Autor: Daniel

Da Toni: Pizza auf Rädern

Wenn wir nicht zur Pizza kommen, kommt die Pizza halt zu uns – per Lieferservice! Doch kann eine gebrachte Pizza unsere verwöhnten Gaumen zufrieden stellen? Ein lazy Sunday neigte sich seinem Ende entgegen und unsere Mägen knurrten so laut, dass die Nachbarin klingelte und besorgt nachfragte, ob wir Bären in der Wohnung halten würden. Das sei nämlich nicht erlaubt. «Ich möchte auch ein flauschiges Bärenbaby haben», erzählte die Nachbarin. «Aber ich darf nicht.» «Nein, Frau Dings, das Knurren kommt aus unseren Bäuchen und nicht aus irgendwelchen Bären», erklärte ich. Wir waren viel zu schwach, um zu kochen oder raus zu gehen. Glücklicherweise hatte uns Alexas Freundin Julia den Bringdienst da Toni empfohlen. Der würde gute Pizzen liefern, hatte Julia behauptet. Und wir glaubten ihr, denn Julia macht einen vertrauenswürdigen Eindruck. Also schaltete ich unser Modem ein, es kreischte, und schon nach zwei Tagen waren wir online. Auf der Website von da Toni fanden wir eine Speisekarte als PDF-Dokument, ich entschied mich für #278 Emanuele mit Mozzarella, Kirschtomaten, Rucola und gehobeltem Parmesan. Alexa nahm eine Pizza …

Stadtbummel und Stammkreipe

Manchmal wünsche ich mir, dass es den ganzen Samstag lang regnet – dann müsste ich nicht vor die Tür und könnte einfach im Bett liegen bleiben oder auf dem Sofa. Mal die Zeitung komplett lesen, sogar den Wirtschaftsteil. Doch an jenem Samstag schien die Sonne gnadenlos und trieb uns ins Freie. Mit dem Rad fuhren wir in die Innenstadt, um Produkte zu erwerben. Bei 25 Music hatte ich ein bisschen Glück, weil sie dort die neue LP von Jamie xx vorrätig hatten. Der Schallplatte lag auch eine CD bei – zwei obsolete Datenträger zum Preis von einem! (Der Musikliebhaber denkt nun: Vinyl ist obsolet?! Du Banause!) Nach einem kurzen Abstecher zu Zweitausendeins, wo ich noch ein Buch über Pablo Neruda erstand, schlenderten wir in Richtung Lister Meile und machten eine Kaffee- und Kuchenpause in der Konditorei Kreipe, einem Café das irgendwie auch Coffee Time heißt. Nerudas Gedichte dienten mir zeitweise als U-Bahn-Lektüre – allerdings ist die U-Bahn nicht der beste Ort für Liebeslyrik. Wespen sind Arschlöcher «Ich finde es komisch, wenn Leute nicht lesen», erzählte …

Maschseefest: Mangozella und Pommes-Becher

Döner, Garnelen und Mangozella: An den Ufern des Maschsees bieten zahllose Buden eine kulinarische Vielfalt, die Münder befeuchtet und Mägen aufheulen lässt. Eindrücke vom 30. Maschseefest. Es ist Samstag und die Sonne schleudert ihr warmes Licht durch das raschelnde Blattwerk der Bäume. Am Himmel verdirbt keine einzige Wolke den Anblick. So offenbaren sich dem aufmerksamen Betrachter viele Postkartenmotive – denn auf dem Maschsee schwimmen auch noch Schwäne. Wir starten am Pier 51 und machen uns auf den Weg zum Nordufer, wo sich das Epizentrum des Maschseefests befindet. Es duftet nach Pommes, Currywurst und dann auch nach Fisch, weil wir Gosch erreicht haben. Hier machen wir unseren ersten Halt. An einem der Hochtische sitzen Eheleute, die schon seit Ewigkeiten ein Paar sind. Sie sitzen sich schweigend gegenüber, aber ihre Blicke gehen ins Leere. Manchmal nippt der Ehemann an seinem Bier, das in der Sonne goldig funkelt. Dann nimmt er seine Arbeit wieder auf und schaut weiter in die Luft. Die Ehefrau mustert kurz ihren Ehemann und vergewissert sich, dass er noch existiert. Für ein Pappschälchen Scampis …

Pier 51: Kaffeepause auf dem Maschsee

Das Pier 51 liegt direkt am Maschsee und bietet einen tollen Blick auf das Wasser und die dicken Karpfen. Nachmittags gibt es hier Kaffee und Kuchen und abends eben Abendbrot. Doch es ist nicht so einfach, einen Tisch im Pier zu bekommen. Das Pier und wir hatten nicht den besten Start: Als wir uns das erste Mal zum Maschsee aufmachten, um dort zu essen, hatte das Restaurant leider geschlossen. Das passierte uns zweimal – einmal davon sogar an einem Samstagabend. Die Location ist nämlich für Hochzeiten und Partys sehr beliebt. So bleibt das Pier 51 regelmäßig geschlossenen Gesellschaften vorbehalten. Bevor du also spontan losläufst, um am Maschsee zu speisen, solltest du auf die Website des Pier 51 schauen – auf ihr steht, wann privat gefeiert wird. Anschließend solltest du zu einem Gott deiner Wahl (oder Sartre) beten, dass der mobile Eiswagen des Frioli am Maschsee-Ufer parkt und sein leckeres Eis verkauft. Ich empfehle Haselnuss. Sonntag mit Sonne Als es uns eines Sonntagnachmittags dann tatsächlich gelungen war, im Pier 51 einzukehren, waren wir allerdings so spät …

Stadtflucht: Ausflug ans Steinhuder Meer

Nicht weit von Hannover entfernt liegt ein kleines Meer. Wir sind dorthin unterwegs, gleiten über die Autobahn. Auf der A2 krachen wir zwischen schlingernden LKW in Richtung Nord-West – und stehen dann auf dem Standstreifen. An der Ausfahrt staut es sich. Vor uns ein Müllauto, hinter uns ein Choleriker, der Geister beschimpft und fast durchdreht. Vielleicht muss er dringend pinkeln, vielleicht wartet seine Affäre auf ihn. Dass er jetzt aufgehalten wird, kotzt ihn richtig an. Falling Down. Dann drängeln sich zwei Omas in ihrem Opel zwischen den Choleriker und uns. Er verschwindet. Langsam bewegen wir uns vorwärts, Meter für Meter in Richtung Meer und kommen irgendwann in Steinhude an. Das Parken am Steinhuder Meer kostet überall Geld, außer in der Innenstadt – aber da dürfen nur Kurzparker halten. Wir wollen Stunden am Wasser verbringen, also müssen wir zahlen. Doch der Parkscheinautomat versteht nur Kleingeld – und die Geldkarte. «Geldkarte» klingt wie «Telefax». Und wie die meisten Deutschen haben wir keinen Cent auf den Chip geladen, der jede EC-Karte veredelt. «Alexa, lass doch mal deinen Charme …

Schwimmen im Maschsee

Am Himmel spendete keine einzige Wolke Schatten, alles war hell erleuchtet. Also suchten wir unser Badezeug, schlüpften hinein und fuhren zum Südufer des Maschsees, wo sich das Strandbad befindet. Am Eingang war zunächst niemand zu sehen und es kribbelte in meinen Beinen, einfach reinzulaufen, um den Eintritt zu sparen – aber das gute Gewissen beobachtete uns in Gestalt zweier Mädchen, die mit tätowierten Beinen am Eingang standen und willig waren, zu zahlen. Tattoos verblassen und verlaufen, stellte ich fest, während ich versuchte, die Motive zu erkennen, die sich die beiden jungen Frauen ins Beinfleisch hatten stechen lassen. Ein Panzer, ein Totenkopf? Nein, dazu waren die Mädchen zu filigran, zu harmlos; das waren zwei, die Taylor Swift hören – was immer das jetzt heißen soll. Jedenfalls zahlten wir knapp fünf Euro Eintritt für uns beide. (Rabatte gibt’s für uns erst wieder, wenn wir in Rente gehen. Also nie?) Pralle Sonne, blasse Körper Vor uns erstreckte sich eine große Wiese ohne Bäume, ohne Schirme. Nur verbranntes Gras in der prallen Sonne, die blasse Körper briet. Rote Bäuche, …

Toni: Pizza lieber ungewöhnlich

Birne auf Pizza, das klingt nach einer ungewöhnlichen Idee, vielleicht nach einer schlechten. Sowieso setzt Pizza Toni auf Ungewöhnliches: Statt Tomatensoße ist der Teig mit Crème fraîche bestrichen, zwischen getrockneten Tomaten liegen Walnüsse. Schmeckt das? Einen wie mich, der mit einer einfachen Margherita schon zufrieden ist, kostet die ungewöhnliche Auswahl ein wenig Überwindung. Ich stehe vor dem Tresen, vor mir liegen halbierte und geviertelte Pizzen. Bezahlt wird bei Toni nach Gewicht, «wie in Italien». Man kann auch ein kleines Stück mitnehmen, auf die Hand, ein Slice, wie es sie in New York an jeder Straßenecke gibt. Ich nehme schließlich eine halbe Birnen-Pizza und eine halbe mit Spargel und Schinken, weil ich nicht langweilig sein will. (Später fällt mir ein, dass ich gar keinen Spargel mag, jedenfalls nicht so gern.) Der Pizzabäcker schneidet die Pizza durch und schiebt die Stücke in den Ofen; leider kein Steinofen, sondern einer aus Metall. Wenige Minuten später ist alles fertig und ich bezahle für die beiden Pizzastücke und zwei Softdrinks knapp 18 Euro. Wir sitzen draußen, obwohl der Himmel zwischendurch …