Alle Artikel mit dem Schlagwort: Linden

Das Ladencafé: Wem gehört der nice Kuchen?

Ein Sonntag in Linden: People-Watching auf der Limmerstraße und ein fantastischer Kuchen im Ladencafé. Limmerstraße: sonnige Gesichter, kiffende Omas und Hunde, die ohne Leine laufen dürfen. Schön hier, immer wieder. Aber, ach: Das Café Bohne ist zu – endgültig. Jemand hat vor dem Schaufenster ein paar Kerzen und Kuscheltiere aufgestellt. Auf zwei Papierblättern steht «Warum?» und «Bohne – Wir vermissen dich!» Auch die Bäckerei Doppelkorn nebenan ist bedroht, sie sucht neue Räumlichkeiten. Tja, und irgendwann gibt’s hier nur noch Rossmann, Rewe, Zara – eben all die schrecklichen Geschäfte ohne jeden Charme, die schon die Innenstadt verschandeln. Im Ladencafé Linden Nord An der Haltestelle steht Stelldichein-Lisa, sie war vorhin schon auf dem Maschsee segeln und im Café Corner Käsekuchen essen, erzählt sie fröhlich. «Oh, ich will jetzt auch Kuchen», nöle ich wie ein verwöhntes Kleinkind, das jeden Wunsch erfüllt bekommt, weil es sonst die ganze Welt in Stücke haut. Also kehren wir Minuten später im Ladencafé Linden-Nord ein. Besitzerin Tomke behauptet, all ihre Kuchen seien toll – und es stimmt: Unsere beiden Kuchen sind lecker, cremig, …

Einkaufsbummel auf dem Lindener Markt

Wir waren auf dem Lindener Markt und kauften frisches Obst und Gemüse aus der Region Hannover. Nett sind die Menschen dort und wer spät genug kommt, erhascht ein paar gute Schnäppchen. Mit meinem Wunsch, nachhaltiger zu leben, nehme ich mir in letzter Zeit ganz oft ganz fest vor, mehr auf Wochenmärkten einzukaufen. Doch für diejenigen, die einem schnöden 9-to-5-Job nachgehen, ist das zeitlich so eine Sache. Zu denjenigen zähle ich auch: Von montags bis freitags sitze ich im Büro (und esse Kekse). Samstags schlafe ich gern aus und erhole mich (vom Kekseessen). Doch heute habe ich mir fest vorgenommen, auf den Lindener Markt zu gehen, der nicht nur dienstags, sondern auch samstags von 9 bis 13 Uhr seine Pforten für Marktschreier aus der Region öffnet. Der Markt soll ja sogar einer der schönsten Hannovers sein, sagen die Leute. Aufbrechen und Dinge entdecken Also stehe ich ein bisschen früher auf als gewöhnlich, verkürze unser sonst ausgedehntes Wochenend-Frühstück – und schon (!) gegen 11 Uhr brechen Daniel und ich in der Südstadt auf. Natürlich fährt uns die #9 …

Leinau3: Veggie-Burger mal drei

Das kulinarische Angebot auf der Limmerstraße ist groß und umfangreich – doch an vielen Tischen sitzen schon viele Leute. Wo werden wir nur satt? Auf der Limmerstraße ist viel los, Radfahrer überholen die #10 und die #10 überholt einen Trinker, der einhändig eine Bierdose öffnet. Halber Liter vom Rewe. Er kippt einen ordentlichen Schluck auf die Straße, «das bringt Glück», meint er. Den Rest schüttet er sich in die Speiseröhre, das gluckert, lecker, lecker. Wir sind mehr hungrig als durstig und wollen ins Fischers. Dafür brauchen auch wir eine Menge Glück, denn wir haben nicht reserviert. Und es ist Samstagabend. Und unsere Chancen, einen Tisch für drei zu kriegen, sind schlecht, schlecht. «Wir sind ausreserviert», sagen uns die Fischers Fritzen dann auch. Auf den Stühlen liegen ausgebreitete Handtücher und an der Bar wollen wir nicht sitzen. Also weiter, wieder raus auf die Limmerstraße, wo der Trinker seine zweite Dose aufreißt. Dem geht’s richtig gut heute. Neu in Linden: Das Leinau3 Auf der anderen Straßenseite fällt unser Blick aufs Leinau hoch drei (oder: Leinau3, Leinau³), das …

Mein Hannover – Was ist das eigentlich?

Klar, wir lieben Hannover – sonst hätten wir dieses Blog nicht. Aber warum genau ist Hannover für uns eigentlich eine lebenswerte Stadt? Und wo befinden sich unsere Lieblingsplätze? Tabitha von Find Some Beautiful Places hat Bloggern aus Hannover ein paar Fragen gestellt. Wir haben geantwortet. An welche Stellen würdest du einen Gast aus dem Ausland zuerst führen und warum? Erst neulich hatte ich Besuch von Anne aus den USA, auf die ich 2007 als Au Pair aufgepasst habe. Sie ist nun 19, studiert und reiste quer durch Europa. Ich hab mich riesig gefreut, ihr mein Hannover zu zeigen. Wir starteten einen ausgiebigen Spaziergang in der Südstadt, die erste Station war der Maschpark. Die Weiden, die Brücken, das tolle Panorama mit dem Rathaus – so etwas sieht man selten in den USA. Im Neuen Rathaus konnten wir ihr anhand der Modelle viel über Hannovers Geschichte erklären, ganz besonders über die Zerstörung im Weltkrieg. Anne gähnte und ging pinkeln. Man kann dort astrein kostenlos die Toiletten nutzen. Nach der Geschichtsstunde musste Zucker ins Blut. In der Markthalle ist …

Eat The World: Kulinarische Stadtführung durch Linden

Wir begeben uns auf eine kulinarische Reise durch Linden-Mitte und Linden-Süd. Wir entdecken schöne Orte und erfahren spannende Stadtgeschichten. Am Ende dieser besonderen Stadtführung sind wir doch noch satt geworden. In unseren Bäuchen vermischen sich Nuss-Eis mit Kidney-Bohnen, Schafskäse mit Knoblauch und Falafel mit Schokolade. Wir sitzen im Tandure am Ihmeufer. Ein lauer Wind bringt die bunten Tücher über unseren Köpfen zum Tanzen. An einem langen Tisch feiern sie einen Jungesellinnenabschied. «Haben früher nur die Männer gemacht, so auf ihre Weise», sagt Ilse, saugt an ihrer Zigarette und bläst den Qualm in die Luft. Die Frauen sind schwarz gekleidet, nur die Braut trägt weiß. Mit verbundenen Augen entsteigt sie einem bulligen Audi S6. Vitali ist ganz hin und weg von dem Gefährt. So einen will er sich auch holen, irgendwann, sagt er, und sieht verträumt in sein Bierglas. Die Braut nimmt das Tuch von den Augen und kreischt vor Freude. Vor dreieinhalb Stunden haben wir vor dem Theater am Küchengarten (TAK) gewartet. Wir sind 16 Menschen, die heute die kulinarische Seite von Linden erkunden wollen. …

Fischers in Linden-Nord: Mexikanische Gemütlichkeit

Die Limmerstraße in Linden besticht durch kulinarische Vielfalt – und das Fischers überzeugt mit leckeren Tortillas und entspannter Atmosphäre. Wegen der gelb-bräunlich-beigen Fassade sieht das Fischers von außen aus wie eine urige Kneipe. Hinterm Tresen stellt man sich unweigerlich einen Manfred Fischer vor, der von früher fabuliert. Manfred raucht und gestikuliert mit gelben Fingern, er lacht hustend über seine eigenen Witze. Mit der Wahrheit hat das aber nichts zu tun: Das Fischers ist keine urdeutsche Kneipe – sondern ein charmanter Mexikaner, der auch von innen wie keiner aussieht. Hier bedienen keine Manfreds mit gelben Händen, sondern junge Menschen mit zarter Haut, die bestimmt in Linden leben und nebenbei ein bisschen studieren. Ein Mädchen trägt auf einem runden Tablett viel Bier herbei und balanciert die schweren Gläser über unseren Köpfen. Dann kracht das alles zusammen, scheppert und klirrt, und das Bier schwappt auf den Holzboden. «Mein erster Tag», erklärt sie und tupft mit Papiertüchern den besoffenen Boden ab. Im Fischers duzen sich alle, was ich toll finde. Am liebsten würde ich das Sie aus meinem Vokabular …

Junge Kunst im Centrum

Im Centrum am Lindener Markplatz gibt es Bier, Cheeseburger – und Kunst an den Wänden. Vier Wochen lang sind dort die Werke junger Künstler aus Hannover zu sehen und zu erwerben. Brrrrrrssccchhhhhhhhh: Auf dem Lindener Markplatz zischt eine Kompaktkehrmaschine entlang, sie macht sauber und viel Lärm. Zwei rotierende Bürsten schleudern den Müll von der einen auf die andere Seite. Gefaltete Packungen, platte Pappbecher und zerknülltes Zeitungspapier bilden zufällige Skulpturen ohne Aussage. «Kann das weg?», fragt der Müllmann. Die Tauben nicken. Wir sind mit Alessja verabredet, die bei den Jungen Sprengelfreunden arbeitet und sich für die junge Künstlerszene in Hannover engagiert. Sie will uns etwas über eine kleine Ausstellung im Centrum erzählen, dort zeigen junge Künstler ihre Werke. Für die gibt es in Hannover nämlich nur wenige Austellungsräume, sagt Alessja. Klar, es gibt die GAF – aber viel mehr eben auch nicht. Dabei ist die Künstlerszene verhältnismäßig groß, für eine Stadt wie Hannover. Und im Sprengel-Museum können die Künstler erst dann ausstellen, wenn sie sich einen Namen gemacht haben. Also hängen die Bilder, Fotos und Collagen …

Das Ihme-Zentrum – Ein Symbol des Scheiterns?

Jeder Hannoveraner kennt es: das Ihme-Zentrum in Linden. Der Betonklotz, der sich am Ihmeufer über Kilometer entlang zieht, kämpft seit Jahren mit einem schlechten Image. Viele halten das Ihme-Zentrum für ein Ghetto, für einen Unterschlupf für Obdachlose und Treffpunkt für Kriminelle. Doch was ist dran an den Vorurteilen? Und wie kann das Ihme-Zentrum gerettet werden? Wir treffen uns mit Constantin Alexander und einer Geburtstagsgesellschaft, der wir uns anschließen durften. Constantin lebt seit anderthalb Jahren in einer der 850 Wohnungen im Ihme-Zentrum – und er wohnt dort gern. Wir beginnen den Rundgang auf der anderen Seite der Ihme. «Von hier aus sieht man die Struktur am besten», erklärt Constantin. Je länger wir dort stehen und je mehr Constantin erzählt, desto wuchtiger wirkt das Ihme-Zentrum auf mich. Ein bisschen bedrückend, irgendwie. «Das komplette Untergeschoss war früher ein Einkaufszentrum. In der darüber liegenden ersten Etage waren Büroflächen.» Heute steht dort alles leer. Fensterlose graue Wände, die mit bunten Graffiti tätowiert wurden. Wie ist das Ihme-Zentrum entstanden? Eine Stadt in der Stadt: Das war der Traum in den revolutionären …

Meine Pizza in Linden-Süd: Mio Mio!

Eigentlich wollen wir ins Napoli in der Deisterstraße, doch dort speist eine geschlossene Gesellschaft. Also reservieren wir ein paar Häuser weiter einen Tisch im Mio Mio, wo wir unsere Gaumen mit Pizza verwöhnen. Mit der 9 rumpeln wir zum Schwarzen Bären, verspätet natürlich, und zusammen mit angetrunkenen Fußballfreunden. Eilig huschen wir über die Straße und betreten noch schnell die Spielothek, um das nötige Trinkgeld zu erspielen. Fünf Minuten später erreichen wir das Mio Mio, wo schon die beiden Stadtschreiberinnen Rebecca und Melanie auf uns warten. «Hi», sage ich. «Hi», sagt Rebecca. «Hi», sagt Alexa. «Hi», sagt Melanie. Das Mio Mio lebt, lacht und leuchtet. Wir haben einen Tisch reserviert und nehmen in der Ecke des kleinen Lokals Platz, direkt vor dem Regal mit den vielen Weinflaschen. Auf dem Tisch liegen als Tischdeckenersatz die Speisekarten, die ich eigentlich gar nicht zu lesen brauche. Ich weiß schon, was ich will: Pizza! (Laut HAZ sind aber auch das Rumpsteak und die Ravioli gut.) «Was darf’s sein?», fragt die Kellnerin und notiert unsere Wünsche auf einem kleinen Notizblock. Das …

Geschenke-Shopping in Hannovers süßen Läden

So langsam wird es Zeit, sich warme Gedanken über Geschenke zu machen. Fündig werdet ihr in Hannovers kleinen Geschäften! Klar, wir können alle Geschenke vom Sofa aus kaufen: Das ist bequem und wir dürfen den Schlafanzug anlassen. Doch wenn alle nur noch online kaufen, sind die Innenstädte bald leer und langweilig. Dann gibt’s dort höchstens noch ein paar Handyläden, zwölf H&M-Filialen und keinen einzigen Buchladen weit und breit. Das wäre verdammt schade, denn eine Stadt lebt von ihren Geschäften, den engen Boutiquen und den kleinen Läden, die mit viel Leidenschaft geführt werden. Wir wollen euch ein paar dieser Läden vorstellen. Verspieltes bei Maranolo In dem süßen Lädchen Maranolo in der Südstadt findet ihr tolle Wohnaccessoires und Schmuck, der das Herz erwärmt. Die Inhaberin Maren sucht ihre Ware sehr bewusst aus: Sie achtet auf Nachhaltigkeit und gute Materialien. Von verspielt bis puristisch werdet ihr bei Maranolo garantiert fündig. Wir selbst haben schon einiges dort gekauft, etwa roséfarbene Teelichthalter, bunte Tassen, schicke Aufbewahrungsdosen oder ausgefallene Postkarten. Für diejenigen, die mehr über Maranolo erfahren möchten, empfehlen wir unser …

Limmern in Linden – aber ohne Bier

Die Limmerstraße ist die kultigste Straße in Hannover. Abends und in der Nacht chillaxen hier dürre Studenten in den Häusereingängen, trinken Herri und flirten mit der rauchenden Barfrau, die gleich wieder rein muss, Cocktails mixen. Wir flanieren am frühen Nachmittag die Limmerstraße entlang, statt Bier trinken wir Sprite und Apfelschorle. Wir sind halt alt. Wir parken in der Kochstraße, wo jemand Herzen an die Wände gemalt hat. Und einen «Superpenis». Ein Mädchen sitzt im Fenster und raucht, der Qualm verwirbelt in der klaren Luft. Eine Weile habe auch ich in dieser Straße gewohnt, aber meine Nachbarn waren alle irre, wahnsinnig und süchtig nach dem lauten Leben. Für mich war das irgendwann zu anstrengend, etwa wenn nachts um 4:00 Uhr Rammstein durch die Hinterhöfe brüllt. Ich schaue in das Fenster meiner alten Wohnung. Sie haben meine Vorhänge hängen lassen. Nach einem kurzen Besuch bei der Sparkasse stehen wir am Anfang der Limmerstraße. Rechts stehen zwei Türken und fachsimpeln über ein Smartphone, das der eine in der Hand hält und es liebevoll betrachtet. «Samsung S6», sagt er …

Lindenblatt in Linden: Cocktails vom Feinsten

Wer in Hannover limmern geht, kauft sein Bier beim Späti oder bei Rewe. Gute Cocktails gibt es am Kiosk aber nicht – sondern im Lindenblatt, meiner Lieblingsbar in Linden-Nord. Dort habe ich mich mit meiner frankophilen Freundin Alina zum Feierabendcocktail verabredet. Die Getränke- und Essenskarte gibt es im Lindenblatt separat. Beide Karten sind minimalistisch gehalten – sowohl vom Design als auch vom Inhalt. Ich habe mal gelernt, dass es für eine gute Küche spricht, wenn ein Restaurant nur wenige Speisen anbietet. Für das Lindenblatt ist diese Theorie mehr als zutreffend. Auf der Speisekarte stehen hier zum Beispiel nur acht Hauptgerichte, darunter zwei Burger, Pasta, Risotto, drei Fleischgerichte und Kichererbsenbällchen. Als Nachtisch stehen zwei Desserts zur Auswahl. Un cocktail, s’il vous plaît «Haben die Damen schon einen Wunsch?», fragt uns der Kellner mit den braunen Locken und den Rehaugen. «Du hast einen französischen Akzent!», freut sich Alina, die sich selbst wie eine halbe Französin fühlt. Kein Wunder, sie hat nämlich in Montpellier studiert. «Oui, ich komme aus Marokko.» «Arthur est un perroquet», sage ich. Irritierte Blicke, peinliches …

Sommer, Sonne, Strandleben!

Das Strandleben in Linden: Einer meiner absoluten Lieblingsplätze in Hannover im Sommer. Direkt an der Ihme gelegen kann man hier den Kopf – bzw. die Füße – in den Sand stecken, einen Cocktail schlürfen und die absolut gechillte Atmosphäre genießen. Von Autos und plärrenden Krankenwagen bekommt man hier nichts mit, dafür kann man Kanufahrer und niedliche Entenfamilien beobachten. Voraussetzung für einen Besuch ist gutes Wetter, denn sonst steht man vor verschlossener Tür, und das, obwohl es keine Tür gibt. Und dann auch noch mit nassen Füßen. Da auf den Wetterbericht kein Verlass mehr ist, kann man sich täglich auf der Facebook-Seite vom Strandleben über Öffnungszeiten informieren. Prinzipiell hat das Strandleben im Sommer täglich geöffnet. Ab und zu wird’s aber bunter und die Inhaber schmeißen ’ne Party – die Hannoveraner lieben das! Zumindest sprechen die Besucherzahlen für sich. So waren wir vor Kurzem auf dem 10ten Geburtstag der Strandbar. Einen Kindergeburtstag konnte man allerdings nicht erwarten. Schon von der anderen Seite der Brücke hören wir den Bass des Elektro-DJs. Eigentlich nicht so meins, schon gar nicht im …