Alle Artikel in: Essen & Trinken

Luft, Liebe und Pizza bei Francesca & Fratelli

Außer auf der Limmerstraße gibt es neuerdings auch in der Nähe der Altstadt ein Francesca & Fratelli. Wir haben uns von der Pizza-Manufaktur anlocken lassen. Ihr könnt euch irgendwo dahinten hinsetzen», sagt ein junger Mann mit schwarzen Haaren und braunen Augen; vielleicht ist er Fratelli*, überlege ich. «Bis 20 Uhr ist der Tisch frei.» Es ist Samstag, kurz vor 18 Uhr. Wir haben eine kleine Shopping-Tour durch Hannovers Innenstadt hinter uns, und jetzt sind wir hungrig und durstig und geschafft. Wir entscheiden uns für zwei Plätze an einer der langen Tischenreihen. Hier steht Tisch neben Tisch, Stuhl neben Stuhl. Im Francesca & Fratelli sitzen Fremde neben Fremden. Am Tisch an der Wand sitzt ein Ehepaar. Sie haben beide studiert und lesen viel. Der Mann trägt eine runde Brille, er unterrichtet Deutsch und Philatelie am hiesigen Gymnasium und seine grauen Haare sind ein bisschen struppig vom vielen Nachdenken. Seine Frau nennt ihn deshalb gerne «Struppi» und schlürft am Weißwein, dann begrüßen sie uns einstimmig: «Guten Abend!» Wir sind an Tisch 11 gelandet, neben uns sitzen das …

Das Spandau in der Nordstadt: Vegetarier auf Futtersuche

Es ist Freitagnachmittag, die erste Arbeitswoche im neuen Jahr ist erfolgreich abgeschlossen. Feierabend, Wochenende. Wie immer ist auch der Hunger groß, den Julia, Raissa und ich im Spandau stillen möchten. Wir treffen uns um 17 Uhr am E-Damm in der Nordstadt und betreten ein fast menschenleeres Lokal. Ein Kellner wartet auf seinen Schichtbeginn, liest am Tresen eine Zeitung und zapft ein Getränk für sich selbst. An einem Tisch sitzen drei bäuchige Herren vor leeren Weizengläsern, in die sie laut hineinlachen. Das lila leuchtende Lokal bietet uns freie Plätze in Hülle und Fülle – und doch können wir uns nicht entscheiden. Kritisch beäugen wir jeden Tisch, bis wir uns ans Ende durchgeäugt haben und eine Sofalandschaft erreichen. Sperrgebiet im Obergeschoss «Dürfen wir auch oben sitzen?» fragt Julia die blonde Bedienung. «Ja klar!», entgegnet sie und schwingt ihre Hand einladend in Richtung Treppe. Im Entenmarsch watscheln wir zu den Stufen. Entenmama Julia bremst abrupt, Raissa und ich krachen in sie hinein. Nachdem wir Centmünzen und Lippenstifte vom Boden aufgesammelt und unsere Frisuren und Schnürsenkel gerichtet haben, entdecken …

Meine Pizza in Linden-Süd: Mio Mio!

Eigentlich wollen wir ins Napoli in der Deisterstraße, doch dort speist eine geschlossene Gesellschaft. Also reservieren wir ein paar Häuser weiter einen Tisch im Mio Mio, wo wir unsere Gaumen mit Pizza verwöhnen. Mit der 9 rumpeln wir zum Schwarzen Bären, verspätet natürlich, und zusammen mit angetrunkenen Fußballfreunden. Eilig huschen wir über die Straße und betreten noch schnell die Spielothek, um das nötige Trinkgeld zu erspielen. Fünf Minuten später erreichen wir das Mio Mio, wo schon die beiden Stadtschreiberinnen Rebecca und Melanie auf uns warten.«Hi», sage ich.«Hi», sagt Rebecca.«Hi», sagt Alexa.«Hi», sagt Melanie. Das Mio Mio lebt, lacht und leuchtet. Wir haben einen Tisch reserviert und nehmen in der Ecke des kleinen Lokals Platz, direkt vor dem Regal mit den vielen Weinflaschen. Auf dem Tisch liegen als Tischdeckenersatz die Speisekarten, die ich eigentlich gar nicht zu lesen brauche. Ich weiß schon, was ich will: Pizza! (Laut HAZ sind aber auch das Rumpsteak und die Ravioli gut.)«Was darf’s sein?», fragt die Kellnerin und notiert unsere Wünsche auf einem kleinen Notizblock. Das ist irgendwie charamant in Zeiten …

Frühstücks-Happy-Hour im Café Safran

Wer bei Happy Hour nur an Cocktails denkt, kennt das Café Safran noch nicht. Rebecca und Melanie vom Blog Stadtnotizen testen das Frühstück in dem beliebten Ecklokal. Eine Scheibe Toast bleibt immer übrig, prophezeit Rebecca und stellt das halbvolle Brotkörbchen auf der Fensterbank ab. Der Tisch ist zu klein für all die Köstlichkeiten, die uns gebracht wurden. Ich schaue auf meinen Teller: Die obere Hälfte meines Kürbiskernbrötchens ist turmhoch mit Käse, Lachs, Salat und Paprika belegt. Ich schaue zu Rebeccas Teller hinüber. Da liegt ein Marmeladenbrötchen. Rebecca sieht meinen leicht verschämten Blick und grinst. Sie mag ihr Frühstück süß und puristisch – ich mag es herzhaft und opulent. Harry & Sally zum Frühstück Es gibt hier zum Glück ein passendes Angebot für uns beide. Harry&Sally heißt es, ein Frühstück für zwei, das neben John Belushi (1 Tasse Kaffee, 1 Gauloises-Zigarette, 1 Kaugummi) und Madame Tussauds (Spiegeleier auf Bacon, 3 Rostbratwürstchen) den Charakter des Café Safran in der Calenberger Neustadt wunderbar beschreibt. Die Namen auf der Frühstückskarte, die verschiedene Frühstücksvariationen vorstellen, bilden ein popkulturelles Ensemble aus …

Lindenblatt in Linden: Cocktails vom Feinsten

Wer in Hannover limmern geht, kauft sein Bier beim Späti oder bei Rewe. Gute Cocktails gibt es am Kiosk aber nicht – sondern im Lindenblatt, meiner Lieblingsbar in Linden-Nord. Dort habe ich mich mit meiner frankophilen Freundin Alina zum Feierabendcocktail verabredet. Die Getränke- und Essenskarte gibt es im Lindenblatt separat. Beide Karten sind minimalistisch gehalten – sowohl vom Design als auch vom Inhalt. Ich habe mal gelernt, dass es für eine gute Küche spricht, wenn ein Restaurant nur wenige Speisen anbietet. Für das Lindenblatt ist diese Theorie mehr als zutreffend. Auf der Speisekarte stehen hier zum Beispiel nur acht Hauptgerichte, darunter zwei Burger, Pasta, Risotto, drei Fleischgerichte und Kichererbsenbällchen. Als Nachtisch stehen zwei Desserts zur Auswahl. Un cocktail, s’il vous plaît «Haben die Damen schon einen Wunsch?», fragt uns der Kellner mit den braunen Locken und den Rehaugen. «Du hast einen französischen Akzent!», freut sich Alina, die sich selbst wie eine halbe Französin fühlt. Kein Wunder, sie hat nämlich in Montpellier studiert. «Oui, ich komme aus Marokko.» «Arthur est un perroquet», sage ich. Irritierte Blicke, peinliches …

Mittagspause bei den Soupsisters

Die Einkaufstüten sind voll, aber der Magen ist leer – höchste Zeit für ein Mittagessen. Schlemmer-Möglichkeiten gibt es in der City viele. Wir entscheiden uns für Suppe und Sandwich. Langweilig? Lecker! Alle Menschen, die in Hannover leben, sind an diesem Samstag aufgebrochen und treten sich in der Innenstadt auf die Füße, zerren Plastiktüten durchs Gedränge, zwischen Beinen hindurch, vorbei an den Punks, die einer Frau «Guten Appetit!» hinterher brüllen. Die Frau beißt im Gehen in einen Döner, ein Kunststück, das viel Mut & Können erfordert. Früher habe ich mir gern einen Gyrosfladen geholt, da unten am Kröpcke, neben der kleinen Pizzabude, wo es diese geile Pizza gab. Tempo-Treff hieß das. Nach einigen Einkäufen machen wir Mittagspause am frühen Nachmittag. Josi hat uns das Soupsisters in der Osterstraße empfohlen, also schleppen wir uns mit letzter Kraft dorthin. Draußen ist ein Tisch frei, an den wir uns setzen – es ist November und wir können im Freien essen! Am Schaufenster ist eine Sitzbank angebracht mit gemütlichen Sitzpolstern. Neben uns sitzt eine Frau, die ein dickes Buch liest. …

Cocktails im Goldfisch Hannover

Das Goldfisch und wir hatten nicht unbedingt den besten Start. Gemeinsam mit meinen Freundinnen Julia und Nicole probiere ich endlich diese Bar aus, an der ich täglich vorbeifahre, die immer gut besucht ist und immer hip aussieht. Die Südstadt ist nicht unbedingt berühmt für hippe Bars – also möchte ich herausfinden, was es mit dem Goldfisch auf sich hat. Der Sommer gibt in den letzten Zügen nochmal alles, sodass wir draußen Platz nehmen. Wir teilen uns den Außenbereich mit einer nach Bier und Pizza lüsternden Runde. Der Kellner mit drei Halsketten reicht uns je eine Essens- und eine Cocktailkarte. Ich schiele zu den Nachbarn, die bereits quietschvergnügt die Biergläser aneinander schellen. Auch bei ihnen erblicke ich nur eine Karte. Leicht enttäuscht schweift mein Blick zurück und ich finde mich damit ab, dass ich gleich Buchstaben auf dem Kopf entziffern werde. Plötzlich steht der Kettenmann vor uns: «Schon was zu trinken?» Ein Cocktail soll es sein, denn den Happy-Hour-Schnapper von 4,50 Euro lassen wir uns nicht entgehen. Ich muss allerdings erstmal zur Getränkerückgabe und hatte ohnehin noch keine Chance, …

Im Treibhaus den Hunger vertreiben

Ja, wir sind schon kleine Salat-Fans. Vielleicht haben es Restaurantbetreiber, die uns einen Salat servieren, auch nicht leicht mit uns. Weder das LaSall noch das Roof Garden konnten unseren Ansprüchen gerecht werden. Liegt es an uns? Erwarten wir zu viel? Nein! Ganz bestimmt nicht. Wir sind einfach nur zwei Otto-Normal-Salat-Konsumenten, die halt nicht unbedingt auf Fertigdressing stehen und gern eine buntere Variation als Eisbergsalat-Tomate-Paprika auf Goldrandtellern vorfinden. Und es gibt sie tatsächlich – die Salate, die unser Herz aufblühen lassen und ganz nebenbei noch freundlich zum Portemonnaie sind. Es war ein verregneter Dienstagabend in Hannover. Nein, eigentlich schien die Sonne, wir saßen ja draußen. Und war es nicht ein Donnerstag? Na ja, wie auch immer. Eines Feierabends trieb es Julia und mich in die List, eines der schönsten Viertel Hannovers. Genau genommen statteten wir dem Café Treibhaus einen Besuch ab. Zum Amüsement meiner Mitmenschen nenne ich es meistens Treibsand, was zu meiner Verteidigung einen guten Grund hat. Das Treibsand existiert(e) nämlich auch, in Detmold, meiner Heimatstadt. Doch hier in Hannover gibt es nur das Treibhaus. Treibhaus, Treibhaus. …

Da Toni: Pizza auf Rädern

Wenn wir nicht zur Pizza kommen, kommt die Pizza halt zu uns – per Lieferservice! Doch kann eine gebrachte Pizza unsere verwöhnten Gaumen zufrieden stellen? Ein lazy Sunday neigte sich seinem Ende entgegen und unsere Mägen knurrten so laut, dass die Nachbarin klingelte und besorgt nachfragte, ob wir Bären in der Wohnung halten würden. Das sei nämlich nicht erlaubt. «Ich möchte auch ein flauschiges Bärenbaby haben», erzählte die Nachbarin. «Aber ich darf nicht.» «Nein, Frau Dings, das Knurren kommt aus unseren Bäuchen und nicht aus irgendwelchen Bären», erklärte ich. Wir waren viel zu schwach, um zu kochen oder raus zu gehen. Glücklicherweise hatte uns Alexas Freundin Julia den Bringdienst da Toni empfohlen. Der würde gute Pizzen liefern, hatte Julia behauptet. Und wir glaubten ihr, denn Julia macht einen vertrauenswürdigen Eindruck. Also schaltete ich unser Modem ein, es kreischte, und schon nach zwei Tagen waren wir online. Auf der Website von da Toni fanden wir eine Speisekarte als PDF-Dokument, ich entschied mich für #278 Emanuele mit Mozzarella, Kirschtomaten, Rucola und gehobeltem Parmesan. Alexa nahm eine Pizza …

Das Teestübchen in der Altstadt

Das Teestübchen am Ballhofplatz zieht ganz besonders bei strahlendem Sonnenschein teedurstige und kuchenhungrige Menschen in seinen Bann. Ein solcher Tag war auch dieser: Sonne, blauer Himmel, leerer Magen. Meine Freundin Julia und ich beschließen, dass es dringend mal wieder Zeit für ein Feierabend-Treffen im Teestübchen ist. Es befindet sich im Herzen der Altstadt, ganz in der Nähe des liebevollen Café Glücksmoment. Dank des weitläufigen Ballhofplatzes kann das eigentlich winzige Café sich ins Vielfache mit Sitzmöglichkeiten ausbreiten. Heute können wir uns einen Platz aussuchen. Das liegt vielleicht daran, dass sich die Sonne in großen Teilen bereits hinter den umliegenden Häusern versteckt. Ballert sie nämlich voll auf den Hof, sollte man sich auf den Kampf um einen Platz vorbereiten. Wie der Name verrät, ist Tee die Spezialität des Hauses. Doch noch ist es uns viel zu warm für ein Heißgetränk, die Schweißperlen von der 30-minütigen Radtour stehen mir auf der Stirn. Ich brauche eine Abkühlung – und zwar eine richtige. Meine Augen funkeln als ich die Sommerkarte entdecke, mein Impuls lässt mich den Hibiskusblüten-Eistee bestellen. Julia entscheidet …

Stadtbummel und Stammkreipe

Manchmal wünsche ich mir, dass es den ganzen Samstag lang regnet – dann müsste ich nicht vor die Tür und könnte einfach im Bett liegen bleiben oder auf dem Sofa. Mal die Zeitung komplett lesen, sogar den Wirtschaftsteil. Doch an jenem Samstag schien die Sonne gnadenlos und trieb uns ins Freie. Mit dem Rad fuhren wir in die Innenstadt, um Produkte zu erwerben. Bei 25 Music hatte ich ein bisschen Glück, weil sie dort die neue LP von Jamie xx vorrätig hatten. Der Schallplatte lag auch eine CD bei – zwei obsolete Datenträger zum Preis von einem! (Der Musikliebhaber denkt nun: Vinyl ist obsolet?! Du Banause!) Nach einem kurzen Abstecher zu Zweitausendeins, wo ich noch ein Buch über Pablo Neruda erstand, schlenderten wir in Richtung Lister Meile und machten eine Kaffee- und Kuchenpause in der Konditorei Kreipe, einem Café das irgendwie auch Coffee Time heißt. Nerudas Gedichte dienten mir zeitweise als U-Bahn-Lektüre – allerdings ist die U-Bahn nicht der beste Ort für Liebeslyrik. Wespen sind Arschlöcher «Ich finde es komisch, wenn Leute nicht lesen», erzählte …

Pier 51: Kaffeepause auf dem Maschsee

Das Pier 51 liegt direkt am Maschsee und bietet einen tollen Blick auf das Wasser und die dicken Karpfen. Nachmittags gibt es hier Kaffee und Kuchen und abends eben Abendbrot. Doch es ist nicht so einfach, einen Tisch im Pier zu bekommen. Das Pier und wir hatten nicht den besten Start: Als wir uns das erste Mal zum Maschsee aufmachten, um dort zu essen, hatte das Restaurant leider geschlossen. Das passierte uns zweimal – einmal davon sogar an einem Samstagabend. Die Location ist nämlich für Hochzeiten und Partys sehr beliebt. So bleibt das Pier 51 regelmäßig geschlossenen Gesellschaften vorbehalten. Bevor du also spontan losläufst, um am Maschsee zu speisen, solltest du auf die Website des Pier 51 schauen – auf ihr steht, wann privat gefeiert wird. Anschließend solltest du zu einem Gott deiner Wahl (oder Sartre) beten, dass der mobile Eiswagen des Frioli am Maschsee-Ufer parkt und sein leckeres Eis verkauft. Ich empfehle Haselnuss. Sonntag mit Sonne Als es uns eines Sonntagnachmittags dann tatsächlich gelungen war, im Pier 51 einzukehren, waren wir allerdings so spät …

Sommer, Sonne, Strandleben!

Das Strandleben in Linden: Einer meiner absoluten Lieblingsplätze in Hannover im Sommer. Direkt an der Ihme gelegen kann man hier den Kopf – bzw. die Füße – in den Sand stecken, einen Cocktail schlürfen und die absolut gechillte Atmosphäre genießen. Von Autos und plärrenden Krankenwagen bekommt man hier nichts mit, dafür kann man Kanufahrer und niedliche Entenfamilien beobachten. Voraussetzung für einen Besuch ist gutes Wetter, denn sonst steht man vor verschlossener Tür, und das, obwohl es keine Tür gibt. Und dann auch noch mit nassen Füßen. Da auf den Wetterbericht kein Verlass mehr ist, kann man sich täglich auf der Facebook-Seite vom Strandleben über Öffnungszeiten informieren. Prinzipiell hat das Strandleben im Sommer täglich geöffnet. Ab und zu wird’s aber bunter und die Inhaber schmeißen ’ne Party – die Hannoveraner lieben das! Zumindest sprechen die Besucherzahlen für sich. So waren wir vor Kurzem auf dem 10ten Geburtstag der Strandbar. Einen Kindergeburtstag konnte man allerdings nicht erwarten. Schon von der anderen Seite der Brücke hören wir den Bass des Elektro-DJs. Eigentlich nicht so meins, schon gar nicht im …

Roof Garden: Strandfeeling in der Großstadt?

«Morgen Abend wird das Wetter gut – wollen wir nicht ins Roof Garden? Außerdem sind da ein paar DJs!» blinkt mein WhatsApp an einem Mittwochnachmittag auf. «Klar, warum nicht!?» antworte ich. Ob das wohl überlegt ist? Donnerstag, 18:10 Uhr: Der Berufsverkehr sorgt für die obligatorische Verspätung von 10 Minuten. Die erste Fehlentscheidung an jenem Abend war, mein Auto im Parkhaus der Ernst-August-Galerie abzustellen. Ganz besonders, weil sich das Roof Garden direkt über dem Parkhaus Mehlstraße befindet. Doch dazu später mehr. Wir betreten das mit Sand beschüttete Parkdeck im 6. Stock und werden sofort von drei Türstehern gebremst. «7 Euro, bitte!» Meine Freundinnen und ich tauschen verwirrte Blicke aus. «Na gut, weil ihr es seid: 5 Euro pro Person!» Das war einfach. Wir kommen rein, obwohl wir keine Lackschuhe tragen.Wenn man sich so umguckt, bekommt man nämlich den Eindruck, dass die hier ein schicker Dresscode gilt. Drinnen sammeln wir uns drei Stühle zusammen und positionieren sie in der Abendsonne. 18:30 Uhr: Mich plagt der Hunger, mein Mittagessen ist schon längst verdaut. Das Roof Garden ist eine …

Café Glücksmoment: Der perfekte Ort für ein erstes Date?

Das Café Glücksmoment in der Altstadt zählt schon lange zu meinen Lieblingsorten in Hannover. Ehrlich gesagt, zählte es bereits zu meinen Lieblingsorten, bevor ich jemals dort war. Der Grund ist kitschig. Von einer Freundin erfuhr ich, dass sie dort Cappuccino und Möhrenkuchen auf Pip-Studio-Geschirr servierten. Als stolze Besitzerin einer sündhaft teuren Pip-Sammlung war ich von diesem Gedanken sofort hin & weg und wusste: Das ist mein Café! Ort für Freundinnen, um über Männer zu lästern, eine Location für den Sonntagsbrunch mit Mutti. Eine Runde Lästern, Brunch mit Mama Wie es sicherlich den meisten Glücksmoment-Mädchen geht, fand auch meine erste Café-Beschnupperung mit Freundinnen statt. Und genau das ist es eigentlich: ein Ort für Freundinnen, um über Männer zu lästern; eine Location für den Sonntagsbrunch mit Mutti. Hinter dem Besuch der besagten Freundin stand jedoch ein anderes Ziel. Sie wurde auf ein Date in das Glücksmoment eingeladen. Oha, dachte ich damals. «Der Typ will dich wirklich beeindrucken, wenn er sich so viel Pink, Blumen und Goldrand gibt!» Von diesem Szenario berichtete ich meinem Damals-Noch-Schwarm Daniel. Für ihn …

Toni: Pizza lieber ungewöhnlich

Birne auf Pizza, das klingt nach einer ungewöhnlichen Idee, vielleicht nach einer schlechten. Sowieso setzt Pizza Toni auf Ungewöhnliches: Statt Tomatensoße ist der Teig mit Crème fraîche bestrichen, zwischen getrockneten Tomaten liegen Walnüsse. Schmeckt das? Einen wie mich, der mit einer einfachen Margherita schon zufrieden ist, kostet die ungewöhnliche Auswahl ein wenig Überwindung. Ich stehe vor dem Tresen, vor mir liegen halbierte und geviertelte Pizzen. Bezahlt wird bei Toni nach Gewicht, «wie in Italien». Man kann auch ein kleines Stück mitnehmen, auf die Hand, ein Slice, wie es sie in New York an jeder Straßenecke gibt. Ich nehme schließlich eine halbe Birnen-Pizza und eine halbe mit Spargel und Schinken, weil ich nicht langweilig sein will. (Später fällt mir ein, dass ich gar keinen Spargel mag, jedenfalls nicht so gern.) Der Pizzabäcker schneidet die Pizza durch und schiebt die Stücke in den Ofen; leider kein Steinofen, sondern einer aus Metall. Wenige Minuten später ist alles fertig und ich bezahle für die beiden Pizzastücke und zwei Softdrinks knapp 18 Euro. Wir sitzen draußen, obwohl der Himmel zwischendurch …