Alle Artikel in: Essen & Trinken

Fischers in Linden-Nord: Mexikanische Gemütlichkeit

Die Limmerstraße in Linden besticht durch kulinarische Vielfalt – und das Fischers überzeugt mit leckeren Tortillas und entspannter Atmosphäre. Wegen der gelb-beigen Fassade sieht das Fischers von außen aus wie eine urige Kneipe. Hinterm Tresen stellt man sich unweigerlich einen Manfred Fischer vor, der von früher fabuliert. Manfred raucht viel und gestikuliert mit gelben Fingern in der stickigen Luft herum. Er lacht hustend über seine eigenen Witze. Mit der Wahrheit hat das aber nichts zu tun: Das Fischers ist keine urdeutsche Kneipe – sondern ein charmanter Mexikaner, der auch von innen wie keiner aussieht. Hier bedienen keine Manfreds mit gelben Händen, sondern junge Menschen mit zarter Haut, die bestimmt in Linden leben und nebenbei ein bisschen studieren. Ein Mädchen trägt auf einem runden Tablett viel Bier herbei und balanciert die schweren Gläser über unseren Köpfen. Dann kracht das alles zusammen, scheppert und klirrt, und das Bier schwappt auf den Holzboden. «Mein erster Tag», erklärt sie und tupft mit Papiertüchern den besoffenen Boden ab. Im Fischers duzen sich alle, was ich toll finde. Am liebsten würde …

Tesoro: Schatz in der Südstadt

Pasta, Saltimbocca und Tiramisu – wir genießen das süße Leben und verwöhnen unsere Gaumen im Tesoro an der Marienstraße. Wir sind spontan und gehen ins Tesoro. Mit etwas Glück bekommen wir einen guten Tisch, mitten im Geschehen, allerdings nicht an der großen Fensterfront. Das Restaurant ist elegant eingerichtet, die Bar leuchtet und taucht den ganzen Raum in lilafarbenes Licht. Der Chef kommt herbei. Erläutert die Wochenkarte, schaut dabei zu seinem Kollegen, der an der Bar Bier zapft. Italienische Worte fliegen durch die Luft, abbondanza!, dann der Hinweis an uns, dass es heute Pasta mit Trüffeln gibt. Für das Studium des restlichen Angebots bekommen wir zwei Speisekarten in die Hände gedrückt. Am Tisch an der Wand sitzt ein junger Mann. Er hat ein Date mit seinem Smartphone, streichelt es liebevoll und wiegt es in der Hand, schaut dem Telefon tief ins Display. Da knistert es, da funkt es: WLAN und LTE, fünf Balken. Am 2er-Tisch am Fenster sitzt ein Pärchen und betrinkt sich schweigend mit San Pellegrino. Ordern wir auch gleich. Am 4er-Tisch sitzen zwei Paare, …

Gondel: Edel essen im Georgspalast

Im Untergeschoss des GOP Hannover befindet sich das Restaurant Gondel. «Kochkunst ohne Schick-Schnack», heißt es auf seiner Webseite. Wir haben das schicke Lokal im Georgspalast besucht. Um 17 Uhr betreten Julia und ich den Georgspalast gegenüber dem Opernhaus. Wir haben unsere Reservierung vor der GOP-Show, die um 18:30 Uhr startet. Wir schreiten die mit rotem Teppich bedeckte Treppe hinab in das Untergeschoss und steigen ein in die Gondel, wo wir von drei freundlichen Mitarbeitern empfangen und erwartet werden.«Oh cool, die Stadtblogger sind da, herzlich willkommen!», freut sich das Mädchen im gepunkteten Blüschen. Sie führt uns zu einem runden Tisch in der Ecke, von dem aus wir die gesamte Gondel im Blick haben. Hier sieht alles so wunderschön aus: wunderschöne Tapeten, wunderschöne Gläser auf den Tischen, wunderschöne Fische, die durch das Aquarium blubbern. Julia und ich müssen uns ein wenig an diese Schönheit gewöhnen. Wir fühlen uns wie in einem Fünf-Sterne-Hotel, durch das man mit großen Augen läuft und erstmal alles anstarren muss. Hier ist alles schick und geschmackvoll, und gleichzeitig unfassbar gemütlich. Die ruhige Hintergrundmusik gibt …

Mimi’s Thai Kitchen – Zuwachs in der Südstadt

In der Hildesheimer Straße hat ein neuer Thailänder eröffnet. Mimi’s Thai Kitchen verspricht authentische Gerichte ohne Geschmacksverstärker. Die müssen wir probieren! Die letzte Fußgängerampel vor dem Ziel ist rot und der Verkehr ist zu dicht. Also warten wir, wie es der Aufkleber an der Ampel empfiehlt. Von hier aus sehen wir bereits das hell erleuchtete Lokal. «Es ist bestimmt voll», orakelt Daniel. Heute ist in der HAZ ein Artikel über Mimi’s Thai Kitchen erschienen, den auch wir gelesen haben, der auch uns gelockt hat. Er würde die ganze Südstadt in den Laden treiben. Und so ist es auch: Die wenigen Tische sind alle besetzt, von zeitungslesenden Südstädtern. Sie schenken uns mitleidige Blicke. Oder ist das hungrige Lethargie, die einen nach Feierabend lähmt? «Die sind hier alle um halb sechs reingekommen, es kann also eine Weile dauern», sagt die Bedienung. Er will uns aber einen Tisch reservieren, wir können in einer drei viertel Stunde wiederkommen. Abgemacht. Wir reisen durch die Zeit mit einer Geschwindigkeit von einer Minute pro Minute. Dann sind wir wieder da, pirschen uns …

La Cantina: Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Wir lieben die spanische Küche – und Tapas lieben wir besonders. Also verschlug es uns ins La Cantina in der Oststadt. Der Slogan des «Tapas-Paradies» macht reizvolle Versprechen: «lecker, spanisch, günstig». Wir sitzen kaum, als Maria neben unserem Tisch steht. Vielleicht heißt Maria ganz anders, aber ich will sie nicht die Kellnerin oder Kellnerin #1 nennen. Jedenfalls möchte «Maria» wissen, was wir trinken möchten.«Sangria», verlangen die einen, «Tinto de verano», wollen die anderen. Dann wird es kompliziert, denn die 5er-Tischrunde ist sich nicht einig, ob das Wasser sprudeln soll oder nicht. Con gas, sin gas? Die Diskussion nimmt ihren Lauf, Vor- und Nachteile werden sorgsam diskutiert: Sprudel blubbert im Bauch, doch Stille lässt die Zunge kalt. Und Maria steht geduldig daneben und denkt: Diese Deutschen und ihre Diskussionen. Oder sie denkt ans Wetter, da draußen regnet es, wie den ganzen Tag schon. Maria seufzt. Sie trägt Turnschuhe und roten Lippenstift, ansonsten viel schwarz. Ihre Haare hat sie zu zwei Zöpfen geflochten und sie um den Kopf gewickelt.«Also, wir nehmen eine Flasche stilles Wasser und eine …

Bronze, Silber, Leinegold

Wir reisen ans Ende des Regenbogens und kehren im Leinegold ein. Doch ist dort wirklich alles Gold, was glänzt? Im 121er sitzen fast nur Paare, die in Papier verpackte Blumen und in Flaschen abgefüllte Weine dabei haben. Sie sind unterwegs zu anderen Paaren, um zusammen zu speisen. Wir haben keine Blumen dabei, aber Hunger. «Hunger kann man nicht dabei haben, Hunger ist ein Lebensgefühl», behauptet der Ehemann des Ehepaares, das uns gegenüber sitzt. Seine Frau hat kurze Haare, er einen langen Nachnamen: «Muss ich immer buchstabieren», nölt er. Alexa nickt. Sie kennt die Misere. Der Wagen hält. Am Thielenplatz treten wir in den eisigen Wind, der uns durch den Tunnel bläst. Im Leinegold sitzt dann schon eine halbe Stadtnotiz, die andere Hälfte hat der Wind verweht. «Hi», sagt Melanie. «Hi», sagt Alexa. «Hi», sage ich. Verlieben an der Bartheke Wir klettern auf die Sitzbank hinterm Hochtisch, jemand reicht uns die Speisekarten. Was zuerst: Cocktail, Bier, Fanta? Nudeln, Burger, Bruschetta? So viele Möglichkeiten, die wir erst mal studieren müssen. Meine Augen stolpern über die unvorteilhaft Schriftart …

Meteora: Gyros, Suflaki – oder beides?

Wer dieses Blog aufmerksam liest, wird unsere Vorliebe für Pizza und Salate bemerken. Doch wir können auch anders: An einem verschneiten Sonntagabend haben wir uns auf den Weg nach Hannover-Mitte gemacht, um das Meteora zu besuchen – ein Grieche, von dem die ganze Stadt schwärmt. Ein eiskalter Gegenwind schneidet in unsere Gesichter. Die letzten Meter sind die schlimmsten. Es ist kurz nach 18 Uhr, das Meteora hat seit eben geöffnet. Wir sind pünktlich wie zwei Rentner, die morgens um 7:59 Uhr vor dem Edeka stehen und die allerersten sind. Im Meteora sitzen aber schon andere Paare, die noch hungriger und pünktlicher als wir waren. Rechts von uns diniert ein dicker Mann mit seiner Frau. In seinen Nackenfalten glänzt der Schweiß. Essen ist anstrengend, kostet Kraft. Seine Ehefrau ist sehr blond, sie würde rauchen, wenn sie dürfte. Die beiden sind jeden Sonntag hier, sie haben einen Stammplatz. Daneben sitzt ein junges Paar, das sehr langweilig ist: Sie gehen manchmal zu IKEA, gucken abends VOX. Huch, das sind ja wir. Wir sitzen am Kamin, der aus ist. …

Luft, Liebe und Pizza bei Francesca & Fratelli

Außer auf der Limmerstraße gibt es neuerdings auch in der Nähe der Altstadt ein Francesca & Fratelli. Wir haben uns von der Pizza-Manufaktur anlocken lassen. Ihr könnt euch irgendwo dahinten hinsetzen», sagt ein junger Mann mit schwarzen Haaren und braunen Augen; vielleicht ist er Fratelli*, überlege ich. «Bis 20 Uhr ist der Tisch frei.» Es ist Samstag, kurz vor 18 Uhr. Wir haben eine kleine Shopping-Tour durch Hannovers Innenstadt hinter uns, und jetzt sind wir hungrig und durstig und geschafft. Wir entscheiden uns für zwei Plätze an einer der langen Tischenreihen. Hier steht Tisch neben Tisch, Stuhl neben Stuhl. Im Francesca & Fratelli sitzen Fremde neben Fremden. Am Tisch an der Wand sitzt ein Ehepaar. Sie haben beide studiert und lesen viel. Der Mann trägt eine runde Brille, er unterrichtet Deutsch und Philatelie am hiesigen Gymnasium und seine grauen Haare sind ein bisschen struppig vom vielen Nachdenken. Seine Frau nennt ihn deshalb gerne «Struppi» und schlürft am Weißwein, dann begrüßen sie uns einstimmig: «Guten Abend!» Wir sind an Tisch 11 gelandet, neben uns sitzen das …

Das Spandau in der Nordstadt: Vegetarier auf Futtersuche

Es ist Freitagnachmittag, die erste Arbeitswoche im neuen Jahr ist erfolgreich abgeschlossen. Feierabend, Wochenende. Wie immer ist auch der Hunger groß, den Julia, Raissa und ich im Spandau stillen möchten. Wir treffen uns um 17 Uhr am E-Damm in der Nordstadt und betreten ein fast menschenleeres Lokal. Ein Kellner wartet auf seinen Schichtbeginn, liest am Tresen eine Zeitung und zapft ein Getränk für sich selbst. An einem Tisch sitzen drei bäuchige Herren vor leeren Weizengläsern, in die sie laut hineinlachen. Das lila leuchtende Lokal bietet uns freie Plätze in Hülle und Fülle – und doch können wir uns nicht entscheiden. Kritisch beäugen wir jeden Tisch, bis wir uns ans Ende durchgeäugt haben und eine Sofalandschaft erreichen. Sperrgebiet im Obergeschoss «Dürfen wir auch oben sitzen?» fragt Julia die blonde Bedienung. «Ja klar!», entgegnet sie und schwingt ihre Hand einladend in Richtung Treppe. Im Entenmarsch watscheln wir zu den Stufen. Entenmama Julia bremst abrupt, Raissa und ich krachen in sie hinein. Nachdem wir Centmünzen und Lippenstifte vom Boden aufgesammelt und unsere Frisuren und Schnürsenkel gerichtet haben, entdecken …

Meine Pizza in Linden-Süd: Mio Mio!

Eigentlich wollen wir ins Napoli in der Deisterstraße, doch dort speist eine geschlossene Gesellschaft. Also reservieren wir ein paar Häuser weiter einen Tisch im Mio Mio, wo wir unsere Gaumen mit Pizza verwöhnen. Mit der 9 rumpeln wir zum Schwarzen Bären, verspätet natürlich, und zusammen mit angetrunkenen Fußballfreunden. Eilig huschen wir über die Straße und betreten noch schnell die Spielothek, um das nötige Trinkgeld zu erspielen. Fünf Minuten später erreichen wir das Mio Mio, wo schon die beiden Stadtschreiberinnen Rebecca und Melanie auf uns warten.«Hi», sage ich.«Hi», sagt Rebecca.«Hi», sagt Alexa.«Hi», sagt Melanie. Das Mio Mio lebt, lacht und leuchtet. Wir haben einen Tisch reserviert und nehmen in der Ecke des kleinen Lokals Platz, direkt vor dem Regal mit den vielen Weinflaschen. Auf dem Tisch liegen als Tischdeckenersatz die Speisekarten, die ich eigentlich gar nicht zu lesen brauche. Ich weiß schon, was ich will: Pizza! (Laut HAZ sind aber auch das Rumpsteak und die Ravioli gut.)«Was darf’s sein?», fragt die Kellnerin und notiert unsere Wünsche auf einem kleinen Notizblock. Das ist irgendwie charamant in Zeiten …

Frühstücks-Happy-Hour im Café Safran

Wer bei Happy Hour nur an Cocktails denkt, kennt das Café Safran noch nicht. Rebecca und Melanie vom Blog Stadtnotizen testen das Frühstück in dem beliebten Ecklokal. Eine Scheibe Toast bleibt immer übrig, prophezeit Rebecca und stellt das halbvolle Brotkörbchen auf der Fensterbank ab. Der Tisch ist zu klein für all die Köstlichkeiten, die uns gebracht wurden. Ich schaue auf meinen Teller: Die obere Hälfte meines Kürbiskernbrötchens ist turmhoch mit Käse, Lachs, Salat und Paprika belegt. Ich schaue zu Rebeccas Teller hinüber. Da liegt ein Marmeladenbrötchen. Rebecca sieht meinen leicht verschämten Blick und grinst. Sie mag ihr Frühstück süß und puristisch – ich mag es herzhaft und opulent. Harry & Sally zum Frühstück Es gibt hier zum Glück ein passendes Angebot für uns beide. Harry&Sally heißt es, ein Frühstück für zwei, das neben John Belushi (1 Tasse Kaffee, 1 Gauloises-Zigarette, 1 Kaugummi) und Madame Tussauds (Spiegeleier auf Bacon, 3 Rostbratwürstchen) den Charakter des Café Safran in der Calenberger Neustadt wunderbar beschreibt. Die Namen auf der Frühstückskarte, die verschiedene Frühstücksvariationen vorstellen, bilden ein popkulturelles Ensemble aus …

Lindenblatt in Linden: Cocktails vom Feinsten

Wer in Hannover limmern geht, kauft sein Bier beim Späti oder bei Rewe. Gute Cocktails gibt es am Kiosk aber nicht – sondern im Lindenblatt, meiner Lieblingsbar in Linden-Nord. Dort habe ich mich mit meiner frankophilen Freundin Alina zum Feierabendcocktail verabredet. Die Getränke- und Essenskarte gibt es im Lindenblatt separat. Beide Karten sind minimalistisch gehalten – sowohl vom Design als auch vom Inhalt. Ich habe mal gelernt, dass es für eine gute Küche spricht, wenn ein Restaurant nur wenige Speisen anbietet. Für das Lindenblatt ist diese Theorie mehr als zutreffend. Auf der Speisekarte stehen hier zum Beispiel nur acht Hauptgerichte, darunter zwei Burger, Pasta, Risotto, drei Fleischgerichte und Kichererbsenbällchen. Als Nachtisch stehen zwei Desserts zur Auswahl. Un cocktail, s’il vous plaît «Haben die Damen schon einen Wunsch?», fragt uns der Kellner mit den braunen Locken und den Rehaugen. «Du hast einen französischen Akzent!», freut sich Alina, die sich selbst wie eine halbe Französin fühlt. Kein Wunder, sie hat nämlich in Montpellier studiert. «Oui, ich komme aus Marokko.» «Arthur est un perroquet», sage ich. Irritierte Blicke, peinliches …

Mittagspause bei den Soupsisters

Die Einkaufstüten sind voll, aber der Magen ist leer – höchste Zeit für ein Mittagessen. Schlemmer-Möglichkeiten gibt es in der City viele. Wir entscheiden uns für Suppe und Sandwich. Langweilig? Lecker! Alle Menschen, die in Hannover leben, sind an diesem Samstag aufgebrochen und treten sich in der Innenstadt auf die Füße, zerren Plastiktüten durchs Gedränge, zwischen Beinen hindurch, vorbei an den Punks, die einer Frau «Guten Appetit!» hinterher brüllen. Die Frau beißt im Gehen in einen Döner, ein Kunststück, das viel Mut & Können erfordert. Früher habe ich mir gern einen Gyrosfladen geholt, da unten am Kröpcke, neben der kleinen Pizzabude, wo es diese geile Pizza gab. Tempo-Treff hieß das. Nach einigen Einkäufen machen wir Mittagspause am frühen Nachmittag. Josi hat uns das Soupsisters in der Osterstraße empfohlen, also schleppen wir uns mit letzter Kraft dorthin. Draußen ist ein Tisch frei, an den wir uns setzen – es ist November und wir können im Freien essen! Am Schaufenster ist eine Sitzbank angebracht mit gemütlichen Sitzpolstern. Neben uns sitzt eine Frau, die ein dickes Buch liest. …

Cocktails im Goldfisch Hannover

Das Goldfisch und wir hatten nicht unbedingt den besten Start. Gemeinsam mit meinen Freundinnen Julia und Nicole probiere ich endlich diese Bar aus, an der ich täglich vorbeifahre, die immer gut besucht ist und immer hip aussieht. Die Südstadt ist nicht unbedingt berühmt für hippe Bars – also möchte ich herausfinden, was es mit dem Goldfisch auf sich hat. Der Sommer gibt in den letzten Zügen nochmal alles, sodass wir draußen Platz nehmen. Wir teilen uns den Außenbereich mit einer nach Bier und Pizza lüsternden Runde. Der Kellner mit drei Halsketten reicht uns je eine Essens- und eine Cocktailkarte. Ich schiele zu den Nachbarn, die bereits quietschvergnügt die Biergläser aneinander schellen. Auch bei ihnen erblicke ich nur eine Karte. Leicht enttäuscht schweift mein Blick zurück und ich finde mich damit ab, dass ich gleich Buchstaben auf dem Kopf entziffern werde. Plötzlich steht der Kettenmann vor uns: «Schon was zu trinken?» Ein Cocktail soll es sein, denn den Happy-Hour-Schnapper von 4,50 Euro lassen wir uns nicht entgehen. Ich muss allerdings erstmal zur Getränkerückgabe und hatte ohnehin noch keine Chance, …

Im Treibhaus den Hunger vertreiben

Ja, wir sind schon kleine Salat-Fans. Vielleicht haben es Restaurantbetreiber, die uns einen Salat servieren, auch nicht leicht mit uns. Weder das LaSall noch das Roof Garden konnten unseren Ansprüchen gerecht werden. Liegt es an uns? Erwarten wir zu viel? Nein! Ganz bestimmt nicht. Wir sind einfach nur zwei Otto-Normal-Salat-Konsumenten, die halt nicht unbedingt auf Fertigdressing stehen und gern eine buntere Variation als Eisbergsalat-Tomate-Paprika auf Goldrandtellern vorfinden. Und es gibt sie tatsächlich – die Salate, die unser Herz aufblühen lassen und ganz nebenbei noch freundlich zum Portemonnaie sind. Es war ein verregneter Dienstagabend in Hannover. Nein, eigentlich schien die Sonne, wir saßen ja draußen. Und war es nicht ein Donnerstag? Na ja, wie auch immer. Eines Feierabends trieb es Julia und mich in die List, eines der schönsten Viertel Hannovers. Genau genommen statteten wir dem Café Treibhaus einen Besuch ab. Zum Amüsement meiner Mitmenschen nenne ich es meistens Treibsand, was zu meiner Verteidigung einen guten Grund hat. Das Treibsand existiert(e) nämlich auch, in Detmold, meiner Heimatstadt. Doch hier in Hannover gibt es nur das Treibhaus. Treibhaus, Treibhaus. …

Da Toni: Pizza auf Rädern

Wenn wir nicht zur Pizza kommen, kommt die Pizza halt zu uns – per Lieferservice! Doch kann eine gebrachte Pizza unsere verwöhnten Gaumen zufrieden stellen? Ein lazy Sunday neigte sich seinem Ende entgegen und unsere Mägen knurrten so laut, dass die Nachbarin klingelte und besorgt nachfragte, ob wir Bären in der Wohnung halten würden. Das sei nämlich nicht erlaubt. «Ich möchte auch ein flauschiges Bärenbaby haben», erzählte die Nachbarin. «Aber ich darf nicht.» «Nein, Frau Dings, das Knurren kommt aus unseren Bäuchen und nicht aus irgendwelchen Bären», erklärte ich. Wir waren viel zu schwach, um zu kochen oder raus zu gehen. Glücklicherweise hatte uns Alexas Freundin Julia den Bringdienst da Toni empfohlen. Der würde gute Pizzen liefern, hatte Julia behauptet. Und wir glaubten ihr, denn Julia macht einen vertrauenswürdigen Eindruck. Also schaltete ich unser Modem ein, es kreischte, und schon nach zwei Tagen waren wir online. Auf der Website von da Toni fanden wir eine Speisekarte als PDF-Dokument, ich entschied mich für #278 Emanuele mit Mozzarella, Kirschtomaten, Rucola und gehobeltem Parmesan. Alexa nahm eine Pizza …

Das Teestübchen in der Altstadt

Das Teestübchen am Ballhofplatz zieht ganz besonders bei strahlendem Sonnenschein teedurstige und kuchenhungrige Menschen in seinen Bann. Ein solcher Tag war auch dieser: Sonne, blauer Himmel, leerer Magen. Meine Freundin Julia und ich beschließen, dass es dringend mal wieder Zeit für ein Feierabend-Treffen im Teestübchen ist. Es befindet sich im Herzen der Altstadt, ganz in der Nähe des liebevollen Café Glücksmoment. Dank des weitläufigen Ballhofplatzes kann das eigentlich winzige Café sich ins Vielfache mit Sitzmöglichkeiten ausbreiten. Heute können wir uns einen Platz aussuchen. Das liegt vielleicht daran, dass sich die Sonne in großen Teilen bereits hinter den umliegenden Häusern versteckt. Ballert sie nämlich voll auf den Hof, sollte man sich auf den Kampf um einen Platz vorbereiten. Wie der Name verrät, ist Tee die Spezialität des Hauses. Doch noch ist es uns viel zu warm für ein Heißgetränk, die Schweißperlen von der 30-minütigen Radtour stehen mir auf der Stirn. Ich brauche eine Abkühlung – und zwar eine richtige. Meine Augen funkeln als ich die Sommerkarte entdecke, mein Impuls lässt mich den Hibiskusblüten-Eistee bestellen. Julia entscheidet …

Stadtbummel und Stammkreipe

Manchmal wünsche ich mir, dass es den ganzen Samstag lang regnet – dann müsste ich nicht vor die Tür und könnte einfach im Bett liegen bleiben oder auf dem Sofa. Mal die Zeitung komplett lesen, sogar den Wirtschaftsteil. Doch an jenem Samstag schien die Sonne gnadenlos und trieb uns ins Freie. Mit dem Rad fuhren wir in die Innenstadt, um Produkte zu erwerben. Bei 25 Music hatte ich ein bisschen Glück, weil sie dort die neue LP von Jamie xx vorrätig hatten. Der Schallplatte lag auch eine CD bei – zwei obsolete Datenträger zum Preis von einem! (Der Musikliebhaber denkt nun: Vinyl ist obsolet?! Du Banause!) Nach einem kurzen Abstecher zu Zweitausendeins, wo ich noch ein Buch über Pablo Neruda erstand, schlenderten wir in Richtung Lister Meile und machten eine Kaffee- und Kuchenpause in der Konditorei Kreipe, einem Café das irgendwie auch Coffee Time heißt. Nerudas Gedichte dienten mir zeitweise als U-Bahn-Lektüre – allerdings ist die U-Bahn nicht der beste Ort für Liebeslyrik. Wespen sind Arschlöcher «Ich finde es komisch, wenn Leute nicht lesen», erzählte …

Pier 51: Kaffeepause auf dem Maschsee

Das Pier 51 liegt direkt am Maschsee und bietet einen tollen Blick auf das Wasser und die dicken Karpfen. Nachmittags gibt es hier Kaffee und Kuchen und abends eben Abendbrot. Doch es ist nicht so einfach, einen Tisch im Pier zu bekommen. Das Pier und wir hatten nicht den besten Start: Als wir uns das erste Mal zum Maschsee aufmachten, um dort zu essen, hatte das Restaurant leider geschlossen. Das passierte uns zweimal – einmal davon sogar an einem Samstagabend. Die Location ist nämlich für Hochzeiten und Partys sehr beliebt. So bleibt das Pier 51 regelmäßig geschlossenen Gesellschaften vorbehalten. Bevor du also spontan losläufst, um am Maschsee zu speisen, solltest du auf die Website des Pier 51 schauen – auf ihr steht, wann privat gefeiert wird. Anschließend solltest du zu einem Gott deiner Wahl (oder Sartre) beten, dass der mobile Eiswagen des Frioli am Maschsee-Ufer parkt und sein leckeres Eis verkauft. Ich empfehle Haselnuss. Sonntag mit Sonne Als es uns eines Sonntagnachmittags dann tatsächlich gelungen war, im Pier 51 einzukehren, waren wir allerdings so spät …

Sommer, Sonne, Strandleben!

Das Strandleben in Linden: Einer meiner absoluten Lieblingsplätze in Hannover im Sommer. Direkt an der Ihme gelegen kann man hier den Kopf – bzw. die Füße – in den Sand stecken, einen Cocktail schlürfen und die absolut gechillte Atmosphäre genießen. Von Autos und plärrenden Krankenwagen bekommt man hier nichts mit, dafür kann man Kanufahrer und niedliche Entenfamilien beobachten. Voraussetzung für einen Besuch ist gutes Wetter, denn sonst steht man vor verschlossener Tür, und das, obwohl es keine Tür gibt. Und dann auch noch mit nassen Füßen. Da auf den Wetterbericht kein Verlass mehr ist, kann man sich täglich auf der Facebook-Seite vom Strandleben über Öffnungszeiten informieren. Prinzipiell hat das Strandleben im Sommer täglich geöffnet. Ab und zu wird’s aber bunter und die Inhaber schmeißen ’ne Party – die Hannoveraner lieben das! Zumindest sprechen die Besucherzahlen für sich. So waren wir vor Kurzem auf dem 10ten Geburtstag der Strandbar. Einen Kindergeburtstag konnte man allerdings nicht erwarten. Schon von der anderen Seite der Brücke hören wir den Bass des Elektro-DJs. Eigentlich nicht so meins, schon gar nicht im …