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Da Toni: Pizza auf Rädern

Wenn wir nicht zur Pizza kommen, kommt die Pizza halt zu uns – per Lieferservice! Doch kann eine gebrachte Pizza unsere verwöhnten Gaumen zufrieden stellen?

Ein lazy Sunday neigte sich seinem Ende entgegen und unsere Mägen knurrten so laut, dass die Nachbarin klingelte und besorgt nachfragte, ob wir Bären in der Wohnung halten würden. Das sei nämlich nicht erlaubt.
«Ich möchte auch ein flauschiges Bärenbaby haben», erzählte die Nachbarin. «Aber ich darf nicht.»
«Nein, Frau Dings, das Knurren kommt aus unseren Bäuchen und nicht aus irgendwelchen Bären», erklärte ich.

Wir waren viel zu schwach, um zu kochen oder raus zu gehen. Glücklicherweise hatte uns Alexas Freundin Julia den Bringdienst da Toni empfohlen. Der würde gute Pizzen liefern, hatte Julia behauptet. Und wir glaubten ihr, denn Julia macht einen vertrauenswürdigen Eindruck. Also schaltete ich unser Modem ein, es kreischte, und schon nach zwei Tagen waren wir online. Auf der Website von da Toni fanden wir eine Speisekarte als PDF-Dokument, ich entschied mich für #278 Emanuele mit Mozzarella, Kirschtomaten, Rucola und gehobeltem Parmesan. Alexa nahm eine Pizza mit Artischocken und Brokkoli drauf; das klingt immerhin nicht ganz so verrückt wie Pizza mit Birne.

19:50 Uhr: Alexa nahm ihr mobiles Telefon in die Hand und klingelte bei Toni durch. Es wird wohl 45 bis 50 Minuten dauern, warnte der Mann am anderen Ende. Er klang sehr freundlich und war gut verständlich. Bei anderen Lieferdiensten weiß man manchmal nicht, ob da ein Mensch mit dir redet – oder ein Bär in die Leitung schnurrt.

20:32 Uhr: Im Hintergrund läuft Promi-Dinner ohne Promis, im Vordergrund lese ich in der Zeitung über Promis. Ich bin sehr hungrig. Draußen stirbt ein Motor. Unsere Pizza?

20:33 Uhr: Ein dunkler Kombi hält in zweiter Reihe. Warnblinker blinken. Ein Mann steigt aus, kramt was vom Rücksitz. Ist das der Lieferant? Unsere Klingel schweigt. Geht sie überhaupt? Nichts. Es war wohl falscher Alarm. Die Enttäuschung sitzt tief und ich sinke zurück ins Sofa.

20:51 Uhr: Im Fernsehen essen sie Döner. Die Glücklichen! Hätte ich jetzt auch gern. Na ja, oder die Pizza. Aber die kommt nicht … Oh, da parkt gerade ein Auto, ein roter Opel. Ein Mann steigt aus und kramt eine Styropor-Box aus dem Wagen. Unsere Pizza, sie ist da!

20:53 Uhr: Ein großer junger Mann überreicht uns die Pizza.
«Hat ein bisschen länger gedauert», sagt er.
Beinahe wäre noch alles schiefgelaufen: Dem freundlichen Mann am Telefon unterlief zwar kein Sprach-, dafür aber ein Hörfehler. Er hatte statt «Berger» Werder verstanden – was nirgends auf der Klingel steht. So ist es der Kombinationsgabe des Lieferanten zu verdanken, dass wir jetzt in die Pizza beißen dürfen.

Geschmacksurteil

Erst kriege ich einen Schrecken, weil da eine Zwiebel auf meiner Pizza liegt – und ich hasse Zwiebeln. Doch es bleibt bei der einen, sie hat sich wohl versehentlich auf den Teig verirrt. Kann aber auch sein, dass die Zwiebel das mit Absicht gemacht hat, wäre ihr durchaus zuzutrauen.

Die Pizzen kommen aus dem Steinofen und das schmeckt man sofort. Der Teig ist dünn und der Rand schön knusprig und die Mitte der Pizza schön saftig. Wäre ich ein 14-jähriges YouTube-Mädchen, würde ich in die Kamera säuseln: «Hallo ihr Lieben, die Pizza ist einfach megaaalecker, ihr Schnuffis, und der Rand ist suuuperknusprig! Ich habe euch den Bringdienst in der Infobox verlinkt! Gebt mir ’nen Like und abonniert meinen Channel! Knutschi, ihr Lieben!»
Einzig die Temperatur war nicht optimal, die Pizza hätte ruhig etwas wärmer sein dürfen. Ich gebe dennoch 9 von 10!

Bistro-Bringdienst da Toni
Ferdinand-Walbrecht-Str. 17
30163 Hannover

2 Kommentare

  1. Hihi 😀 wie bereits auf Facebook kommentiert – ich glaube unterhaltsamer kann man keinen Bringdienst beschreiben 🙂 Weiter so!

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