Essen & Trinken
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Stadtteiltour: Das ist die Deisterstraße

Am Capitol geht sie los – unsere kleine Stadtteiltour durch Linden-Süd, die Deisterstraße hinunter, dem Abendessen entgegen.

Es ist wie bei einem Geschwisterpaar: Die eine Schwester ist laut, cool und lässig; die andere spricht leise und steht gern hinterm Vorhang. Linden-Süd wäre die ruhige Schwester, die nie viel sagt und nicht weiter auffällt. Linden-Nord hingegen: beliebt, berüchtigt – der coolste Stadtteil der Stadt. Dabei hat Linden-Süd auch einiges zu bieten, zum Beispiel die Deisterstraße. Kommt also hin, entweder mit dem Bus (300 und 500), der Stadtbahn (9) oder mit dem Fahrrad. Zu entdecken gibt es kulinarische Glücklichmacher, süße Boutiquen und die besten Pasteis de Nata der Stadt.


Der alten Möhre geht’s nicht gut – war es Mord?

Zweites Frühstück im Apartment

Es ist Samstag, schon ein bisschen später, weil wir nach einer anstrengenden Woche ausgiebig ausschliefen. Ein zweites Frühstück nehmen wir gern im Apartment ein, direkt am Schwarzen Bären. Die «Heimat der frischen Bowls» ist ästhetisch gesehen ein feuchter Hipster-Traum: coole Malerei an der weißen Wand, hübsche Pflanzen auf den Tischen, schönes Mobiliar im Raum verteilt. Und das Essen? Lecker, frisch – und völlig vegan. Dafür gibt’s fünf Sterne auf Happy Cow.

Das schicke Apartment hat Charme und ist immer einen Besuch wert. Am Wochenende ist ab 10 Uhr geöffnet, unter der Woche ab 12 Uhr. Veganes Frühstück gibt es samstags und sonntags bis 14 Uhr. Heute entscheiden wir uns für nährreiche und bunte Bowls und knuspriges Brot mit Avocado. Zum Nachtisch dann noch einen Flat White mit Kuchen. Einfach gut. Der Kaffee stammt übrigens von Wood Grouse vom V17, aber dazu kommen wir noch. Satt und glücklich geht es weiter.

Apartment (Facebook, Instagram)
Falkenstraße 1


Es geht die Deisterstraße entlang, in Richtung Süden. Vorbei an Dönerläden, Friseuren und Supermärkten. Der 300er rauscht an uns vorbei; niemand winkt. Der Kulturpalast hat zu, hier finden regelmäßig originelle Events statt. DJs legen auf, Jazzbands spielen, Leute lesen Texte vor. Vorbei am Ohrwurm, da gibt es seit 1987 Musik und Filme, gebrauchte CDs und DVDs. Plötzlich ist ein lautes Knurren zu hören.


An den Wänden gibt es viel zu entdecken – Maradona zum Beispiel.

Spätes Mittagessen im Napoli

Schon wieder Hunger? Wenn es nach 16 Uhr ist, bitte in der Pizzeria Napoli einkehren und dort köstliche Pizza speisen. Wir haben an diesem Tag nicht reserviert – um diese Uhrzeit kein Problem: Es sind genügend Tische frei.

Während wir friedlich und vergnügt Pizza mampfen, klingelt immer wieder das Telefon. Am anderen Ende der Leitung latent verzweifelte Leute, die ihr Glück versuchen. Ein Tisch für zwei – heute Abend? Unmöglich! «Ich kann euch höchstens dazusetzen», bietet die Kellnerin an. Auf allen Tischen stehen geknickte Postkarten, auf denen Reservierungen vermerkt sind – auf unserem stehen bereits zwei Karten. Das Napoli ist einfach kultig, ein guter Ort. Alternative: Mio Mio, ein paar Häuser weiter, öffnet um 17 Uhr.

Pizzeria Napoli
Deisterstraße 40


Flat White im V17: köstlich, cremig, mmmh!

Kaffee und Kuchen im V17

Der Tag schreitet voran, der Geist ist müde. Höchste Zeit für Koffein! Richtig guten Kaffee bekommt ihr im V17 – das kleine Café könnte sich auch in Berlin befinden, irgendwo in einem hippen Kiez. Zu unserem großen Glück ist das V17 aber genau hier, in Linden-Süd.

Wir sitzen an einem schmalen Tisch, neben zwei Nerds, die Excel-Tabellen ausfüllen. Arno Auer steht derweil an seiner schicken Höllenmaschine und presst heißes Wasser durch Kaffeepulver. Im V17 gibt es auch Kaffee aus der eigenen Rösterei, von Wood Grouse. Probiert und sehr gemocht haben wir zum Beispiel den «Chelelektu» aus Äthiopien. Der Kaffee wird im V17 stilvoll auf einem kleinen Holztablett serviert. Dazu gibt es selbst gebackenen Kuchen; die Auswahl variiert.

V17 (Facebook, Instagram)
Deisterstraße 49


In der Deisterstraße sind einige Läden zu entdecken, die es woanders nicht gibt. Etwa das Konglomerat 57, dort gibt es «handgemachte Güter», die lokal produziert werden (Instagram). Es lohnt sich also, beim Flanieren den Blick schweifen zu lassen und ab und zu stehen zu bleiben, um sich die Nase an den Schaufenstern plattzudrücken. Und dann reingehen und den lokalen Einzelhandel stärken.


Ohne sie wäre das Leben grau und trostlos: Pasteis de Nata!

Süße Natas in der Pastelaria Luis

Bislang war das ein süßer Tag, es wäre nun aber völlig unangebracht, die Pastelaria Luis zu ignorieren! In diesem gemütlichen Laden gibt es die wunderbaren Natas, kleine Blätterteigtörtchen mit Vanillefüllung. Sie kommen hier aus der eigenen Backstube. Dann noch etwas Zimt drüber – einfach köstlich. Wir nehmen welche für zu Hause mit: Wenn der Sonntag zum Rumgammeln einlädt, werden wir die Natas genüsslich vernaschen. Die Auswahl in der Pastelaria ist groß – hier findet jedes Schleckermaul das passende Törtchen. Wir finden vier, sechs, acht und gehen weiter. Zeit fürs Abendessen.

Schon gewusst? Die Pastelaria ist einer von 80 Glücksorten – die 79 anderen findet ihr in unserem neuen Buch «Glücksorte in Hannover».

Pastelaria Luis (Website)
Deisterstraße 68


Abendessen Rias Baixas 2

Wir haben das Ziel für heute erreicht: das Ahrbergviertel, den Plaza De Rosalia. Hier befindet sich das Rias Baixas 2, ein spanisches Restaurant mit rustikalem Ambiente und seinen langen Tischreihen. Das x in Baixas macht mir immer Probleme: Wie spricht man es doch gleich korrekt aus? Alexa, die mal in Andalusien lebte und studierte, weiß Bescheid: blörrrx. Für die nächsten fünf Minuten kann ich mir das merken, dann lenken mich die Düfte ab. Zeit fürs Abendessen beim Spanier, dem vielleicht besten der Stadt? Tapas bedecken den Tisch, wir essen und trinken und sind glücklich. Alexa freut sich besonders über die Pimientos de Padrón, frittierte Paprikaschoten mit Salz. Einfach und gut. So endet er, unser Tag in Spanien, mit Cerveza und Vino.

Rias Baixas 2
Plaza De Rosalia 2

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