Autor: Daniel

Fairbase Coffee: Köstlicher Kaffee in der Nordstadt

In der Nordstadt hat ein neues Café eröffnet: das Fairbase Coffee in der Appelstraße. Hier soll alles fair sein – und das heißt für Betreiber Chokri vor allem: pflanzlich. Wenn schon das Leben nicht fair ist, kann es wenigstens der Kaffee sein. Natürlich nicht jede Bohne, sondern ausgesuchte, zum Beispiel die von der Rösterei Wood Grouse. Deren Kaffee ist auch noch köstlich und begeistert seit geraumer Zeit die Kaffeeliebhaber in Linden-Süd. Nun hat die Nordstadt Glück, dort eröffnete jüngst das Fairbase Coffee. In den Tassen landet auch hier: Kaffee von Wood Grouse. Transparent geröstet Hinter der Rösterei steckt Arno Auer, der mit dem V17 auch ein kleines Café in der Deisterstraße betreibt. Sein Kaffee ist von höchster Qualität und fair gehandelt, die Bauern bekommen für ihre Bohnen eine angemessene Bezahlung. Außerdem legt Arno viel Wert auf größtmögliche Transparenz: Auf seiner Website veröffentlicht er viele Zusatzinfos über seine Kaffeebohnen, die Bauern und den Röstprozess. Aber zurück in die Nordstadt: Dort steht Chokri Khiari hinterm Tresen und begrüßt uns fröhlich. Und irgendwie kommt er uns total bekannt …

Mit dem Stadtflitzer nach Hildesheim

Zeit für einen Ausflug: Nach Hildesheim ist es nicht weit, nur eine halbe Stunde mit dem Auto, über die A7. Die Reise lohnt sich, denn die Stadt hat hübsche Ecken, Straßen und einen beschaulichen Marktplatz zu bieten. Und es gibt köstlichen Kuchen. Wir wollen raus und haben doppelt Glück: Ein Stadtflitzer parkt in unmittelbarer Nähe und es gibt an diesem Sonntag einen Spezialrabatt. Spontan beschließen wir, nach Hildesheim zu fahren – dort hat Alexa einige Jahre gelebt und studiert, sie kennt sich aus. Das Black Apron aber kennt sie noch nicht, das wollen wir besuchen und den Kuchen probieren. Die Autobahn ist fast leer, um kurz nach eins erreichen wir Hildesheim. Die Anreise mit der Bahn ist auch bequem: Nehmt einfach die S4 oder den RE und schaut eine halbe Stunde aus dem Fenster. Black Apron: Kaffee vor Pizza Die Reihenfolge stimmt nicht an diesem Vormittag: Vor der Pizza kommt erst mal Kuchen. Wir sitzen im Black Apron, ein äußerst schickes Café, das auch in Berlin sein könnte – und inzwischen auch in Berlin ist: …

Corona: Was wir vermissen

In diesen seltsamen Zeiten müssen wir alle auf vieles verzichten. Leicht ist das nicht. Eine unvollständige Liste an Dingen, die wir vermissen – und auf die wir uns freuen. Einerseits haben wir uns daran gewöhnt, einen anderen Alltag zu haben, Abstand zu halten, Masken zu tragen und etwas vorsichtiger zu sein. Andererseits vermissen wir es, im List:ich beisammen zu sitzen und mit Freunden zu quatschen. Wir vermissen es, Spaghetti in der Trattoria zu speisen und doch noch einen zweiten Rotwein zu schlürfen. Wir vermissen das Stöbern ohne störende Gesichtsmaske – im Buchladen, bei Viewme, bei Maranolo, bei Liebe & Zeug. Wir vermissen diese scheinbar sinnlosen Streifzüge durch Geschäfte, das ziellose Schauen und das freudige Finden von schönen Dingen. Wir vermissen Spontankäufe (die wir später bereuen). Wir vermissen den Trubel in den Kitas um die Ecke. Vermissen den Filmgenuss im Lodderbast und auch im Astor. Netflix ist wunderbar, aber es fehlen der Popcorn-Geruch, das Lachen der anderen und das Schniefen. (Ein bisschen fehlt uns sogar dieser eine Idiot, der während des Films ständig aufs Handy gucken …

Eva’s Kitchen: Peruanisches Essen in der List

In der List kocht Eva Palomino peruanische Köstlichkeiten. Wir werfen einen Blick in «Eva’s Kitchen» und nehmen Platz in ihrem schnuckeligen Lokal. Nach Peru ist es nicht weit, wir können zu Fuß gehen, sind aber ein bisschen spät dran. Um 19 Uhr sollten wir da sein – jetzt ist es Punkt 19 Uhr und wir sind noch unterwegs. Unser Ziel befindet in der Liebigstraße in der List, dort serviert Eva Palomino peruanische Spezialitäten, auf die wir große Lust haben. Seit einer Weile spielen wir nämlich mit dem Gedanken, Südamerika zu bereisen. Zur Probe nun also Klein-Peru um die Ecke. Hinweis: Unser Besuch ist bereits einige Wochen her. Damals durfte man noch in Restaurants schlemmen und in Cafés faulenzen. Dann kam, as you know, Corona. Ihr könnt aber weiterhin Evas Gerichte probieren: Sie und ihr Team bieten einen Lieferservice an – oder ihr holt euer Essen einfach selbst ab. So haben wir es neulich gemacht und unser peruanisches Mittagessen daheim verspeist. Peruanisch essen in Hannover Eva’s Kitchen ist ein schnuckeliges Restaurant, charmant eingerichtet und gemütlich. Blaue …

Restaurant Chois: Korea in der List

Bibimbap – das klingt doch gut! Wir probieren die koreanische Spezialität im Restaurant Chois auf der Lister Meile. Ist das hier wirklich der Eingang? Bestimmt, also schreiten wir voran, laufen über den roten Teppich und der Treppe entgegen. Wir wissen: Wir müssen nach oben, denn das Ziel befindet sich im ersten OG. In einem Gebäude, das keinen Schönheitspreis gewinnen würde. Aber das ist egal, schließlich geht’s nicht um schöne Fassaden, sondern ums leckere Essen. Und das soll es hier geben: im koreanischen Restaurant Chois auf der Lister Meile. Dass wir hier zu Mittag essen, ist Zufall. Eigentlich wollten wir ins Codo nebenan und vietnamesisch essen, aber da waren alle Plätze besetzt. Also schlenderten wir weiter und irgendwie fiel uns das Chois ins Auge. Oben angekommen, haben wir unverschämtes Glück: Es ist zwar auch alles voll – aber just in diesem Moment steht ein Liebespaar auf und gibt einen Tisch am Fenster frei, den wir fliegend übernehmen. Mittagspause im Chois Neugierig studieren wir das Mittagsmenü und lesen: Dolsot Bibimbap. Was ist das denn? Klingt irgendwie gut …

Be nice: Café serviert vegane Leckereien

In der Nordstadt gibt es einen neuen Glücksort für vegane Genießer: das Be nice neben dem Kultkiosk von Onkel Olli. Hier gibt’s Baguettes, Suppen, Kuchen und handgemachte Dips – alles vegan und lecker. Die rote Ampel hält uns nicht auf: Wir gehen einfach rüber, über die Podbi, denn weit und breit ist kein Auto in Sicht.«Schönes Vorbild!», brüllt plötzlich eine Frau. Sie bleibt hinter uns an der roten Ampel stehen, pflichtgemäß, so will es das Gesetz. An der Hand hält sie ihre Tochter, die ist 8 oder 9, heißt Sophia-Maria oder Lara-Julia und trägt pinke Gummistiefel, obwohl die Sonne scheint.«Ich muss kein Vorbild sein», erkläre ich der Mutter, ehe wir in die Straßenbahn springen – in unser Fluchtfahrzeug. Unser Ziel: die Nordstadt, denn dort gibt es ein neues Bistro-Café, das mit veganer Vielfalt überzeugen will. Unser Anwalt Dr. Edelbert Blankewiese-Kopsieker hat uns zu folgender Klarstellung geraten: «Über rote Ampeln soll man nur laufen, wenn keine Kinderaugen diesen illegalen Nervenkitzel beobachten können. Ähnliches gilt für anwesende Kleintiere.» Vegan und hundefreundlich Die Hausfassade ist blau – das …

Stadtteiltour: Das ist die Deisterstraße

Am Capitol geht sie los – unsere kleine Stadtteiltour durch Linden-Süd, die Deisterstraße hinunter, dem Abendessen entgegen. Es ist wie bei einem Geschwisterpaar: Die eine Schwester ist laut, cool und lässig; die andere spricht leise und steht gern hinterm Vorhang. Linden-Süd wäre eher die ruhige Schwester. Linden-Nord hingegen: plappert ständig, ist laut und berüchtigt. Dabei hat Linden-Süd auch einiges zu bieten, zum Beispiel die Deisterstraße. Kommt also hin, entweder mit dem Bus (300 und 500), der Stadtbahn (9) oder mit dem Fahrrad. Zu entdecken gibt es kulinarische Glücklichmacher, süße Boutiquen und die besten Pasteis de Nata der Stadt. Zweites Frühstück im Apartment Es ist Samstag, schon ein bisschen später, weil wir nach einer anstrengenden Woche ausgiebig ausschliefen. Ein zweites Frühstück nehmen wir gern im Apartment ein, direkt am Schwarzen Bären. Die «Heimat der frischen Bowls» ist ästhetisch gesehen ein feuchter Hipster-Traum: coole Malerei an der weißen Wand, hübsche Pflanzen auf den Tischen, schönes Mobiliar im Raum verteilt. Und das Essen? Lecker, frisch – und völlig vegan. Dafür gibt’s fünf Sterne auf Happy Cow. Das schicke …

Gānbēi Supper Club: Fremde essen Tapas auf

Mit fremden Menschen gemeinsam essen – eine hervorragende Idee! Das beweist Mirko mit seinem Supper-Club in der Südstadt: Regelmäßig bekocht er Gäste in seiner kleinen Wohnung und serviert Leckereien aus Asien. Unsere Küche bleibt heute kalt, denn wir essen auswärts. In keinem Restaurant und in keiner Dönerbude – wir essen bei Mirko, der in seiner Wohnung unterm Dach den «Gānbēi Supper Club» veranstaltet. Fremde Menschen sitzen hier zusammen, essen zusammen, reden zusammen. Es geht darum, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich auf neue Gespräche einzulassen. Der Gastgeber steht an der Wohnungstür und heißt uns willkommen. Wir sind fast eine Stunde zu spät, weil es ein Missverständnis gegeben hat. Nicht schlimm, «kommt rein!» Im Flur stehen schon viele Schuhe, zu denen sich unsere gesellen. Sofort fühlen wir uns wohl – Mirkos kleine Südstadt-Wohnung ist einfach urgemütlich. Wer den Blick schweifen lässt, merkt schnell: Mirko liebt Asien und die asiatische Küche. An den Wänden hängen Erinnerungen an eine Japan-Reise, die Mirko einst unternahm, außerdem studierte er eine Weile in China. Seit Mai 2019 bekocht er Fremde …

Viet Kafé – Köstliche Kaffeepause in der Altstadt

Ein Stückchen Vietnam in Hannover: Im Viet Kafé gibt es in gemütlicher Umgebung authentische Speisen und Getränke aus Ostasien. Hier werden auch Veganer satt und glücklich. In der Altstadt gibt es neuerdings ein vietnamesisches Café: das Viet Kafé in der Knochenhauerstraße. Wir sind an einem Samstagnachmittag zu Gast, hinter uns liegt der Besuch des Schuhgeschäfts – ein erfolgreicher Besuch, ich erstand nämlich Handschuhe. Hungrig treten wir an den Tresen und werden lieb und ausgiebig beraten. Es gibt vietnamesische Baguettes (Bánh mì), es gibt Süßes (zum Beispiel Mochi-Bällchen), es gibt vietnamesischen Phin-Kaffee. Der ist köstlich, das weiß ich, und entscheide mich für die warme Variante. Kokos-Kaffee mit Eis Alexa entscheidet sich für einen Kokos-Kaffee mit Eis (und ist begeistert). Heiße Tees gibt es auch; perfekt für kalt-nasse Herbsttage, aber von den sind wir noch ein paar Wochen entfernt. Die Baguettes gibt es mit Hühnchen, Schweinefleisch, mit Omelett und als Veggie-Version (marinierter Tofu-Seitan). Sommerrollen und Suppen komplettieren das Angebot. Unter der Woche gibt es ein Mittagsmenü für knapp 6 Euro. Bezahlt wird sofort und am Tresen – …

Lisboa Café: Süßes in der Südstadt

Großes Glück für Hannovers Südstadt: In der Rehbergstraße in der Nähe vom Stephansplatz eröffnete das Lisboa Café. Hier lässt es sich bei Galão, Pastel de Nata und Vinho wunderbar aushalten. Seit Anfang August befindet sich Lissabon mitten in der Südstadt – seitdem serviert das Lisboa Café heißen Galaõ und süße Pastel de Nata. Die Eröffnung im August 2019 war ein voller Erfolg, von der Resonanz war Besitzer Miguel völlig überrascht. Als wir am folgenden Tag am Café vorbeikommen, meinte er nur: «Alles leer!» Kein Wein mehr da – es sei ein «wunderschöner Abend» gewesen. Die Einweihung ist also geglückt, seitdem läuft der Regelbetrieb. An einem schönen Freitag schauen wir nach Feierabend vorbei, setzen uns draußen hin und genießen heißen Kaffee (von der Kaffeemanufaktur). Vor dem Café gibt es einen gemütlichen Außenbereich, der durch Gebüsche abgeschirmt wird. Vier Frauen schieben dort etwas umständlich zwei Tische zusammen, damit sie gemeinsam Wein trinken und quatschen können. Ein Liebespaar trinkt Sagres Cerveja aus kleinen Flaschen. Junge Menschen in Anzügen und Kostümen plappern am breiten Stehtisch. Es herrscht eine gelöste …

Glücksorte in Hannover: Unser erstes Buch ist da!

Hannover ist wundervoll, das wollen wir mit diesem Blog immer und immer wieder beweisen. Jetzt haben wir unsere 80 Lieblingsorte zusammengetragen und ein Buch über sie geschrieben: Glücksorte in Hannover. Ab sofort ist unser Buch erhältlich – in Buchhandlungen, im Netz und bestimmt auch auf dem Schwarzmarkt. Wir sind arg aufgeregt und gespannt, wie es euch gefallen wird. Wir jedenfalls hatten viel Spaß, es zu schreiben. Und wir haben unsere Stadt noch besser kennen und lieben gelernt, haben neue Orte gefunden und alte wiederentdeckt. Zum Beispiel der Georgengarten: Wie schön ist der eigentlich? Wunderschön! Nur waren wir so lange nicht mehr dort. Die Auswahl der Glücksorte in Hannover Die Orte im Buch sollen große Lust machen, die Leinestadt zu erkunden. Bei der Auswahl hat uns der Verlag freie Hand gelassen – ihr findet im Buch also eine sehr subjektive und persönliche Auswahl. Niemand musste für eine Platzierung zahlen, niemand hat uns bestochen und keine Algorithmen haben sich in den Auswahlprozess eingemischt. Alles war Hand- und Kopfarbeit. Wir haben versucht, einen guten Mix hinzukriegen: schöne Läden, …

Winzerabend im Mercure-Hotel: Weinprobe mit Stil

Das Mercure-Hotel am Maschpark veranstaltet regelmäßig Winzerabende. Zu Gast sind dort Weinbauern, die ihre Weine vorstellen und Lust auf Genuss machen. Die Gäste dürfen viel probieren und viele Fragen stellen – genau das haben wir getan. Im Hotel Mercure am Maschpark steigen nicht nur Touristen und Messebesucher ab – regelmäßig schauen dort auch Winzer vorbei, um Lust auf deutsche Weine zu wecken. Wir dürfen an einem solchen «Winzerabend» mit dabei sein, Hoteldirektorin Sandra hat uns eingeladen. Zu Gast an diesem Mittwochabend ist das Weingut Lamberth aus Rheinhessen. Hotelbar, 17:30 Uhr Geschäftsmänner in Anzügen reden Spanisch und Englisch, you know? Auf einem Fernseher läuft unbeachtet irgendein Fußballspiel, in der Lobby herrscht ein reges Kommen und Gehen. Die Rezeptionistin begrüßt uns freundlich und weist uns den Weg zur Bar. Da trinken, plaudern und lachen sie schon. Der Winzer ist leicht zu erkennen: Er hält eine Weinflasche in der Hand und gießt großzügig ein, auch uns. Gläser klirren, der Wein perlt. An diesem Abend geht es um Genuss, gute Weine und gutes Essen. «Von Wein habe ich aber …

Brechts: Pizza und Vino in der Südstadt

In einem Eckhaus in der Stolzestraße befindet sich das Brechts – eine Weinbar, in der es auch Pizza und Dolci gibt. Um die Ecke kommen wir mit großer Lust auf Genuss. Regen droht aus allen Wolken zu fallen, also schnell hinein in die Gemütlichkeit. Im Eingangsbereich funkelt über unseren Köpfen ein Kronleuchter, an den Wänden sind bemalte Fliesen zu bestaunen. Im Pizza-Ofen lodern die Flammen. Schön hier, gemütlich hier! Das Brechts in der schönen Stolzestraße ist klein und fein. Wir bekommen einen Tisch auf der oberen Ebene, wo bereits ein junger Mann sitzt und wartet. Würden wir ihn nach seinem Namen fragen, er würde sich als Hubert vorstellen: «Hallo, ich bin der Hubert.» Glücklich betrachtet er sein iPhone. Ist das Liebe oder Abscheu? Manchmal will Hubert alle Apps von seinem Telefon löschen, um endlich frei zu sein. Doch das kann er nicht. Und er weiß das auch. (Liebevoll streichelt Hubert das verschmierte Display und seufzt hörbar. Später wird er schmatzend eine Salami-Pizza verspeisen.) Reserviert oder nicht reserviert Wir setzen uns an einen Tisch am Fenster, …

Pizzeria Napoli: Maradona schaut auf uns herab

In der Deisterstraße gibt es die kultige Pizzeria Napoli. Sie ist klein und immer voll, denn die Leute lieben diesen charmanten Ort, an dem Limoncello in Strömen fließt und herrlicher Pizzaduft durch die Luft wabert. Der selbstgemachte Limoncello ist leider leer. Die Leute lieben den. Die Zitronen kommen aus Italien, nur die besten, und das schmeckt man wohl. Ob das wirklich stimmt, müssen wir ein anderes Mal prüfen, wir müssen Geduld haben, müssen wiederkommen. Ich sehe uns im Sommer in der Sonne sitzen und Limoncello schlürfen; unsere Haut ist warm, das Leben schön. Ein Augenblick, der ewig dauern müsste: nur sitzen und genießen und trinken. Das Licht. Die Wärme. Das Lächeln! Die Realität ist jedoch noch weiß und grau. Der Himmel ist eine einfarbige Fläche und die Luft ist kalt. Der Wind weht ein paar Flocken umher. Ist das Asche? Wütend speit der Vulkan die glühende Lava in die Höhe, wütend ergießt sich der Strom über die Stadt und alles verbrennt; ein neues Pompeji. Sechs Sterne für Napoli Wo sind wir überhaupt? In der Pizzeria …

Das Ladencafé: Wem gehört der nice Kuchen?

Ein Sonntag in Linden: People-Watching auf der Limmerstraße – und ein fantastischer Kuchen im «Ladencafé». Limmerstraße, sonnige Gesichter, kiffende Omas und Hunde, die ohne Leine laufen dürfen. Schön hier, immer wieder – aber, ach: Das Café Bohne hat geschlossen, endgültig, für immer. Jemand hat vor dem Schaufenster ein paar Kerzen und Kuscheltiere aufgestellt. Auf zwei Papierblättern steht «Warum?» und «Bohne – Wir vermissen dich». Auch die Bäckerei Doppelkorn nebenan ist bedroht, sie sucht neue Räumlichkeiten.«Tja, und irgendwann gibt’s hier nur noch Rossmann, Rewe, Zara», sagt jemand. Eben all die schrecklichen Geschäfte ohne jeden Charme, die schon die Innenstadt dominieren. Es ist offenbar keine einfache Zeit, einen Laden zu eröffnen oder ein Café zu führen. Im Ladencafé Linden Nord An der Haltestelle steht Stelldichein-Lisa, sie war vorhin schon auf dem Maschsee segeln und im Café Corner Käsekuchen essen, erzählt sie fröhlich.«Oh, ich will jetzt auch Kuchen», nöle ich wie ein verwöhntes Kleinkind, das jeden Wunsch erfüllt bekommt, weil es sonst die ganze Welt in Stücke haut.Also kehren wir Minuten später im Ladencafé Linden-Nord ein. Besitzerin Tomke …

Ein sonniges Plätzchen im Fräulein Schlicht

Im Fräulein Schlicht in Linden gibt es Kaffee und Kuchen – und Hannovers schönsten Hinterhof. Dort sitzen wir und schlürfen Flat White und Latte Macchiato mit Hafermilch. Der Fahrtwind zerzaust unsere Haare, das Sonnenlicht kitzelt in der Nase: Wir sind unterwegs auf unseren Fahrrädern, brausen an der Ihme entlang, in Richtung Linden. Im Gras hocken ein paar Jungs und kiffen und kichern. Auf dem Asphalt rollen Skater entlang, schlingern von links nach rechts, verjagen träge Tauben. Struppige Hunde tollen herum, jagen bellend Bälle und Libellen. Uns alle hat das herrliche Wetter nach draußen gelockt – wir wollen die Wärme auf der Haut spüren. Und wir wollen ein gutes Stück Kuchen essen! Also weiter nach Linden-Mitte. Ich niese zwölfmal, meine Nase läuft, meine Augen jucken. Durch die Luft wehen auch Pollen, viele, viele Pollen. Wir rollen vorbei am Ihme-Zentrum, das im Sonnenlicht fast ein bisschen hübsch aussieht. Aber doch nur fast.«Ich hasse Leute, die alles von ihrer scheiß Steuer absetzen», grummelt ein hippes Mädchen, das wir überholen. Charmanter Hinterhof Für uns geht es hoch zur Leinertbrücke, …

Kindai: Sushi in der Südstadt

Die Leserinnen und Leser der Lokalzeitung haben die besten Sushi-Restaurants in Hannover gekürt, was uns wiederum inspirierte, nach Feierabend im Kindai in der Marienstraße einzukehren (Platz 7 im Ranking). Ein Hauch von Tokyo in der Südstadt. Anfahrt. Ich sitze im 121er, vor mir sitzen zwei Frauen, die über Kirchen fachsimpeln. Gemeinsam überlegen sie, wie doch gleich die Kirche heißt, die der Bus zeitnah passieren wird. Sie kommen nicht drauf. Ich weiß die Antwort, will aber nicht helfen. Die Lösung steht außerdem auf dem Bildschirm, der die kommenden Bushaltestellen auflistet. (Die Frauen fahren offenbar nur selten Bus.)Eine dritte Frau, die sorgfältig auf ihrem iPhone herumwischt, lächelt plötzlich, und mischt sich in die Überlegungen ein.«Meinen Sie die St.-Heinrich-Kirche?», trällert sie.«Jaa, genau!», bestätigt die eine Frau begeistert.Die andere nickt anerkennend und applaudiert.«Ich hab mit einem Ohr mitgehört», gesteht die lauschende iPhone-Besitzerin.Sie unterhalten sich nun angeregt über Kirchen. Ich bin froh, als ich aussteigen kann. Ankunft. Alexa sitzt bereits an einem 4er-Tisch. Draußen sei es zu kalt gewesen, erklärt sie. Ihr Anwalt sagt, sie muss sich nicht weiter erklären. …

Köstlich: Syrisches Abendessen im Al-Dar

Schon oft hörten wir Freunde von den leckeren Speisen des Al-Dar schwärmen. Doch erst jetzt haben wir dort einen Tisch für zwei reserviert, um die «Köstlichkeiten der syrischen Küche» selbst zu probieren. Im Innenhof zeigt der Kellner auf einen freien Tisch – unseren Tisch. Wir sitzen keinen Augenblick, schon zündet am Nebentisch eine Frau eine Zigarette an, zieht dran, inhaliert und pustet den Rauch in die Luft. Die Frau heißt Ursula. Ich werde sie hassen lernen an diesem wunderschönen Abend, an dem die Sonne uns mit ihrem Licht verwöhnt, das auf der Haut kitzelt. (Ich niese laut, weil ich diesen photischen Niesreflex habe. «Gesundheit!», ruft jemand von irgendwoher, ich sage «Danke» in alle Richtungen und winke wie die Queen.) Mir war fast entfallen, dass im Freien kein Rauchverbot gilt, sondern nur optionale Rücksichtnahme. Ursula genießt ihre Fluppe in vollen Zügen und ignoriert, dass der Rauch in die Stupsnase eines Mädchens wabert, das zappelnd an einem anderen Nebentisch sitzt und die Welt mit ihren Buntstiften verschönert. Das Mädchen freut sich trotz der schlechten Luft – ich …

Die kompliziertesten Gäste

Das kulinarische Angebot auf der Limmerstraße ist groß und umfangreich – doch an vielen Tischen sitzen schon viele Leute. Wo werden wir nur satt? Auf der Limmerstraße ist viel los, Radfahrer überholen die #10 und die #10 überholt einen Trinker, der einhändig eine Bierdose öffnet. Halber Liter vom Rewe. Er kippt einen ordentlichen Schluck auf die Straße, «das bringt Glück», meint er. Den Rest schüttet er sich in die Speiseröhre, das gluckert, lecker, lecker. Wir sind mehr hungrig als durstig und wollen ins Fischers. Dafür brauchen auch wir eine Menge Glück, denn wir haben nicht reserviert. Und es ist Samstagabend. Und unsere Chancen, einen Tisch für drei zu kriegen, sind schlecht, schlecht.«Wir sind ausreserviert», sagen uns die Fischers Fritzen dann auch.Auf den Stühlen liegen ausgebreitete Handtücher und an der Bar wollen wir nicht sitzen. (Unsere Rücken brauchen heute etwas zum Anlehnen.) Also weiter, wieder raus auf die Limmerstraße, wo der Trinker seine zweite Dose aufreißt. Dem geht’s richtig gut heute. Neu in Linden: Das Leinau3 Auf der anderen Straßenseite fällt unser Blick aufs Leinau3, das …