover inzwischen zwei Ramen-Bars (über das Shin haben wir neulich was notiert).

Burger sind langweilig

Wer Burger anbietet, macht es sich zu einfach. Daran ist kaum etwas raffiniert – am ehesten noch das Fleisch. Es kann (und sollte) von hoher Qualität sein. Auf den Punkt gegrillt sowieso. Ein Stück Fleisch kann ich aber auch ohne doofes Brot essen, zum Beispiel. Dazu gegrilltes Gemüse, glasierte Möhrchen und Rosmarinkartoffeln aus dem Ofen.

Oder lieber Salat?

Gastronomen dürften an Burgern gut verdienen – und wie kann es sein, dass ein veganes Patty teurer ist als ein Patty aus Fleisch und Blut? Und nebenbei erwähnt: Sechs Euro für eine Flasche fucking Mineralwasser? Ist da Goldstaub drin? Und muss das Wasser wirklich aus Italien kommen? Warum kann ich eigentlich nicht einfach eine Karaffe Leitungswasser bestellen? Und wieso … Ach, ach, das ist ein anderes Thema.

Übersättigt

Nicht alles ist schlecht an Burgern. Der Vorteil sei, dass man den ganzen Tag lang nichts anderes mehr essen müsse. Das erläuterte ein Restaurantbetreiber gegenüber der Tageszeitung. Stimmt schon. Nur leider fühle ich mich den ganzen Tag lang schlecht. Burger hätten zudem den Vorteil, dass alle Gäste einen finden, der ihnen gefällt. Freunde können also sorglos aufbrechen und alle werden satt und glücklich: Fleischfreunde beißen glücklich ins Fleisch, Veganer beißen ins trockene Erbsen-Patty, das zu viel kostet und zu wenig schmeckt. Aber alle werden satt! Darum geht es doch, oder? Außerdem gibt es ja noch Pommes dazu. Salzig, kross – und verdammt ungesund.

Schon vor vier Jahren waren Burger im Trend – jetzt wären zum Beispiel Ramen dran.

Immer wenn in Hannover ein neuer Burger-Laden eröffnet, wundere ich mich: Haben die Betreiber nicht verstanden, dass die Konsumenten allmählich genug davon haben und lieber leicht und gesund essen wollen? Oder irre ich mich bei meiner völlig subjektiven Einschätzung – wollen die Leute tatsächlich Burger, Burger, Burger essen? Schaut man bei Facebook nach (und kämpft sich durch Hass und Rassismus), ist in den Kommentaren oft Sarkasmus zu lesen: Ooh, noch ein Burger-Laden, hurra! Genau das, was Hannover dringend braucht, gähn. Und so weiter. Die Freude ist eher klein, die Lästerei groß. Warum nicht noch ein Extrablatt in der Innenstadt?

Mehr kulinarische Abwechslung

Ich wünsche mir mehr Abwechslung. Mehr Ramen-Bars, mehr Speisen aus Afrika, aus Peru, aus der Mongolei. Ich wünsche mir kleinere Portionen für den Hunger zwischendurch. Leckere Snacks, Wraps, originelle Salate (ohne Eisbergsalat). Ich will gesund essen – und mich nach dem Essen besser fühlen als vorher. Ich will nicht von einem Fleischklops zerstört werden, sondern Vitamine und Ballaststoffe aufnehmen. Ich will guten Kaffee, hochwertige Zutaten, ein raffiniert angerichtetes Gericht. Auf die Teller gehören kulinarische Kunstwerke. Ich will keinen in Papier eingeschlagenen Burger, der auf einem Holzbrett lungert.

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