Autor: Daniel

Stadtteiltour: Das ist die Deisterstraße

Am Capitol geht sie los – unsere kleine Stadtteiltour durch Linden-Süd, die Deisterstraße hinunter, dem Abendessen entgegen. Es ist wie bei einem Geschwisterpaar: Die eine Schwester ist laut, cool und lässig; die andere spricht leise und steht gern hinterm Vorhang. Linden-Süd wäre die ruhige Schwester, die nie viel sagt und nicht weiter auffällt. Linden-Nord hingegen: beliebt, berüchtigt – der coolste Stadtteil der Stadt. Dabei hat Linden-Süd auch einiges zu bieten, zum Beispiel die Deisterstraße. Kommt also hin, entweder mit dem Bus (300 und 500), der Stadtbahn (9) oder mit dem Fahrrad. Zu entdecken gibt es kulinarische Glücklichmacher, süße Boutiquen und die besten Pasteis de Nata der Stadt. Zweites Frühstück im Apartment Es ist Samstag, schon ein bisschen später, weil wir nach einer anstrengenden Woche ausgiebig ausschliefen. Ein zweites Frühstück nehmen wir gern im Apartment ein, direkt am Schwarzen Bären. Die «Heimat der frischen Bowls» ist ästhetisch gesehen ein feuchter Hipster-Traum: coole Malerei an der weißen Wand, hübsche Pflanzen auf den Tischen, schönes Mobiliar im Raum verteilt. Und das Essen? Lecker, frisch – und völlig vegan. …

Gānbēi Supper Club: Fremde essen Tapas auf

Mit fremden Menschen gemeinsam essen – eine hervorragende Idee! Das beweist Mirko mit seinem Supper-Club in der Südstadt: Regelmäßig bekocht er Gäste in seiner Wohnung und serviert Leckereien aus Asien. Unsere Küche bleibt heute kalt, denn wir essen auswärts. In keinem Restaurant und in keiner Dönerbude – wir essen bei Mirko, der in seiner Wohnung unterm Dach den «Gānbēi Supper Club» veranstaltet. Fremde Menschen sitzen zusammen, essen zusammen, reden zusammen. Es geht darum, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich auf neue Gespräche einzulassen. Der Gastgeber steht an der Wohnungstür und heißt uns willkommen. Wir sind fast eine Stunde zu spät, weil es ein Missverständnis gegeben hat. Nicht schlimm, «kommt rein!» Im Flur stehen schon viele Schuhe, zu denen sich unsere gesellen. Sofort fühlen wir uns wohl – Mirkos kleine Südstadt-Wohnung ist einfach urgemütlich. Wer den Blick schweifen lässt, merkt schnell: Mirko liebt Asien und die asiatische Küche. An den Wänden hängen Erinnerungen an eine Japan-Reise, die Mirko einst unternahm, außerdem studierte er eine Weile in China. Seit Mai 2019 bekocht er Fremde und heute …

Viet Kafé – Köstliche Kaffeepause in der Altstadt

Ein Stückchen Vietnam in Hannover: Im Viet Kafé gibt es in gemütlicher Umgebung authentische Speisen und Getränke aus Ostasien. Hier werden auch Veganer satt und glücklich. In der Altstadt gibt es neuerdings ein vietnamesisches Café: das Viet Kafé in der Knochenhauerstraße. Wir sind an einem Samstagnachmittag zu Gast, hinter uns liegt der Besuch des Schuhgeschäfts – ein erfolgreicher Besuch, ich erstand nämlich Handschuhe. Hungrig treten wir an den Tresen und werden lieb und ausgiebig beraten. Es gibt vietnamesische Baguettes (Bánh mì), es gibt Süßes (zum Beispiel Mochi-Bällchen), es gibt vietnamesischen Phin-Kaffee. Der ist köstlich, das weiß ich, und entscheide mich für die warme Variante. Kokos-Kaffee mit Eis Alexa entscheidet sich für einen Kokos-Kaffee mit Eis (und ist begeistert). Heiße Tees gibt es auch; perfekt für kalt-nasse Herbsttage, aber von den sind wir noch ein paar Wochen entfernt. Die Baguettes gibt es mit Hühnchen, Schweinefleisch, mit Omelett und als Veggie-Version (marinierter Tofu-Seitan). Sommerrollen und Suppen komplettieren das Angebot. Unter der Woche gibt es ein Mittagsmenü für knapp 6 Euro. Bezahlt wird sofort und am Tresen – …

Lisboa Café: Süßes in der Südstadt

Großes Glück für Hannovers Südstadt: In der Rehbergstraße in der Nähe vom Stephansplatz eröffnete das Lisboa Café. Hier lässt es sich bei Galão, Pastel de Nata und Vinho wunderbar aushalten. Seit Anfang August befindet sich Lissabon mitten in der Südstadt – seitdem serviert das Lisboa Café heißen Galaõ und süße Pastel de Nata. Die Eröffnung im August war ein voller Erfolg, von der Resonanz war Besitzer Miguel völlig überrascht. Als wir am folgenden Tag am Café vorbeikommen, meinte er nur: «Alles leer!» Kein Wein mehr da – es war ein «wunderschöner Abend». Die Einweihung ist also geglückt, seitdem läuft der Regelbetrieb. An einem schönen Freitag schauen wir nach Feierabend vorbei, setzen uns draußen hin und genießen heißen Kaffee (von der Kaffeemanufaktur). Vor dem Café gibt es einen gemütlichen Außenbereich, der durch Gebüsche abgeschirmt wird. Vier Frauen schieben dort zwei Tische zusammen, damit sie gemeinsam Wein trinken und quatschen können. Ein Liebespaar trinkt Sagres Cerveja aus kleinen Flaschen. Junge Menschen in Anzügen und Kostümen plappern am breiten Stehtisch. Es herrscht eine gelöste Stimmung, fast wie im …

Glücksorte in Hannover: Unser erstes Buch ist da!

Hannover ist wundervoll, das wollen wir mit diesem Blog immer und immer wieder beweisen. Jetzt haben wir unsere 80 Lieblingsorte zusammengetragen und ein Buch über sie geschrieben: Glücksorte in Hannover. Ab sofort ist unser Buch erhältlich – in Buchhandlungen, im Netz und bestimmt auch auf dem Schwarzmarkt. Wir sind arg aufgeregt und gespannt, wie es euch gefallen wird. Wir jedenfalls hatten viel Spaß, es zu schreiben. Und wir haben unsere Stadt noch besser kennen und lieben gelernt, haben neue Orte gefunden und alte wiederentdeckt. Zum Beispiel der Georgengarten: Wie schön ist der eigentlich? Wunderschön! Nur waren wir so lange nicht mehr dort. Die Auswahl der Glücksorte in Hannover Die Orte im Buch sollen große Lust machen, die Leinestadt zu erkunden. Bei der Auswahl hat uns der Verlag freie Hand gelassen – ihr findet im Buch also eine sehr subjektive und persönliche Auswahl. Niemand musste für eine Platzierung zahlen, niemand hat uns bestochen und keine Algorithmen haben sich in den Auswahlprozess eingemischt. Alles war Hand- und Kopfarbeit. Wir haben versucht, einen guten Mix hinzukriegen: schöne Läden, …

Winzerabend im Mercure-Hotel: Weinprobe mit Stil

Das Mercure-Hotel am Maschpark veranstaltet regelmäßig Winzerabende. Zu Gast sind dort Weinbauern, die ihre Weine vorstellen und Lust auf Genuss machen. Die Gäste dürfen viel probieren und viele Fragen stellen – genau das haben wir getan. Im Hotel Mercure am Maschpark steigen nicht nur Touristen und Messebesucher ab – regelmäßig schauen dort auch Winzer vorbei, um Lust auf deutsche Weine zu wecken. Wir dürfen an einem solchen «Winzerabend» mit dabei sein, Hoteldirektorin Sandra hat uns eingeladen. Zu Gast an diesem Mittwochabend ist das Weingut Lamberth aus Rheinhessen. Hotelbar, 17:30 Uhr Geschäftsmänner in Anzügen reden Spanisch und Englisch, you know? Auf einem Fernseher läuft unbeachtet irgendein Fußballspiel, in der Lobby herrscht ein reges Kommen und Gehen. Die Rezeptionistin begrüßt uns freundlich und weist uns den Weg zur Bar. Da trinken, plaudern und lachen sie schon. Der Winzer ist leicht zu erkennen: Er hält eine Weinflasche in der Hand und gießt großzügig ein, auch uns. Gläser klirren, der Wein perlt. An diesem Abend geht es um Genuss, gute Weine und gutes Essen. «Von Wein habe ich aber …

Brechts: Pizza und Vino in der Südstadt

In einem Eckhaus in der Stolzestraße befindet sich das Brechts – eine Weinbar, in der es auch Pizza und Dolci gibt. Um die Ecke kommen wir mit großer Lust auf Genuss. Regen droht aus allen Wolken zu fallen, also schnell hinein in die Gemütlichkeit. Im Eingangsbereich funkelt über unseren Köpfen ein Kronleuchter, an den Wänden sind bemalte Fliesen zu bestaunen. Im Pizza-Ofen lodern die Flammen. Schön hier, gemütlich hier! Das Brechts in der schönen Stolzestraße ist klein und fein. Wir bekommen einen Tisch auf der oberen Ebene, wo bereits ein junger Mann sitzt und wartet. Würden wir ihn nach seinem Namen fragen, er würde sich als Hubert vorstellen: «Hallo, ich bin der Hubert.» Glücklich betrachtet er sein iPhone. Ist das Liebe oder Abscheu? Manchmal will Hubert alle Apps von seinem Telefon löschen, um endlich frei zu sein. Doch das kann er nicht. Und er weiß das auch. (Liebevoll streichelt Hubert das verschmierte Display und seufzt hörbar. Später wird er schmatzend eine Salami-Pizza verspeisen.) Reserviert oder nicht reserviert Wir setzen uns an einen Tisch am Fenster, …

Pizzeria Napoli: Maradona schaut auf uns herab

In der Deisterstraße gibt es die kultige Pizzeria Napoli. Sie ist klein und immer voll, denn die Leute lieben diesen charmanten Ort, an dem Limoncello in Strömen fließt und herrlicher Pizzaduft durch die Luft wabert. Der selbstgemachte Limoncello ist leider leer. Die Leute lieben den. Die Zitronen kommen aus Italien, nur die besten, und das schmeckt man wohl. Ob das wirklich stimmt, müssen wir ein anderes Mal prüfen, wir müssen Geduld haben, müssen wiederkommen. Ich sehe uns im Sommer in der Sonne sitzen und Limoncello schlürfen; unsere Haut ist warm, das Leben schön. Ein Augenblick, der ewig dauern müsste: nur sitzen und genießen und trinken. Das Licht. Die Wärme. Das Lächeln! Die Realität ist jedoch noch weiß und grau. Der Himmel ist eine einfarbige Fläche und die Luft ist kalt. Der Wind weht ein paar Flocken umher. Ist das Asche? Wütend speit der Vulkan die glühende Lava in die Höhe, wütend ergießt sich der Strom über die Stadt und alles verbrennt; ein neues Pompeji. Sechs Sterne für Napoli Wo sind wir überhaupt? In der Pizzeria …

Pssst! Gutscheinbuch verrät Geheimtipps in Hannover

Auch die allerneueste Ausgabe von Pssst! Hannover führt euch wieder zu schönen Läden, gemütlichen Cafés und interessanten Kulturangeboten in der Leinestadt. Wir haben das charmante Gutscheinbuch ausprobiert. Bereits zum vierten Mal führt euch das Buch Pssst! Hannover zu schönen Läden, Cafés und Kultureinrichtungen. Und nicht nur das: Ihr bekommt in ausgesuchten Geschäften auch noch Rabatte, in Museen freien Eintritt oder gar ein «Überraschungs-Goodie», wenn ihr im Cerez ein paar Nüsse und Trockenfrüchte kauft. Typisch sind 10 Prozent Preisnachlass (etwa im QWERTZ-Laden in Linden-Mitte) oder 2-für-1-Gutscheine (etwa für das Landesmuseum). Die aktuelle Pssst!-Ausgabe enthält auch noch ein paar Zahlen und Fakten zu Hannovers Wochenmärkten. Um einen Rabatt aus dem Pssst!-Buch einzulösen, schneidet ihr einfach den passenden Schnipsel aus und tragt ihn ins Geschäft. Wir waren damit im Liebe & Zeug in der List, wo Alexa ein hübsches Halstuch erwarb. Für den Gutschein bekam sie 5 Prozent Rabatt – und ein gedrucktes Kompliment auf einem kleinen Zettel (der auch in einem Glückskeks liegen könnte). Äußerst putzig! In der aktuellen Pssst!-Auflage 2018/2019 findet ihr auf gut 70 Seiten …

Das Ladencafé: Wem gehört der nice Kuchen?

Ein Sonntag in Linden: People-Watching auf der Limmerstraße und ein fantastischer Kuchen im Ladencafé. Limmerstraße: sonnige Gesichter, kiffende Omas, und Hunde, die ohne Leine laufen dürfen. Schön hier, immer wieder. Aber, ach: Das Café Bohne hat geschlossen – endgültig, für immer. Jemand hat vor dem Schaufenster ein paar Kerzen und Kuscheltiere aufgestellt. Auf zwei Papierblättern steht «Warum?» und «Bohne – Wir vermissen dich». Auch die Bäckerei Doppelkorn nebenan ist bedroht, sie sucht neue Räumlichkeiten. Tja, und irgendwann gibt’s hier nur noch Rossmann, Rewe, Zara – eben all die schrecklichen Geschäfte ohne jeden Charme, die schon die Innenstadt verschandeln. Es ist offenbar keine einfache Zeit, einen Laden zu eröffnen oder ein Café zu führen. Im Ladencafé Linden Nord An der Haltestelle steht Stelldichein-Lisa, sie war vorhin schon auf dem Maschsee segeln und im Café Corner Käsekuchen essen, erzählt sie fröhlich.«Oh, ich will jetzt auch Kuchen», nöle ich wie ein verwöhntes Kleinkind, das jeden Wunsch erfüllt bekommt, weil es sonst die ganze Welt in Stücke haut.Also kehren wir Minuten später im Ladencafé Linden-Nord ein. Besitzerin Tomke behauptet, …

Ein sonniges Plätzchen im Fräulein Schlicht

Im Fräulein Schlicht in Linden gibt es Kaffee und Kuchen – und Hannovers schönsten Hinterhof. Dort sitzen wir und schlürfen Flat Whites und Latte Macchiato mit Hafermilch. Der Fahrtwind zerzaust unsere Haare, das Sonnenlicht kitzelt in der Nase: Wir sind unterwegs auf unseren Fahrrädern, brausen an der Ihme entlang, in Richtung Linden. Im Gras hocken ein paar Jungs und kiffen und kichern. Auf dem Asphalt rollen Skater entlang, schlingern von links nach rechts, verjagen die Tauben. Struppige Hunde tollen herum, jagen bellend Bälle und Libellen. Uns alle hat das herrliche Wetter nach draußen gelockt – wir wollen das Licht und die Wärme auf der Haut spüren. Und wir wollen ein gutes Stück Kuchen essen! Ich niese zwölfmal, meine Nase läuft, meine Augen jucken. Durch die Luft wehen auch Pollen, viele, viele Pollen. Wir rollen vorbei am Ihme-Zentrum, das im Sonnenlicht fast ein bisschen hübsch aussieht. Aber doch nur fast.«Ich hasse Leute, die alles von ihrer scheiß Steuer absetzen», grummelt ein hippes Mädchen, das wir überholen.Für uns geht es hoch zur Leinertbrücke, rüber auf die andere …

Kindai: Sushi in der Südstadt

Die Leserinnen und Leser der Lokalzeitung haben die besten Sushi-Restaurants in Hannover gekürt, was uns wiederum inspirierte, nach Feierabend im Kindai in der Marienstraße einzukehren (Platz 7 im Ranking). Ein Hauch von Tokyo in der Südstadt. Anfahrt. Ich sitze im 121er, vor mir sitzen zwei Frauen, die über Kirchen fachsimpeln. Gemeinsam überlegen sie, wie doch gleich die Kirche heißt, die der Bus zeitnah passieren wird. Sie kommen nicht drauf. Ich weiß die Antwort, will aber nicht helfen. Die Lösung steht außerdem auf dem Bildschirm, der die kommenden Bushaltestellen auflistet. (Die Frauen fahren offenbar nur selten Bus.)Eine dritte Frau, die sorgfältig auf ihrem iPhone herumwischt, lächelt plötzlich, und mischt sich in die Überlegungen ein.«Meinen Sie die St.-Heinrich-Kirche?», trällert sie.«Ja, genau!», bestätigt die eine Frau begeistert, die andere nickt anerkennend und applaudiert.«Ich hab mit einem Ohr mitgehört», gesteht die lauschende iPhone-Besitzerin. Sie unterhalten sich nun angeregt über Kirchen. Ich bin froh, als ich aussteigen kann. Ankunft. Alexa sitzt bereits an einem 4er-Tisch. Draußen sei es zu kalt gewesen, erklärt sie. Ihr Anwalt sagt, sie muss sich nicht …

Köstlich: Syrisches Abendessen im Al-Dar

Schon oft hörten wir Freunde von den leckeren Speisen des Al-Dar schwärmen. Doch erst jetzt haben wir dort einen Tisch für zwei reserviert, um die «Köstlichkeiten der syrischen Küche» selbst zu probieren. Im Innenhof zeigt der Kellner auf einen freien Tisch – unseren Tisch. Wir sitzen keinen Augenblick, schon zündet am Nebentisch eine Frau eine Zigarette an, zieht dran, inhaliert und pustet den Rauch in die Luft. Die Frau heißt Ursula. Ich werde sie hassen lernen an diesem wunderschönen Abend, an dem die Sonne uns mit ihrem Licht verwöhnt, das auf der Haut kitzelt. (Ich niese laut, weil ich diesen photischen Niesreflex habe. «Gesundheit!», ruft jemand von irgendwoher, ich sage «Danke» in alle Richtungen und winke wie die Queen.) Mir war fast entfallen, dass im Freien kein Rauchverbot gilt, sondern nur optionale Rücksichtnahme. Ursula genießt ihre Fluppe in vollen Zügen und ignoriert, dass der Rauch in die Stupsnase eines Mädchens wabert, das zappelnd an einem anderen Nebentisch sitzt und die Welt mit ihren Buntstiften verschönert. Das Mädchen freut sich trotz der schlechten Luft – ich …

Leinau3: Veggie-Burger mal drei

Das kulinarische Angebot auf der Limmerstraße ist groß und umfangreich – doch an vielen Tischen sitzen schon viele Leute. Wo werden wir nur satt? Auf der Limmerstraße ist viel los, Radfahrer überholen die #10 und die #10 überholt einen Trinker, der einhändig eine Bierdose öffnet. Halber Liter vom Rewe. Er kippt einen ordentlichen Schluck auf die Straße, «das bringt Glück», meint er. Den Rest schüttet er sich in die Speiseröhre, das gluckert, lecker, lecker. Wir sind mehr hungrig als durstig und wollen ins Fischers. Dafür brauchen auch wir eine Menge Glück, denn wir haben nicht reserviert. Und es ist Samstagabend. Und unsere Chancen, einen Tisch für drei zu kriegen, sind schlecht, schlecht.«Wir sind ausreserviert», sagen uns die Fischers Fritzen dann auch.Auf den Stühlen liegen ausgebreitete Handtücher und an der Bar wollen wir nicht sitzen. (Unsere Rücken brauchen heute etwas zum Anlehnen.) Also weiter, wieder raus auf die Limmerstraße, wo der Trinker seine zweite Dose aufreißt. Dem geht’s richtig gut heute. Neu in Linden: Das Leinau3 Auf der anderen Straßenseite fällt unser Blick aufs Leinau3, das …

Japanische Teezeremonie: In Ruhe schlürfen

Entspannen, den Geist zur Ruhe kommen lassen – und dabei Matchatee schlürfen: Wir waren bei einer japanischen Teezeremonie dabei, die regelmäßig im Stadtpark Hannover durchgeführt wird. Einatmen. Mein tägliches Teetrinkritual ist sehr simpel: Teebeutel in die Tasse plumpsen lassen, heißes Wasser drüber – fertig. Japaner lassen sich für den Teegenuss mehr Zeit, viiiel mehr Zeit. Geschlagene fünf Stunden kann eine traditionelle Teezeremonie schon mal dauern. Die Teetrinkenden sollen die Zeit am besten komplett vergessen und sich einfach entspannen, sich voll und ganz auf den Tee konzentrieren. Ausatmen. Klingt verlockend, diese Langsamkeit – also buchen wir eine Teezeremonie für Einsteiger. Die ist auf zwei Stunden angesetzt und findet in einem kleinen Teehaus im Stadtpark Hannover statt. Das Häuschen ist ein Geschenk von Hannovers Partnerstadt Hiroshima. Heute dient das Teehaus als Kulisse für japanische Teezeremonien – übrigens einzigartig in Hannover. Teezeremonie im Stadtpark Es ist ein unruhiger Tag im Spätfrühling. Ein bisschen Sonne, ein bisschen Regen, viel Wind. Wir brechen zu spät auf und eilen zum Stadtpark. Das mit der Entspannung und Langsamkeit fängt ja gut an! …

Lieb.es: Salate in der Nordstadt speisen

Wir verlassen die Südstadt und gehen fremd mit der Nordstadt. Auf dem E-Damm flanieren wir im Gegenwind und speisen im Lieb.es – dem neuen Ableger vom Love It Healthy. Die Böen können sich nicht entscheiden, kommen mal von vorne, mal von hinten, schieben uns weg, schieben uns an. Mit großer Freude zerfetzt der Wind unsere Frisuren und weht Eiskugeln aus Eisbechern. Kinder weinen, Väter trösten. Wir sind trotz Gegenwind rasant unterwegs, denn wir haben einen starken Antrieb: Hunger. Mit letzter Kraft erreichen wir die Nordstadt, den E-Damm, das Lieb.es. Draußen ist die Sonne gerade hinter den Häusern verschwunden, also gehen wir rein, da ist es warm und windstill. Die Bedienung begrüßt uns auf netteste Art und Weise. Wären doch alle Menschen so lieb und freundlich, zum Beispiel Taxifahrer, Polizisten und Politiker. Die Welt wäre eine bessere. Wir schauen nach dem besten Platz, doch auf dem sitzt schon Alina, der das Lieb.es und das Love It Healthy gehören. Sie kriegt hier alles umsonst, denke ich. Wir sitzen dann ganz hinten auf dem Sofa, dem zweitbesten Platz im …

Abends im Buchladen

Hugendubel hat uns eingeladen, einer Lesung beizuwohnen. Sebastian Krumbiegel las aus seinem Buch vor – und wir liehen ihm unsere Ohren. Doch nicht jedem gefiel, was der Prinzen-Sänger zu sagen und zu singen hatte. Es ist zehn vor acht und die besten Plätze sind schon weg. Alexa muss ein Kochbuch kaufen – sie hat erst hundert, also stehen wir noch vor dem Bücherregal. Während Alexa stöbert, kommen immer mehr, die zur Lesung wollen, und besetzen die letzten Plätze. Ich sehe uns schon stehen. «Das hier hat schöne Bilder», murmelt Alexa und blättert verträumt in einem der vielen, vielen Kochbücher. Meine Güte – wer soll all die Rezepte nur kochen? Und wer soll das alles essen? «Das nehme ich», sagt Alexa und trägt stolz ein veganes Kochbuch zur Kasse. Hannover rules! Auf einigen Stühlen liegen laminierte Papiere, auf denen RESERVIERT steht. Die sind noch frei. Jetzt möchte ich mal einer sein, der sich so einen Platz einfach schnappt. Wir sitzen dann ganz hinten, fast ganz hinten – hinter mir sitzt noch eine kleine Frau, und ich …

Sparen in Hannover: Pssst! und Der kleine Reibach

Der kleine Reibach und Pssst! Hannover – zwei Gutscheinbücher mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während der Reibach mehr was für kulinarische Entdecker ist, bietet Pssst! vor allem Rabatte für Hannovers charmante Geschäfte. Wir haben beide Bücher ausprobiert. Wir sind beim Griechen, im Meteora, und der Kellner steht an unserem Tisch. Etwas verstohlen zeigen wir ihm einen Gutschein, den wir mit unserer Bastelschere aus dem kleinen Reibach ausgeschnitten haben. Der Kellner hält den Schnipsel in der Hand und schaut uns an. Als jemand, der ständig darüber nachdenkt, was andere über mich denken, denke ich auch jetzt: Was denkt der Kellner über uns? Denkt er: Diese Zahnpastatubenausdrücker, diese Energiesparlampen, diese völlig verarmten Pfennigfuchser? Nö, wahrscheinlich denkt er: «Heute Abend gucke ich drei Folgen Gilmore Girls, in der Badewanne – why not?» Der Kellner legt den Schnipsel wieder auf den Tisch, grinst und sagt: «Das machen wir nachher.» So lief das immer, wenn wir den Kellnern unsere ausgeschnittenen Gutscheine zeigten. Die kennen das natürlich und freuen sich (hoffentlich) über neue Gäste, die mit etwas Glück zu Stammgästen werden. Und wir haben …

Knabberzeit: Wenn Fische kitzelige Füße küssen

Fischpediküre in der Südstadt: In der Knabberzeit «küssen» kleine Fische große Füße. Ist das auch für Kitzelige geeignet? Wir haben den Test gemacht! Die Zeit steht still in der Knabberzeit: Es ist immer zehn nach zehn. Die Wanduhr haben Aleksej Sartison und sein Team während der Renovierungsarbeiten übersehen – jetzt steht die Zeit halt still. Das ist nicht weiter schlimm: Die Knabberzeit soll ein Raum «zum Wohlfühlen und Entspannen» sein – eine tickende Uhr würde da nur stören und an den Zahnarzt-Termin am Montag erinnern. Ich bin trotzdem nicht entspannt, sondern sogar aufgeregt, ein bisschen – denn gleich werden Dutzende kleine Fische meine Füße «küssen». Und ich bin der kitzeligste Mensch der Welt, bestätigt durch das Fresinius-Institut. Wie soll ich das also aushalten, wenn viele Fische ausgerechnet an meinen Füßen knabbern? Wie? Das will ich jetzt wissen. Vor mir steht ein großes Aquarium, blubbernd und schön beleuchtet. Ich bin bereit. Vielleicht. Meine Zehen schweben über dem Wasser, ich bin Jesus.«Jetzt tunk schon!», ruft Alexa ungeduldig.Also tunke ich zaghaft meine großen Zehen hinein, gefolgt vom Rest …